230 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Dezember 1884.
gesegelt hatte, endete die günstige Gelegenheit. Leichte Mallung und Wind-
stille, die des Nachts von häufigen Gewitterböen unterbrochen wurden, traten
an die Stelle jenes günstigen NW-Windes. Infolge der dadurch verursachten
Verzögerung erreichte „Romeo“ erst am 8. Mai nach 35tägiger Reise den Be-
stimmungshafen, Nachdem die Brigg dann in demselben und in einem in der
Nähe liegenden Hafenplatze Namens Venadillo eine aus Gelbholz und Cedern-
holz bestehende Ladung eingenommen hatte, trat sie von Corinto aus am
29. Juni die Heimreise nach dem Kanal an. Als „Romeo“ sich am 20. Juli in
1,5° N-Br und 105,5° W-Lg befand, wurde wieder mit der Führung des meteoro-
logischen Journals begonnen. Das Schif wurde damals schon von mäfsigem
SE-Passat begünstigt, bei dem man auch am nächsten Tage den Aequator in
107,6° W-Lg überschritt, In südlicher Breite nahm der Passat zunächst noch
wieder bis zum leisen Zuge ab, doch frischte derselbe, nachdem 1,5° S-Br
überschritten worden war, wieder anf. Sein Gebiet dehnte sich nur bis nach
15,8° S-Br in 119,5° W-Lg aus. Als „Romeo“ sich am 31. Juli in der Nähe
dieses Punktes befand, veränderte sich der schwach gewordene Wind nach NE.
Indem der Wind die Drehung nach links fortsetzte, wurde seine Richtung bald
eine westliche und seine Stärke eine gröfsere. Am 4. August wurde unweit
von 25,5° S-Br in 116,5° W-Lg schon ein heftiger Weststurm, in dem das
Barometer bis auf 748,3 mm sank, überstanden. Südlich von 31° S-Br wurden
später noch wiederholt längere Zeit anhaltende Ostwinde angetroffen, durch
die, da sie auch an mehreren Tagen heftig stürmten, eine bedeutende Verzöge-
rung verursacht wurde, Die Reise nahm daher nur einen solch langsamen
Verlauf, dafs erst am 6. September die Länge des Kap Horn überschritten
werden konnte. Um zu derselben von der Linie her zu gelangen, waren
47 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in
118,5° W-Lg am 28. Juli, 20° S-Br in 118,5° W-Lg am 2. August, 30° S-Br
in 112,6° W-Lg am 8. August, 40° S-Br in 110,5° W-Lg am 16. August und
50° S-Br in 97,2° W-Lg am 25. August gekreuzt.
Im Atlantischen Ocean wurden zwar zunächst vorherrschend westliche
Winde angetroffen, doch waren Ostwinde dort auch nicht selten, und häufig war
auch die Windrichtung eine derart nördliche, dafs dadurch eine Verzögerung
der Fahrt verursacht wurde. Sehr weit mufste „Romeo“ hier nach Norden hin
vorrücken, bevor es gelang, den SE-Passat anzutreffen. Als man sich am
9. Oktober in der Nähe von 19,5° S-Br und 25° W-Lg befand, veränderte sich
der seit wenigen Wachen wehende schwache SW-Wind durch S nach SSE und
wurde Passat. Der Luftdruck erreichte in der Nähe dieses Punktes einen
höchsten Stand von 767,7 mm. Bei dem später recht kräftig und beständig
wehenden Passate segelte die Brigg bis zum 16. Oktober zu der in 25,5° W-Lg
überschrittenen Linie. Um zu derselben vom Kap Horn zu gelangen, waren
40 Tage erforderlich gewesen, Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br in
47,8° W-Lg am 14. September, 40° S-Br in 34,3° W-Lg am 20. September,
30° S-Br in 25,8° W-Lg am 29. September, 20° S-Br in 25° W-Lg am 8. Ok-
tober und 10° S-Br in 25,8° W-Lg am 138. Oktober gekreuzt.
In nördlicher Breite wurde „Romeo“ bis nach 5,1° N-Br in 25,5° W-Lg
vom SE-Passat begleitet. In der Nähe dieses Punktes veränderte sich der bis
zum ganz schwachen Zuge abgenommene Wind durch S nach SW. Aus Iletz-
terer Richtung frischte der Wind bald wieder auf, um für mehrere Tage
ziemlich beständig zu wehen, Der westliche Wind endete erst, nachdem „Romeo“
bei ihm bis zum 21. Oktober nach 104° N-Br iu 25° W-Lg gesegelt hatte.
Nördlich von diesem Punkte wurde die Brigg zunächst für einen Tag durch
Mallung zurückgehalten, auf die später der in 11° N-Br und 25° W-Lg ein-
setzende NE-Passat folgte. Das Gebiet dieses Windes dehnte sich anscheinend
nicht weiter als bis nach 20,8° N-Br in 33° W-Lg aus. Als „Romeo“ sich am
28. Oktober in der Nähe dieses Punktes befand, nahm der Ostwind bis zum
schwachen, von Stille unterbrochenen Zuge ab. Nach einigen Tagen wurde
dieser Wind wieder kräftiger und hielt derselbe dann bis nach 30° N-Br hin
an. Auch nördlich von diesem Parallel waren östliche und besonders südöst-
liche Winde die vorherrschenden, so dafs bei ihnen fast der ganze letzte Reise-
abschnitt zurückgelegt werden mufste. Am 30. November, 154 Tage nach der
Abreise, erreichte „Romeo“ die Mündung des Kanals. Im Nordatlantischen