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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Meteorologische Beobachtungen auf der Rhede und im Hafen von Kamerun. 
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5* 
Regen und Gewitter. 
1888 1889 
Not. Dcz. Jan. Mai Juni Juli Aug. Sept. 
Tage mit Regen 3 2 6 2 17 15 15 14 
Tage ohne Regen..... 27 23 13 — 6 7 7 3 
Wetterleuchten 15 9 9 1 13 8 5 10 
Gewitter mit Regen ....1 2 1 1 7 4 — 1 
Gezeiten. Beobachtungen über Richtung, Stärke und Dauer der Ge 
zeitenströmungen wurden im Hafen von Kamerun gemacht. 
Die Richtung der Gezeitenströme war NO bezw. SW. Stärke und Dauer 
derselben wird beeinflufst durch die Regenmenge. Nach andauerndem starkem 
Regen läuft der Ebbestrom 7 bis 8 Stunden und erreicht eine Geschwindigkeit 
von 2,7 Sm. Der Fluthstrom läuft dann nur 4 bis 5 Stunden, und beträgt 
dessen gröfste Geschwindigkeit 2 Sm. Die geringste beobachtete Geschwindig 
keit des Ebbestromes war 1,5 Sm und die des Fluthstromes 0,75 Sm. 
Der Pegelstand ist in der Regenzeit ca 0,5 m höher als in der trockenen 
Jahreszeit. 
Der westindische Orkan im September 1888. 
Die folgenden Angaben über diesen Orkan sind dem „Monthly Weather 
Review“ und dem „Boletin Mensual del Observatorio Meteorológico-Magnético 
Central de Mexico“ pro 1888 entnommen. Der Orkan richtete auf Cuba, an 
der Nordküste von Yucatan und im östlichen Gebiete von Mexico ungeheure 
Verwüstungen an und ist nicht nur bemerkenswerth wegen seiner furchtbaren 
Gewalt, sondern auch wegen der abnormen Bahn, in welcher sein Centrum sich 
bewegte, nachdem es den 80. Meridian westlicher Länge passirt hatte. 
Die ersten Nachrichten über einen den Antillen sich nähernden Orkan 
wurden durch Kapt. Edwards, Führer des Dampfschiffes „Jamaica“, in St. Thomas 
bekannt. Dieses Schiff hatte am 31. August ungefähr 120 Sm nordöstlich von 
der Insel Sombrero einen schweren Sturm, welcher nach Ansicht des Kapitän 
Edwards Theil einer Cyklone war, deren Centrum sich am genannten Tage 
ca 120 Sm nördlich von den Virgins-Inseln befand und in westlicher Richtung 
fortschritt. Wahrscheinlich war es dieselbe Cyklone, deren südlicher Rand die 
Nordküste von Puerto Rico berührte und dort Verwüstungen anrichtete. Das 
Centrum derselben passirte anscheinend am 1. September den Meridian der 
Westspitze von Puerto Rico und am 2. September in der Nähe der TW&s-Inseln, 
denn au diesem Tage wüthete auf denselben ein furchtbarer Orkan, welcher 
über 250 Häuser zerstörte, wobei 21 Menschen ihren Tod fanden. Um 5 Uhr 
Greenw.-Zeit war daselbst das Barometer auf 735 mm gefallen. Am 3. um 
12 Uhr Mittags Greenw.-Zeit befand sich das Centrum etwas nördlich von 
Great lnagua, woselbst das Barometer auf 739 mm fiel. An demselben Tage 
war in Santiago de Cuba der Wind zuerst westlich und drehte dann über SW 
nach SSW. Von Great lnagua bewegte sieh das Centrum in ungefähr westnord 
westlicher Richtung weiter und erreichte wahrscheinlich am 4. Mittags die 
Küste von Cuba zwischen Sägua und Caybarien. In der Richtung WzN fort 
schreitend, passirte es südlich von Habana, veränderte dann diese Richtung in 
eine westliche und später westsüdwestliche, befand sich am 5. Mittags in der 
Nähe von Kap Antonio, am 6. Mittags bei Progreso und erreichte in der Nacht 
vom 7. zum 8. die Küste von Mexico. 
Im Folgenden geben wir die in den Eingangs erwähnten Veröffent 
lichungen enthaltenen meteorologischen Aufzeichnungen: 
In der Boca de Sägua begann das Barometer am 3. zu fallen. Der 
Horizont war in Wolken gehüllt, und der Wind wehte aus N, begleitet von
	        
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