258 Bemerkungen über verschiedene Hiifen und Buchten innerhalb der Samoa-Inseln.
Bemerkungen über verschiedene Häfen und Buchten innerhalb der
Samoa-Inseln.
(Nach dem Berichte S. M. S. „Sophie“, Kommandant ICorv.-Kapt. Herbing.)
Hafen von Pago Pago auf der Insel Tutuila. Die beste Ansteuerung
zu diesem Hafen giebt die Deckpeilung „Spitze Breaker und Gipfel Petra in
NzOYtO“. Whale Rock ist leicht zu vermeiden, augenblicklich liegt 150mO 5 /sS
davon eine von dem Kommandanten des V. St. S. „Adams“ ausgelegte, gut
sichtbare schwarze Spierentoune mit weifsei' Plagge, auf welcher die Worte
„Whale Rk.“ geschrieben sind, aus (vgl. No. 2500 d. „Nachr. f. Seef.“ 1889).
Leone-Bucht auf der Insel Tutuila. Zur Einsegelung ist es zu empfehlen,
auf die Kirche von Vailoa, eine schöne grofse weifse Steinkirche mit spitzem
Thurm, mit N 53° 0 zu steuern; hierbei bleibt der auf dem Kirchendache sitzende
Reiter etwas weniger wie halb von dem Kirchthurme verdeckt, rechts hinter
diesem hervorsehend. Es wurde in folgenden Peilungen auf 44 m Wasser,
braunem Sandgrund mit Muschelbruch, geankert: Vailoa-Kirche in К0 3 Д0 und
Rock Point in SO.
Die auf dem Plan der Br. Adm.-Karte 1730 (Tit. XII: 162) angegebenen
Wassertiefen ergaben sich bis zum Ankerplätze durchweg um ca 10 m zu niedrig.
Es stand etwas Dünung aus OSO, doch lag das Schiff verhältnifsmäfsig gut;
die Landung in der Gig bei Hochwasser war sehr bequem, am Strande selbst
war gar keine Brandung.
Hübner-Bucht auf der Insel Tutuila. Beim Ansteuern sucht man ver
geblich die auf der Br. Adm.-Karte 1730 (XII: 162) angegebene Kirche; die
selbe ist nicht mehr vorhanden, und mufs die Orientirung nach den Landspitzen
erfolgen. S. M. S. „Sophie“ hatte in folgenden Peilungen auf 80 m Wasser,
grobem gelbem Kiesgrund, geankert: Westkante von Knob in SW S /4S, Westkap
in SW 3 ,4W und Landspitze südlich von Poloa in SOzOVsO.
Dieser S. M. S. „Sophie“ empfohlene Ankerplatz ist nach Ansicht des
Kommandanten kein günstiger, da er über 16 Strich hin offen ist und hier
sehr schnell See und Dünung aufkommen können. Schiffen, die nur langsam
Anker lichten können, kann dieser Platz höchstens in der Zeit des gleichmäfsigen
Südost-Passats anempfohlen werden. Während die „Sophie“ dort zu Anker
lag, wurde ein SSW setzender Strom von 2 Sm beobachtet.
Strömung. Zwischen den Inseln Upoht und Tutuila wurde von 8 h p.m.
am 1. bis 5 h 15“ a. m. am 2. Dezember 1889 ein S41°0 setzender Strom von
1,3 Sm die Stunde, am 2. Dezember von ö b 15 m a. m. bis 9 h 15 m a. m. am Ost
ende von Upolu ein S 21° 0 setzender Strom von 1,25 Sm die Stunde und von
9 h 15“ a. m. bis ll h a. m. an der Nordküste von Upolu ein S 71° W laufender
Strom von 1,3 Sm die Stunde beobachtet. — Es war ausgesprochener Fluth
und Ebbstrom, der Wind war ganz leicht westlich,
Fangaloa - Bucht auf der Insel Upolu. Die auf der amerikanischen
Karte der Fangaloa-Bucht vom Jahre 1888 gegebene Einfahrts-Vertonung giebt
ein sehr gutes Bild dieses Hafens. Die auf der Br. Adm.-Karte 1730 (XII: 162)
verzeichneten, im Jahre 1877 gesehenen „Breakers“ wurden trotz scharfen Aus
gucks beim Passiren auf ca 1 Sm Abstand nicht wahrgenommen.
Hafen von Saluafata auf der Insel Upolu. Die in diesem Hafen
errichtete Bake auf der Ariadne-Huk stand noch, doch fehlte die ganze nord
westliche Seite der unteren Pyramide.
Die sogenannte Caswio-Insel war schon zwei Stunden vor Hochwasser
vollständig überspült; anscheinend ändert diese, wie die andere, neben derselben
liegende kleine Insel, Gröfse und Lage mit der Zeit.