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Meteorologische Beobachtungen auf der Rhede und im Hafen von Kamerun.
1888 1889
Nov.
Dez.
Jan.
Mai
Juni
Juli
Aug.
Sept.
Tage
30
25
19
2
23
22
22
17
Wassertemperatur, ®C.
Gröfstes Maximum
28,8
29,6
29,6
30,6
30,5
28,2
26,5
26,0
Kleinstes Maximum
26,8
28,3
28,0
30,4
27,3
26,7
24,5
25,0
Mittel
27,8
28,95
28,8
30,5
28,9
27,45
25,5
25,5
Gröfstes Minimum
27,8
28,5
28,6
29,4
29,5
27,3
25,7
25,5
Kleinstes Minimum
25,5
27,1
26,7
29,1
26,0
25,0
23,8
24,0
Mittel
26,65
27,8
27,65
29,25
27,75
26,15
24,75
24,75
Mittel sämmtlicher Maxima. .
28,4
28,84
28,88
30,5
28,82
27,28
25,9
25,94
Mittel sämmtlicher Minima . . .
26,99
27,74
27,9
29,25
27,68
26,18
24,64
24,34
Mittlere tägliche Temperatur . .
27,69
28,29
28,39
29,87
28,25
26,73
25,27
25,14
Gröfster täglicher Unterschied . .
2,0
1,8
2,2
1,3
1,9
2,0
1,3
1,5
Kleinster täglicher Unterschied .
0,5
0,3
0,4
1,2
0,5
0,2
0,3
0,2
Barometer, mm (K. M. 3. Korr.—0,72mm)
Gröfstes Maximum
765,8
766,3
766,4
764,8
769,6
767, 0
767,5
767,4
Kleinstes Maximum
763,6
764,0
763,4
764,4
765,0
764,2
765,2
765,0
Mittel
764,7
765,15
764,9
764,6
767,3
765,6
766,35
766,2
Gröfstes Minimum
764,0
764,5
764,0
762,8
767,2
765,5
765,0
765,2
Kleinstes Minimum
761,2
761,4
760,0
762,6
761,0
761,2
763,0
762,0
Mittel
762,6
762,95
762,0
762,7
764,1
763,35
764,0
763,6
Mittel sämmtlicher Maxima . .
764,49
765,23
764,8
764,6
766,99
765,02
766,34
765,71
Mittel sämmtlicher Minima. . .
762,55
763,49
762,47
762,7
764,57
763,88
764,18
763,13
Gröfster täglicher Unterschied . .
3,7
2,9
4,6
2,0
4,6
3,8
3,2
3,3
Kleinster täglicher Unterschied .
0,4
0,6
0,8
1,8
0,7
1,2
1,1
1,0
Die täglichen Schwankungen des Barometers ergaben zwei Maxima und
zwei Minima mit unregelmäfsigen Zeitintervallen. Das Barometer, meistens mit
einem Minimum um 4 h a. m. beginnend, stieg bis 8 h a. m. resp. 12 h Mittags und
erreichte in diesem Zeitabschnitt sein erstes Maximum. Hierauf begann es zu
fallen, und um 4 h p. m. trat mit grofser Regelmäfsigkeit das zweite, kleinste
Minimum ein. Nach dieser Zeit fiel es wieder, und um Mitternacht, seltener
schon um 8 k p. m., erfolgte das zweite Maximum.
Wind. Der Wind trat in den Monaten November, Dezember und Januar
als Land- und Seewind auf. Ersterer wehte von 6 h bis 8 h a. m. aus ENE bis
NE, seltener aus südöstlicher Richtung, in der Stärke 1—2. Der Seewind begann
ziemlich regelmäfsig zwischen Mittag und 2 h p. m., aus WSW bis SSW wehend.
Seine Dauer schwankte zwischen 4 und 8 Stunden, und seine Stärke betrug 1—4.
Im Juni wurden von 4 h bis 8 h a. m. leichte Landwinde aus S bis SE resp. N
bis NE von der Stärke 1—2 beobachtet, dann trat bis gegen Mittag Stille ein,
und auf diese folgte zwischen Mittag und 2 h p. m. die Seebriese. Aehelich
waren die Windverhältnisse im Juli. Der August zeichnete sich durch stärkere
Seebriese aus, die häufig schon um 10 11 a. m. einsetzte und zwischen 3 h und
4 h p. m. ihre gröfste Stärke mit 4—5 erreichte. Gegen Mitternacht trat Stille
ein, die bis 6 h a. m. anhielt, worauf leichte Winde aus allen Richtungen auf
traten, welche meistentheils von kurzer Dauer waren und die Stärke 1 nicht
überschritten. Im September wehte des Morgens nördlicher bis nordöstlicher,
bisweilen auch südöstlicher leichter Wind. Nachmittags stellte sich die ge
wöhnliche Seebriese aus WSW ein, welche aber die Stärke 2 nicht überschritt.
Tornados. Tornadoähnliche Erscheinungen wurden beobachtet am
22. Januar, 5. Juni und am 2. September 1889 im Hafen von Kamerun. In
allen drei Fällen zeigte sich auf dunkel bezogenem Himmel die charakteristische
hellgraue segmentartige Wolke, von NE nach SW ziehend. Der Wind kam
nach kurzer Stille plötzlich aus N und drehte dann über NE nach S. Nur am
5. Juni erreichte derselbe die Stärke 7; in den beiden anderen Fällen war
dessen Stärke nicht gröfser als 3. Von Regen begleitet waren die Tornados
am 22. Januar und 5. Juni, und während des letzteren regnete es besonders
heftig. Eine auffällige Abnahme der Temperatur wurde nur am 5. Juni bemerkt;
das Thermometer fiel von 29,2° auf 24,8°. Die Temperatur des Regens betrug
22,4° gegen 30° des Wassers. Die Dauer der Tornados überstieg die Zeit
von 20 Minuten nicht. Jedesmal war der Tornado von Gewitter-Erscheinungen
begleitet. Am 22. Januar und am 5. Juni folgte dem Tornado ein längere Zeit
anhaltender Regen.