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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Der westindische Orkan im September 1888. 
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Centrum der Cyklone in ca 12 Stunden die Distanz zwischen beiden Orten 
zurückgelegt. 
Im Laufe des 7. liefs der Orkan auf der Halbinsel Yucatan nach, begann 
aber am Morgen desselben Tages mit furchtbarer Gewalt in Tabasco und 
richtete an der mexikanischen Küste bis etwas nördlich von Veracruz, sowie 
im Innern bis Orizaba und in vielen Orten des Staates Oaxaca grofse Ver 
wüstungen an. 
In Veracruz stand das Barometer am 7. um 10 h p. m. auf 750 mm, und 
war die Geschwindigkeit des Windes 24 m pro Sekunde. Gegen Mitternacht 
stand das Barometer auf 749 mm, und betrug die Geschwindigkeit des Windes 
18 m pro Sekunde. Der Wind schwankte zwischen E und S. 
Die durch den Orkan auf Cuba verursachten Verwüstungen sind sehr 
beträchtlich und erstreckten sich von Kap Maisi bis Kap San Antonio; nament 
lich hat die Provinz Santa Clara sehr gelitten. Nicht allein die Gewalt des 
Sturmes, sondern auch die infolge des wolkenbruchartigen Regens ausgetretenen 
Flüsse und die Ueberschwemmungen des Meeres hatten in kurzer Zeit die Küste 
und das ihr zunächst liegende Land in eine Einöde verwandelt. Sehr viele 
Menschen, gegen 800 nach Angabe des „Weather Review“, verloren ihr Leben 
oder wurden schwer verletzt. Der Sturm rifs viele Häuser um und zerstörte 
selbst massive Gebäude. Der Leuchtthurm auf Cayo Frances stürzte ein, und 
von den 1426 Häusern der Stadt Sdgua blieben nicht 20 unbeschädigt. Das 
Meer stieg bei letzterem Orte 8 Fufs über sein Niveau und drang 1 km ins 
Land ein. An der Küste von Caybarien bis Sdgua la Chica blieb nur ein Haus 
stehen. Viele Schiffe sanken oder strandeten; einige wurden hoch auf Land 
gesetzt. Eine grofse Menge Bäume und Palmen wurden umgeweht und fast die 
ganze Maisernte sowie viele Zuokerfelder in der Provinz Santa Clara gänzlich 
vernichtet. In den überschwemmten Gegenden ertrank sehr viel Vieh. 
Auf der Halbinsel Yucatan und im Litoral von Mexico wurden ebenfalls 
viele Häuser umgeweht und selbst dicke hundertjährige Bäume entwurzelt. Die 
Ueberschwemmungen infolge der Wolkenbrüche waren noch beträchtlicher als 
auf Cuba. Der Verlust an Menschenleben war jedoch nicht annähernd so grofs 
wie auf Cuba. 
Kleine Notizen. 1 ) 
1. Ueber das Glätten der See durch Oel sind von den Schiffen 
des Uebungsgeschwaders einige Versuche angestellt worden. So waren im 
Hafen von Fiume bei Seegang von S. M. S. „Deutschland“, vor Anker liegend, 
an jeder Backspier auf ’/3 und 2 / 3 ihrer Länge zwei Säcke mit Maschinenöl 
angebracht; die Säcke waren unten mit Twist gefüllt, welcher ein tropfenweises 
Abfliefsen des Oels bewirkte. Es wurde hierdurch, berichtet der Kommandant 
Kapt. z. See von Reiche, während der ganzen Zeit ein ca 8 m breiter Oel- 
streifen an den Seiten des Achterschiffes hervorgebracht, welcher Brecher bis 
an die Schiffsseite heranzukommen verhinderte und das Klarmachen von Booten 
am Fallreep bedeutend erleichterte. 
Ferner berichtet der Kommandant S. M. S. „Preu/sen“, Kapt. z. See 
Tirpitz: Am 3. Februar d. J. Vormittags passirte das Geschwader Kap Matapan. 
Der Wind, welcher Tags vorher Stärke 6—7, Abends abflauend, aus NE ge 
standen hatte, ging auf ENE auffrischend auf 7—8 bei West-Kurs. Temperatur 
des Wassers 15° C. Stärke des Seeganges bei Nähe des Landes 6. 
i) Die mit (D. S.) bezeicbneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.
	        
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