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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

278 
Meteorologische Beobachtungen auf der Rhede und im Hafen von Kamerun. 
1888 1889 
Nov. 
Dez. 
Jan. 
Mai 
Juni 
Juli 
Aug. 
Sept. 
Tage 
30 
25 
19 
2 
23 
22 
22 
17 
Wassertemperatur, ®C. 
Gröfstes Maximum 
28,8 
29,6 
29,6 
30,6 
30,5 
28,2 
26,5 
26,0 
Kleinstes Maximum 
26,8 
28,3 
28,0 
30,4 
27,3 
26,7 
24,5 
25,0 
Mittel 
27,8 
28,95 
28,8 
30,5 
28,9 
27,45 
25,5 
25,5 
Gröfstes Minimum 
27,8 
28,5 
28,6 
29,4 
29,5 
27,3 
25,7 
25,5 
Kleinstes Minimum 
25,5 
27,1 
26,7 
29,1 
26,0 
25,0 
23,8 
24,0 
Mittel 
26,65 
27,8 
27,65 
29,25 
27,75 
26,15 
24,75 
24,75 
Mittel sämmtlicher Maxima. . 
28,4 
28,84 
28,88 
30,5 
28,82 
27,28 
25,9 
25,94 
Mittel sämmtlicher Minima . . . 
26,99 
27,74 
27,9 
29,25 
27,68 
26,18 
24,64 
24,34 
Mittlere tägliche Temperatur . . 
27,69 
28,29 
28,39 
29,87 
28,25 
26,73 
25,27 
25,14 
Gröfster täglicher Unterschied . . 
2,0 
1,8 
2,2 
1,3 
1,9 
2,0 
1,3 
1,5 
Kleinster täglicher Unterschied . 
0,5 
0,3 
0,4 
1,2 
0,5 
0,2 
0,3 
0,2 
Barometer, mm (K. M. 3. Korr.—0,72mm) 
Gröfstes Maximum 
765,8 
766,3 
766,4 
764,8 
769,6 
767, 0 
767,5 
767,4 
Kleinstes Maximum 
763,6 
764,0 
763,4 
764,4 
765,0 
764,2 
765,2 
765,0 
Mittel 
764,7 
765,15 
764,9 
764,6 
767,3 
765,6 
766,35 
766,2 
Gröfstes Minimum 
764,0 
764,5 
764,0 
762,8 
767,2 
765,5 
765,0 
765,2 
Kleinstes Minimum 
761,2 
761,4 
760,0 
762,6 
761,0 
761,2 
763,0 
762,0 
Mittel 
762,6 
762,95 
762,0 
762,7 
764,1 
763,35 
764,0 
763,6 
Mittel sämmtlicher Maxima . . 
764,49 
765,23 
764,8 
764,6 
766,99 
765,02 
766,34 
765,71 
Mittel sämmtlicher Minima. . . 
762,55 
763,49 
762,47 
762,7 
764,57 
763,88 
764,18 
763,13 
Gröfster täglicher Unterschied . . 
3,7 
2,9 
4,6 
2,0 
4,6 
3,8 
3,2 
3,3 
Kleinster täglicher Unterschied . 
0,4 
0,6 
0,8 
1,8 
0,7 
1,2 
1,1 
1,0 
Die täglichen Schwankungen des Barometers ergaben zwei Maxima und 
zwei Minima mit unregelmäfsigen Zeitintervallen. Das Barometer, meistens mit 
einem Minimum um 4 h a. m. beginnend, stieg bis 8 h a. m. resp. 12 h Mittags und 
erreichte in diesem Zeitabschnitt sein erstes Maximum. Hierauf begann es zu 
fallen, und um 4 h p. m. trat mit grofser Regelmäfsigkeit das zweite, kleinste 
Minimum ein. Nach dieser Zeit fiel es wieder, und um Mitternacht, seltener 
schon um 8 k p. m., erfolgte das zweite Maximum. 
Wind. Der Wind trat in den Monaten November, Dezember und Januar 
als Land- und Seewind auf. Ersterer wehte von 6 h bis 8 h a. m. aus ENE bis 
NE, seltener aus südöstlicher Richtung, in der Stärke 1—2. Der Seewind begann 
ziemlich regelmäfsig zwischen Mittag und 2 h p. m., aus WSW bis SSW wehend. 
Seine Dauer schwankte zwischen 4 und 8 Stunden, und seine Stärke betrug 1—4. 
Im Juni wurden von 4 h bis 8 h a. m. leichte Landwinde aus S bis SE resp. N 
bis NE von der Stärke 1—2 beobachtet, dann trat bis gegen Mittag Stille ein, 
und auf diese folgte zwischen Mittag und 2 h p. m. die Seebriese. Aehelich 
waren die Windverhältnisse im Juli. Der August zeichnete sich durch stärkere 
Seebriese aus, die häufig schon um 10 11 a. m. einsetzte und zwischen 3 h und 
4 h p. m. ihre gröfste Stärke mit 4—5 erreichte. Gegen Mitternacht trat Stille 
ein, die bis 6 h a. m. anhielt, worauf leichte Winde aus allen Richtungen auf 
traten, welche meistentheils von kurzer Dauer waren und die Stärke 1 nicht 
überschritten. Im September wehte des Morgens nördlicher bis nordöstlicher, 
bisweilen auch südöstlicher leichter Wind. Nachmittags stellte sich die ge 
wöhnliche Seebriese aus WSW ein, welche aber die Stärke 2 nicht überschritt. 
Tornados. Tornadoähnliche Erscheinungen wurden beobachtet am 
22. Januar, 5. Juni und am 2. September 1889 im Hafen von Kamerun. In 
allen drei Fällen zeigte sich auf dunkel bezogenem Himmel die charakteristische 
hellgraue segmentartige Wolke, von NE nach SW ziehend. Der Wind kam 
nach kurzer Stille plötzlich aus N und drehte dann über NE nach S. Nur am 
5. Juni erreichte derselbe die Stärke 7; in den beiden anderen Fällen war 
dessen Stärke nicht gröfser als 3. Von Regen begleitet waren die Tornados 
am 22. Januar und 5. Juni, und während des letzteren regnete es besonders 
heftig. Eine auffällige Abnahme der Temperatur wurde nur am 5. Juni bemerkt; 
das Thermometer fiel von 29,2° auf 24,8°. Die Temperatur des Regens betrug 
22,4° gegen 30° des Wassers. Die Dauer der Tornados überstieg die Zeit 
von 20 Minuten nicht. Jedesmal war der Tornado von Gewitter-Erscheinungen 
begleitet. Am 22. Januar und am 5. Juni folgte dem Tornado ein längere Zeit 
anhaltender Regen.
	        
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