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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

294 
Die Winde zu Keitum auf Sylt. 
Tabelle 18. 
Die Beziehung der Stürme zu Keitum zu den barometrischen 
Depressionen. 
Lage 
Mittlere 
Mittlerer 
Mittlere 
Mittlere 
Zugstrafse 
Frequenz 
des 
Depressions- 
Tiefe 
Gradient 
Dauer 
Geschwindig 
keit 
Centrums 
mm 
mm 
Stunden 
m per Sek. 
Ia 
15 
WNW-N i) 
731 
4,7 
7,0 
16,3 
Ib 
1 
N 
723 
2,9 
5,0 
16,6 
Ic 
1 
N 
720 
3,5 
22,0 
17,3 
II 
11 
NW—NNE 4 ) 
735 
2,9 
4,4 
15,4 
III 
5 
W—NE 
732 
5,1 
3,2 
/17,1* 
\ 16,8 
lila 
2 
ENE—E 
738 
2,7 
2,0 
16,5 
Illb 
2 
W-WNW 
734 
3,4 
2,5 
15,4 
IVa 
5 
W—N 
736 
4,3 
6,8 
/17,1* 
\ 17,3 
IVb 
2 
Centrum in S 
734 
3,5 
5,5 
/17,7* 
1.16,8 
Mittel 
731 
3,7 
6,5 
/16,6* 
116,5 
1) Das Depvessions-Centruni lag 1 Mal in WSW, 6 Mal in NW, 4 Mal in NNW und 
4 Mal in N. — 2) 3 Mal in NW, 2 Mal in NNW, 4 Mal in N und 2 Mal in NNE. 
Je 1 Mal, beim Mittel 3 Mal, konnte der Gradient nicht bestimmt werden; die mit * be- 
zeiehneten Werthe der Geschwindigkeit beziehen sich auf die Fälle mit bekannten Gradienten. 
Diese Zusammenstellung zeigt, dafs sich die meisten Sturmcentra auf der 
Zugstrafse I (vgl. van Bebber, Handbuch der ausübenden Witterungskunde, 
Band 2, Seite 278) bewegen, und zwar vornehmlich auf Ia, während sonst Ib 
und Ic häufiger betreten werden. Die auf diesen Bahnen passirenden Depressionen 
sind die tiefsten, sie bringen uns die andauerndsten Stürme; die Geschwindig 
keit dieser Winde ist ungefähr die mittlere. Nach I kommt als frequenteste 
die Route II, welche von W nach B durch Südskandinavien führt. Die ihr zu 
gehörigen Stürme haben rücksichtlich der kleinen Gradienten, der geringen 
Geschwindigkeit und der kurzen Dauer einige Aehnlichkeit mit denen, deren 
Centra auf lila und Illb einherziehen. Allem Anschein nach gehören also die 
schwersten und andauerndsten Stürme zu Depressionen der Zugstrafsen I, III 
und IY. — Während die Stürme zu Keitum tosen, liegen ihre Centra fast 
immer zwischen W und N, woraus sich die vorherrschenden Richtungen der 
stürmischen Winde von selbst erklären. 
Bei 19 Stürmen bewegten sich die Centra nicht auf den typischen Bahnen; 
nimmt man auch diese mit zu den übrigen hinzu, so erhält man als mittlere 
Dauer aller stürmischen Winde 4,7 Stunden und als mittlere Geschwindigkeit 
16,7 m per Sek. Bs folgt daraus, dafs die solchen erratischen Minimis zu 
gehörigen Stürme den anderen zwar an Heftigkeit nicht nachstehen, dafs ihre 
Dauer aber erheblich geringer ist. 
Schliefslich möge hier noch eine Vergleichung der jährlichen Periode 
der Sturmtage an der deutschen Nordseeküste und an den englischen Küsten 
Platz finden. Bür die deutsche Nordsee sind benutzt die zehnjährigen Beob 
achtungen (1876—85) von Borkum, Wilhelmshaven, Hamburg und Keitum nach 
den von der Deutschen Seewarte publicirten Dezenniumsmitteln, die Werthe für 
die englischen Küsten sind in dem Report of the Meteorological Council for 
the year ending 31. of March 1887 veröffentlicht, sie beziehen sich auf 15 Jahre 
(1871—85), doch ist nicht gesagt, wieviel Stationen zu jeder Gruppe kontribuiren, 
so dafs eine Vergleichung der absoluten Anzahl der Sturmtage nicht zulässig 
ist, wenigstens nicht für die deutschen und die englischen Küsten.
	        
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