accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

250 
Studien über den Kiuflufs des Mondes auf die Witterung. 
In der Tabelle des synodischen Monats tritt obige Regelmäfsigkeit noch 
deutlicher hervor, es zeigt sich aber noch im Sommer ein Minimum im zweiten 
Quadranten. Die Reihen des periodischen Monats sind nicht unabhängig von 
denen des synodischen, ob der synodische oder der periodische Monat in 
Wirklichkeit das Wetter mehr beeinflussen würde, ist freilich noch unentschieden. 
Die Tabelle des anomalistischen Monats zeigt auch einen Gegensatz zwischen 
Winter- und Sommerwitterung, insofern im Herbst bis Winter die Depressionen 
bei Annäherung des Mondes an die Erde vorherrschen (siehe auch Tabelle VII), 
im Frühling und Sommer dagegen bei Entfernung des Mondes. Selbst in der 
Tabelle des drakonischen Monats findet nun eine Gruppirung der Depressionen 
statt, insofern in den Herbst-Wintermonaten dieselben um den absteigenden 
Knoten und die südlichste Breite häufiger sind, im Sommer nach dem auf- 
steigenden Knoten und der nördlichsten Breite. Man sollte glauben, dafs eine 
geringe Mondbewegung wie die des drakonischen Monats auch nur einen geringen 
Einflufs auf die Witterung haben könnte und vielleicht höchstens auf den 
periodischen Monat modificirend einwirken würde. Jedoch sind die Amplituden 
der Reihen für die drakonische Mondbewegung nicht viel geringer als die der 
anderen Mondperioden, namentlich in den ersten Monaten des Jahres. Es ist 
wahrscheinlich, dafs die einzelnen Mondperioden jede für sich wirken, vielleicht 
gewisse sich um die Erde fortpflanzende Wellenbewegungen erzeugen. 
Sind nun die Amplituden der berechneten Reihen überhaupt gering? Im 
Winter erreichen dieselben eine Gröfse von 3 bis 4 mm. Dies bezieht sich auf 
die Abweichung vom mittleren Barometerstand auf dem ganzen Beobachtugs 
gebiet. Da aber die wirklichen barometrischen Depressionen selten eine so 
grofse Ausdehnung haben, sind dieselben von gröfserer mittlerer Tiefe. Ferner 
ist es nicht wahrscheinlich, dafs sich der Einflufs des Mondes immer in gleicher 
Stärke geltend macht, so dafs die bewirkten barometrischen Depressionen bald 
sehr gering, bald um so gröfser sein können, und endlich ist zu berücksichtigen, 
dafs sofort mit der Vertheiluug der Luftmassen auch das Bestreben des Aus 
gleichs der Druckunterschiede auftritt, so dafs man in den Depressionen der 
Reihen mehr ein Zeichen für die Thätigkeit des Mondes als für die endliche 
Wirkung hat. Aus diesen Gründen halte ich dafür, dafs aus der relativen 
Kleinheit der Abweichungen der Reihenwerthe vom Mittel nicht auf die Kleinheit 
des Mondeinflusses geschlossen werden kann. 
Um einen Beweis dafür zu finden, dafs die in den berechneten Tabellen 
sich findenden Regelmäfsigkeiten nicht etwa günstigen Zufälligkeiten ihre 
Existenz verdanken, habe ich nun ferner die 18 Jahre zu 9 geraden und 
9 ungeraden kombinirt und die Reihen für den synodischen und anomalistischen 
Monat in derselben Weise wie oben berechnet; die sich entsprechenden Reihen 
sind paarweise zusammengestellt.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.