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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Ann. d. Hydr. etc., XVIII. Jalirg. (1890), Heft VII. 
245 
Studien über den Einflufs des Mondes auf die Witterung. 
Von Di-. G. Meyer in Aachen. 
(Mittheilung von der Deutschen Seeicarte.') 
Von den Meinungen über den Einflufs des Mondes auf das Wetter seiden 
mir die besonders einer Prüfung zugänglich zu sein, dafs im Winter der Voll 
mond das Frostwetter ändere, da ich diese Meinung häufig durch eigene 
Beobachtung bestätigt fand, und die Vergleichung des Luftdrucks bei den ver 
schiedenen Mondstellungen konnte hierüber am sichersten Aufschlufs geben. 
Obgleich derartige Untersuchungen nun seit langer Zeit gemacht waren und ein 
vorwiegend negatives Resultat ergeben hatten, so glaubte ich doch mit Hülfe 
des Materials der neueren synoptischen Wetterbeobachtungen vielleicht zu einem 
günstigeren Ergebnifs zu gelangen, da es hiermit möglich schien, die lokalen 
Witterungseinflüsse zu eliminiren, indem man nicht den Barometerstand des 
einzelnen Ortes, sondern den durchschnittlichen Barometerstand eines gröfseren 
Gebietes in Berechnung zog. Indem ich also die fortlaufende Kurve der täg 
lichen Barometerbewegung im Mittel aus mehreren Beobachtungsstationen kon- 
struirte, schien mir zunächst ein Einflufs des anomalistischen Monats hervorzu 
treten, da sich aber derselbe in verschiedenen Jahren abweichend zeigte, nahm 
ich an, dafs die verschiedenen Mondperioden, der anomalistisclie, periodische, 
synodische und drakonische Monat, ihre besondere Wirkung hätten, und um 
jede für sich darzustellen, brachte ich 18 Jahre in Rechnung, in welchem Zeit 
raum die Mondpunkte in die verschiedensten Stellungen zu einander kommen 
und wieder ungefähr in die Anfangsstellung zurückkehren. Endlich schien mir, 
dafs die Mondwirkung sieh je nach den Jahreszeiten ändere, so dafs der durch 
schnittliche Barometergang für die Mondperioden, für die vier Jahrszeiten, dann 
aber für jeden Monat berechnet wurde, indem ich das Jahr für den anomalisti 
schen, periodischen und drakonischen Monat in 13 27- bis 28-tägige Monate, 
für den synodischen in 12 29- bis 30-tägige theilte. (Dabei blieben im Sommer 
einige Tage unberechnet; eine Theilung des Jahres in 13 28-tägige resp. 
12 30-tägige Monate wäre ebenso zweckmäfsig gewesen, da aber die gefundenen 
Zahlen überhaupt noch nicht ganz genau sind wegen des mir vorliegenden lücken 
haften Beobachtungsmaterials der Jahre vor 1876, habe ich einstweilen von 
einer Umrechnung abgesehen.) Die in Folgendem wiedergegebenen Zahlenreihen 
sind also berechnet aus dem durchschnittlichen Barometerstand einer Anzahl 
von Stationen, in späteren Jahren namentlich von Christiansund—Brest—Ham 
burg— München—Memel, aus 18 Jahren, und zwar 1869 bis 1886 (Tabelle V 
1870 bis 1887 infolge einer Neuberechnung), und wurde schliefslieh statt des 
Werthes eines Tages der mittlere Werth dreier benachbarter Tage eingesetzt. 
Die Reihen I, II, III... eines Jahres, z. B. für den anomalistischen Monat, 
beziehen sich auf die Zeit vom 1. bis 28. Januar, 29. Januar bis 24. Februar, 
25. Februar bis 24. März u. s. w.
	        
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