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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Frühling 1886. 
dagegen von dem ihrigen — wie so oft der Fall — überwuchert und ausgefüllt 
wurde, als dieses Theilminimum von Italien zum Schwarzen Meere sich bewegte. 
Das Maximum, welches sich am Schlufs des Februar auf der Skandinavischen 
Halbinsel befand, wich nun wieder nach Ostrufsland zurück, von wo es ge 
kommen war. 
Zwischen demselben und der von West nachrückenden intensiven Depression 
fanden am 2. und 3. in Deutschland stürmische südliche Winde Ausbildung, 
welche den starken Frost, mit dem das Vierteljahr in unserem Vaterlande be 
gann, rasch milderten bezw. im Südwesten aufhoben. An der deutschen Küste 
indessen, wo die Temperatur am Morgen des 2. zwischen Hamburg und Danzig 
13° bis 16° C unter ihrem Normalvverth war, blieb sie auch nach dieser Er 
wärmung unter demselben, ja sie sank in Swinemünde zum 8. März sogar 
wiederum bis 14° unter normal hinab und erreichte ihren Normalstand erst am 
26. März. Auch in der Südhälfte Deutschlands war die Erwärmung am 3. von 
keinem Bestand und folgten darauf wieder zu kalte Tage bis zum 21. März. 
Die Ausbildung eines mäfsigen Hochdruck-Gebietes über England leiteto 
den zweiten Zeitabschnitt ein, der vom 8. bis 15. März reichte und 
während dessen dieses Maximum sich allmählich nach dem Bottnischen Meer 
busen verlegte. Das Maximum der Rossbreiten war ebenso schwach entwickelt, 
wie im vorhergehenden Zeitabschnitte; ein neues Hochdruck-Gebiet kam ziemlich 
schnell aus dem Innern von Amerika herangezogen. Zwischen diesen drei 
Anticyklonen beschrieben die Cyklonen gebogene Bahnen, deren Krümmungs 
centrum etwa in Labrador lag. Wie gewöhnlich, war die Bewegung der Cyklonen 
eine gleitende längs dem Rande der Anticyklonen unter Beibehaltung der 
letzteren zur rechten Hand. Am hervorragendsten unter diesen Wirbeln cyklo- 
nischer Natur waren jene beiden, welche am 9. und 15. die Südspitze Grönlands 
erreichten. Als ein nicht häufiges Vorkommnifs ist die anscheinende Ver 
schmelzung und Theilung von Wirbelcentren zu bezeichnen, welche unsere 
Karten am 12. beim Ontario-See und am 14. südlich von Neuschottland zeigt. 
Der gewöhnlichere Fall ist, dafs sich Theilminima am Rande der Depression 
bilden und an diesem wieder verschwinden, unter ungefähr tangentialer Be 
wegung relativ zum Hauptminimum. Es würde ein sehr grofses Material von 
fast kontinuirlichen Beobachtungen erforderlich sein, um ganz unzweideutig zu 
entscheiden, ob die je zwei Wirbelcentren am 12. und 14. wirklich genau die 
in der Karte angegebenen Bahnen verfolgt haben, oder das eine vom andern stets 
entfernt blieb und als Randbildung entstand resp. verging; aber die (in der 
Karte durch Punkte angedeuteten) Zwischenpositionen zwischen den Morgen 
beobachtungen deuten das Erstere wenigstens an. Einige Auszüge aus den 
Schiffsjournalen mögen zur Ausfüllung dieser Lücken behülflich sein. 
Am 8. März. D. 4 (57° W, 40° N). Um 5 h 40 p m eine grofse Wasserhose. — S. 44 
(40° W, 40° N). Um 12 a Wind WSW 11). — D. 2 (32° W, 48° N). Um 11a niedrigster Luftdr., 
723,3, Wind umlaufend von E nach NE, NW und W. 
Am 9. März. S. 58 (38,5° N, 59° W). Wind um 8 a NW 4; um 12 a El; um 4 p SE 5; 
um 6 p ESE 6; um 8 p WSW 10, um 12 p WzS 9. Um 4t/a p starkes Gewitter; um 8 p Blitzen überall, 
der ganze Himmel ein Flammenmeer. Luftdr. um 8p = 752,6mm. 
Am 10. März. D. 4 (44° N, 46° W). Um 8 p Wind NNE 8 und Luftdr. = 749,6, 
Blitzen. — S. 44 (38° N, 41° W). Wind um Oa S 9; um 2 a NNW 7; um 6a N5; um 10 a 
ENE 2; nm 2 p S 3; um 4 p SW 4. 
Am 11. März. S. 40 (25° N, 62° W). Um lU/ä a sprang der Wind während einer Gewitter 
böe um nach NW 7. — S. 42 (40° N, 46,5° W). Während der Nacht zum 12. März war das St. Elms 
feuer sichtbar. Um 12 p niedrigster Luftdr. = 742 mm. Wind um 4 a Stille; um 8 a ENE 5; um 10 a 
5 6; um 12 p SSW 5. 
Am 12. März. S. 42 (40° N, 48° W). Um 4 a niedrigster Luftdr. = 740,4mm. Wind um 
6 a SW 3; um 8 a NNW 6; um 12 a N 10; um 3 p NNE 10. — S. 44 (39° N, 45° W). Wind um 
12 a SW 5; um 2p SW4; um 4p NNW 2; um 6p NNE4; um 8p NNE11 und um 12pNNE9. 
Am 13. März. S. 13 (39° N, 68° W). Wind um 2 p SE 5, um 4 p SW 6, um 12 p 
W 8. Um 8 p niedrigster Luftdr. = 740,3 mm. — S. 23 (37° N, 70° W). Um 4 p niedrigster 
Luftdr. = 742,1mm. Wind SW 9. — S. 29 um 12 a in 39° N, 74° W. Luftdr. = 743,4 mm. 
Wind W3. — S. 42 (39° N, 50° W). Um 10 a Windstille; um 12 a SSW 3; um 12 p SSW 9. 
Luftdr. zur letzteren Zeit = 758,0 mm. 
Am 14. März. S. 44 (38° N, 49° W). Um 8 p niedrigster Luftdr. = 749,5 mm. Um 8 p 
sprang der Wind von SSW 11—12 um nach NW 10. — S. 64 (39,5° N, 31° W). Wilde unregelmäfsige 
See. Um 9 a plötzlich Windstille. Um 8 p, bei SSE-Wind 5, zogen die Wolken von SW nach NO. — 
S. 22 (41° N, 32° W). Um 8 p Bar. 21/2 mm höher als um 8 a, bei E 3. — S. 15 (42° N, 31° W). 
Um 8 p Bar. dasselbe; Wind ESE 3. — D. 14 in 51° W, 44° N; um 8 p Bar. 735,5 WSW 8, tags
	        
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