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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Aus dem Reiseberichte des Kapt. E. Bruhn vom Schiffe „J. Steffen“. 
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Am 22. August verliefsen wir früh morgens mit der Landbriese unseren 
Ankerplatz und erreichten noch an demselben Tage Guelagiehi bei mäfsigem 
SW-Winde und ankerten daselbst auf einer Wassertiefe von 16 m (8‘/2 Fad.), 
etwa 5 Kabllg. vom Strande entfernt. Hier, ungefähr 15 Sm westlich von 
Salina Cruz, fanden wir weder Hütten noch Menschen, sondern nur einen 
grofsen Stapel Rothholz vor. Ich sandte daher, um die Vorkehrungen für das 
Beladen des Schiffes möglichst zu beschleunigen, einen Boten nach Salina Cruz 
mit einem Brief an unseren Verlader. Das Wetter war meistens regnerisch, 
die vorherrschende Windstille wurde nur gelegentlich von Böen von der Stärke 
5—6 und halbstündiger Dauer unterbrochen, aber das Meer blieb beständig 
unruhig. Am 26. August, als das Wetter schön und beständig geworden war 
und die See sich beruhigt hatte, kam von Salina Cruz die Lansche mit den 
Arbeitern bei uns an. Die Verschiffung des etwa 80 Tonnen messenden Farb- 
holzes nahm 7 Tage in Anspruch. 
Der gut haltende Ankergrund besteht aus weifsem Sand. Die Bucht 
gewährt ziemlichen Schutz gegen die westliche See, und es ist deshalb mit dem 
Schiflfsboot gut zu landen. Der Luftdruck schwankte während unserer Anwesen 
heit zwischen 753 und 756 mm, die Temperatur der Luft zwischen 28° und 31° C. 
Mit vorherrschend südwestlichen Winden war das Wetter meistens regnerisch 
und der Himmel stark bewölkt. Bei klarem Wetter bestand die Bewölkung 
gröfstentheils aus Ci-cu. 
Am 4. September, nachdem wir hier unsere Ladung übergenommen hatten, 
segelten wir nach Salina Cruz, um dort aufzufüllen. Nach Verlauf von einigen 
Stunden wurde dieser Hafen erreicht und daselbst auf einer Wassertiefe von 
17,4 m (9V 3 Fad.), etwa 4 Kabllg. von der Brandung entfernt, geankert. Am 
16. September nahmen wir den letzten Rest unserer Ladung über und, nachdem 
wir Alles seeklar gemacht hatten, traten wir am 18. d. M. unsere Reise nach 
Europa an. 
Beschreibung der Kermadec-Inseln. 
(,Hydrographie Notice“ 1. London 1890.) 
Die von dem französischen Admiral D’Entrecasteaux mit Kermadec l ) 
bezeichnete Inselgruppe besteht aus vier Inseln, welche sich in der Richtung 
NNO—SSW ca 140 Sm weit erstrecken und ca 500 Sm in ONO von dem Nord- 
Kap von Neu Seeland liegen. 
Die beiden mittleren Inseln wurden im Jahre 1788 von dem Lieutenant 
Watts mit dem britischen Schiff „Penrhyn“ entdeckt, und im Jahre 1793 ent 
deckte der französische Admiral D’Entrecasteaux erst die südliche Insel, 
welche er UEsperance benannte. Von dieser Insel aus steuerte er nördlich 
und passirte zwei Inseln, welche bereits auf der an Bord befindlichen britischen 
Karte mit Curtis- und Macauley-lnsel angegeben waren. Die nördliche Insel 
der Gruppe wurde am nächsten Tage entdeckt und nach dem Offizier, welcher 
sie zuerst gesehen hatte, iüaowMnsel benannt. Es ist die gröfste und bedeu 
tendste Insel der Gruppe und liegt in 29° 15' S-Br und 177° 55' W-Lg. 
Die ganze Gruppe wurde nach einem an Bord des zweiten französischen 
Schiffes „L’Esperance“ befindlichen Offizier A'emadsc-Gruppe benannt. Nach 
dem die Insel Raoul umsteuert war, wurde, ohne zu landen, die Reise fort 
gesetzt. Erst im Jahre 1854 wurde diese Insel von dem Kommandanten des 
britischen Schiffes „Herald“, Kapt. Denham, vermessen. 
*) „Pacific Islands“, Vol. II, 1885, Seite 4. 
Ann. d. Hydr. etc., 1890, Heft VII. 
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