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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Segelanweisung für die Nordost-Küste von Kaiser Wilhelms-Land. 
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Long-Insel (Vertonung), eine ebene und flach hügelige Insel, besitzt 
an jedem Ende Berge von konischer Form mit doppelt kuppiger Spitze, ver 
mutlich zerstörte Kraterrändor. Nach der britischen Admiralitätskarte hat die 
Insel drei solche Berge. Eigentümlicherweise sind bei öfterem Passiren, aller 
dings auf weitere Entfernungen, immer nur zwei Berge sichtbar geworden, von 
denen der nördliche und westliche sich gleichzeitig sehr ähnlich sehen, wie es 
die aus ganz verschiedenen Richtungen genommenen Vertonungen darthun. Es 
ist daher nicht undenkbar, dafs die Insel nur zwei höhere Berge besitzt. 
Rieh-In sei (Vertonung) ist ein gesunkener Krater mit hohem zackigen 
Rand an der Nordseite, der sich nach Süd in gebrochener Linie senkt. Da 
anscheinend an der Südostseite eine Bucht existirt, welche ein Theil des Krater 
kessels sein mochte, wurde nach Untersuchung der Südküste von Dampier-l\\se>\ 
beabsichtigt, um die Nord- und Ostseite von Äfc/i-Insel behufs Untersuchung 
herum zu fahren. Es wurden dabei zahlreiche Korallenriffe hier entdeckt, 
welche die Weiterfahrt hinderten, da es anfing, dunkel zu werden. Vermuthlich 
existirt dort ein Hafen, der der Untersuchung werth ist. Soweit die Insel 
umschifft wurde, ist ihre Küstenform bestimmt worden, die von der Admiralitäts 
karte abweicht. Desgleichen ist ihre Position zur Dampier-Insel und der Küste 
von Kaiser Wilhelms-hmü. verbessert worden. Die Insel ist bewohnt. 
Dampier-Insel (Vertonung). Der wahrscheinlich noch aktive, sehr 
hohe Krater der Insel liegt von Süd gesehen nicht in ihrer Mitte, sondern 
mehr östlich; West- und Ostabfall sind nicht symmetrisch gestaltet, vielmehr 
steigt die Küste auf der Ostseite in stärkerer Böschung, um auf halber Höhe 
eine grofse Ebene zu bilden, aus welcher die Kraterspitze steil aufsteigt. Auf 
der Westseite hingegen beschreibt der Abfall eine sanfte Kurve, namentlich im 
unteren Theile mit sehr geringer Böschung. Die auf der Westseite gebildete 
Hochebene mag besonderen kulturellen Werth haben. Nach Süden laufen in 
den unteren Regionen einige Rücken, welche kleine Berge und Hügel, theilweise 
bis dicht an die Küste, vorschieben und den Eindruck gehobener Kalkbildungen 
machen, wie auch die Küste hier dieser Formation anzugehören scheint. Es 
wurden dort mehrere Korallenriffe gefunden, die in der Karte niedergelegt sind. 
Auch an der Südostseite scheinen Riffe zu liegen. Diese Insel ist meist dicht 
bewaldet und bewohnt. 
Vulkan-Insel (Vertonung) ist ein durch seine grofse Höhe und symme 
trische Form imponirender aktiver Vulkan, meist bewaldet uud scheinbar 
bewohnt. Die höheren Theile von Dampier- und Fw/cara-Insel sind meist in 
Wolken gehüllt, zuweilen aber auf Entfernungen von über 50 Sm sichtbar. 
Segelanweisung für den Hafen von Memel. 
Die Königliche Regierung zu Königsberg hat folgende neue Anweisung 
für das Einlaufen von Schiffen in den Hafen von Memel erlassen: 
1. Der Hafen von Memel hat in seiner Einfahrt (Seegat) nach dem 
Durchschnitt der letzten 5 Jahre bei mittlerem Wasserstande, der 0,46 m am 
Pegel im Lootsenhafen beträgt, in der Fahrrinne eine Wassertiefe von nicht 
unter 6 m. 
2. Beim Anlaufen von westwärts ist Memel kenntlich an dem hohen 
schlanken Thurm der St. Johannes-Kirche, zwei anderen spitzen Kirchthürmen 
und dem schachbrettartig roth und weifs gestrichenen, 24,0 m hohen Leucht- 
thurme, der des Nachts ein festes Feuer 29,5 m über der Meeresfläche zeigt, 
welches 15 bis 16 Sm zu sehen ist, sowie an den drei Richtungsbaken. 
3. Aufserdem befindet sich auf dem äufsersten Ende der Nordmole noch 
ein kleiner weifser 8,5 m hoher Leuchtthurm, der Nachts ein rothes Licht zeigt, 
welches 7,5 Sm weit zu sehen ist. 
4. Der Leuchtthurm befindet sich an der NO-Seite der Einfahrt, dem 
Seestrande nahe, und der hoho Thurm der St. Johannes-Kirche liegt von jenem 
in SO, 1,8 Sm entfernt.
	        
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