accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Segelanweisung  für  die  Nordost-Küste  von  Kaiser  Wilhelms-Land.

221

bessere  Einfahrt  von  der  nächsten  Bucht,  dem  Prinz  Adalbert-Hafen  (Vertonung)
aus,  welchem  die  erwähnten  Inseln  vorgelagert  sind.  Die  Einfahrt  in  diesen
Hafen  ist  ca  2  Kabllg.  westlich  der  dritten  gröfsten  Insel,  welche  an  ihrer  Südseite ­
  ein  Dorf  von  etwa  BO  Hütten  hat.
Im  Hintergründe  der  Bucht  tritt  ein  80  m  hoher  Grashügel  als  Ausläufer
der  Hinterberge  dicht  an  das  Ufer.  Man  kann  zwar  westlich  dieses  Berges
zur  Noth  ankern,  iudefs  steigt  hier  der  Boden  von  40  m  in  einer  Kabellänge
vom  Strand  steil  aufwärts,  auch  ist  man  hier  gegen  nordöstliche  Winde  nicht
geschützt.  Dagegen  findet  man  gute  Ankerplätze,  wenn  man  zwischen  der  Dorfinsel ­
  und  dem  südwestlich  davon  gelegenen  Felsen  bezw.  Riff  passirt,  wo  man
30  bis  40  m  Wasser  hat  und  ganz  geschützt  liegt.  Bei  der  nächsten  Huk  führt
ein  Fahrwasser  nach  der  östlichen  Bai,  woselbst  sich  dem  Anschein  nach  ebenfalls ­
  ankern  läfst,  doch  ist  diese  Bai  nicht  ausgelothet  worden.
Von  dem  ziemlich  entfernten  Gebirge  laufen  auf  die  Huken  westlich  von
Kap  Croisilles  in  Richtung  zwischen  Nord  und  Nordost  nicht  sehr  hohe  bewaldete ­
  Grate,  mehr  oder  weniger  breite  Thäler  zwischen  sich  lassend,  welchen
Wasserläufe  entströmen.  Mehr  nach  der  Dow-Spitze  hin  wird  aber  das  Land
freier  und  ebener.  Dort  liegt  ein  recht  hervorragender  Berg,  der  Prinz  Adalbert-Berg
  (Vertonung),  nicht  fern  der  Küste,  welcher  bereits  südlich  von  Kap
Croisilles  über  das  Land  sichtbar  ist  und  neben  der  Dampier-Insel  die  beste
Marke  für  die  Navigirung  an  dieser  Küste  abgiebt.
Hinter  der  West-Huk  des  Prinz  Mdaliwi-Hafens  beginnt  mit  einer  nach
dem  Lande  abflachenden  Bucht  Sandstrand.  Ein  Flüfschen  mündet  in  einer
etwa  10  m  hoch  gelegenen  Grasebene  mit  Bäumen,  und  l*/2  Sm  weiter  westlich
hat  ein  gröfserer  Strom,  der  das  Wasser  weithin  grüngelb  färbt,  sich  die  wenig
hervorragende  Pallas-Spitze  (Vertonung)  gebildet.  Von  NOzN  gesehen,  öffnet
sich  der  Flufs,  indefs  deutet  ziemlich  hohe  Brandung  auf  geringe  Tiefe  an  der
Mündung.  An  der  Westseite  desselben  ist  bei  günstigem  Wetter  vielleicht  eine
Einfahrt  per  Boot  möglich.  Nach  der  Terrainformation  zu  urtheilen,  kommt
der  Flufs  aus  einer  Eiusenkung  westlich  des  nach  dem  Kap  Croisilles  auslaufenden
Bergzuges,  dem  noch  ein  einzelner  Berg  vorgelagert  ist,  windet  sich  um  diesen
herum  und  zwischen  jenem  Bergzuge  und  den  Küstenbergen  hin.  Das  westlich
folgende  Land  ist  meist  bewaldetes  Hügelland  mit  einer  ziemlich  breiten  Ebene
gegen  die  Küste  hin.  Vom  Masttopp  kann  man  über  die  Bäume  des  Strandgürtels ­
  hinweg  ziemlich  ausgedehnte  Grasebenen  sehen.  Mehrere  freundliche
Dörfer  liegen  hier  meist  unter  Palmen  zwischen  kleinen  oder  gröfseren  Flüfschen
mit  offenen  Mündungen.  Für  Kulturzwecke  scheint  dieser  Küstenstrich  von
Bedeutung,  leider  fehlen  aber  Häfen  in  unmittelbarer  Nähe,  wenn  auch  ein
Ankern  an  der  Küste  bei  gutem  Wetter  möglich  ist.  Küstenriffe  wurden  hier
nicht  bemerkt,  doch  liegt  ein  kleines  isolirtes  brandendes  Riff,  einige  Schiffslängen ­
  lang,  in  Richtung  NW  und  SO,  1  Sm  von  der  Küste  entfernt,  vom  Pic
der  Dampier-Insel  in  OV2N.  Das  Riff  kann  auf  jeder  Seite  eine  SchiffsläDge
ab  passirt  werden.  Da  es  innerhalb,  d.  h.  landseitig,  von  einer  zwischen  den
äufsersten  Spitzen  bei  Kap  Croisilles  und  Pore-Spitze  gedachten  Linie  liegt,  ist  es
für  die  Schiffahrt  nicht  gefährlich,  immerhin  wird  man  aber  gut  thun,  bei  Nacht
etwas  weiter  ab  zu  bleiben.  Bei  der  Fahrt  von  dem  auf  Paffas-Spitze  mündenden
Strom  nach  Dove-Spitze  (Vertonung),  diese  einen  halben  Strich  an  B-B.,  wurde
noch,  bevor  wir  auf  Höhe  des  vorerwähnten  brandenden  Riffes  kamen,  das
Passiren  einer  Untiefe  vom  Masttopp  gemeldet.  Es  war  bereits  halb  dunkel
und  Genaueres  nicht  festzustellen.  Bei  dreimaligem  späteren  Passiren  dieser
Stelle  ist  nach  der  Untiefe  ausgesehen  worden,  ohne  etwas  davon  zu  entdecken.
Vermuthlich  hatte  eine  Täuschung  durch  entfärbtes  Flufswasser  Platz  gegriffen.
Oestlich  des  Prinz  Adalbert-Berges  mündet  ein  etwas  gröfserer  Flufs  mit  ca  30  m
breiter  offener  Mündung  zwischen  niedrigen  Grashügeln.  An  seinem  rechten
Ufer  würde  die  Brandung  das  Einfahren  mit  einem  Boote  gestatten.  Das  ihm
entströmende  lehmige  Wasser  geht  nicht  weit  nach  See  hinaus,  wendet  sich
vielmehr  längs  des  Strandes  südöstlich.  Etwas  weiterhin  hat  man  einige  Kabellängen ­
  vom  Strande  Ankergrund  auf  14  und  15  m.
Die  äufsere  Dove-Spitze  (Vertonung)  ist  flach,  mit  Bäumen  bestanden,
etwas  innerhalb  derselben  liegt  ein  flacher  Grashügel.  Oestlich  von  ihr  befindet
sich  eine,  sich  erst  ganz  in  der  Nähe  abhebende  flache  Huk,  zwischen  beiden
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.