Sege!an\veisung für die Nordost-Küste von Kaiser Wilhelms-Land.
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erhebung mit Nase, eingeengt, bis sie nach Nord allmählich in die grofse
Astrolabe-Bbono (Vertonung) übergeht. Diese Ebene hat in der Küstengegend
nur eine Breite von etwa 10 Sin, indem von Süden hohe und schroffe Gebirge,
von Norden weniger hohe und kuppige Bergrücken sich in sie koulissenartig
hineinschieben. Nach Westen hin mufs die Ebene aber sich sehr weit erstrecken,
da in dieser Richtung Gebirgszüge oder Berge nicht sichtbar werden, während
man eiuigermafsen bedeutende Berge auf über 50 Sm sehen müfste.
In der Bucht ist nach Passiren des Constantinberges in der Nähe der
Küste meistens Ankergrund, aber ungleichmäfsige Tiefe. Beim Dorfe Male, bei
der Mündung des Kior und bei Bokadje, der Sammelname für vier hier gelegene
Dörfer, sind kurze Küstenriffe. Das bei letzterem Orte liegt, näher dem Lande,
trocken und bietet an seiner Südseite einen leidlichen Anlegeplatz für Boote.
Zuweilen steht aber so viel Brandung an dieser Küste, dafs nirgends zu landen
ist. Wenn die grofse Ebene durch Kulturen einmal eine Bedeutung bekommen
sollte, wird es nöthig sein, einen passablen Landweg entweder nach Constantinhafen
oder nach dem Norden anzulegen, wo gute Anker- und Landungsplätze sind. Der
Flufs Jori, ein gröfserer Strom mit theils steinigem Bette hat seine halb ver
sandete Mündung etwas nördlich von Bokadje. Es münden weiter nördlich noch
einige kleinere Flüsse, worauf hinter der Gorma-Spitze der grofse Flufs dieses
Namens folgt, der eine offene, für kleine Fahrzeuge zugängige Mündung besitzt.
Dieselbe liegt ein wenig südlich vom Fufse eines kleinen Küstenhügels, von
welchem südwestlich ein von Norden kommender Bergrücken endet.
Südlich von der Gorma-Spitze begleitet die Küste ein Riff, das sich stellen
weise etwas weiter vorstreckt, weshalb das Lothen hier nicht unterlassen werden
darf. Die Huk ist abgerundet, und auf ihrem südlichen Theil mündet ein
anderes Flüfschen. Weiter nach Nord finden sich ebenfalls flache Stellen,
dagegen wird es gegen die stark bevölkerte Koralleninsel Bilibili, welche eine
ca 30 m hohe Erhebung an ihrer Südostseite hat, wieder tief. Der Ankerplatz
ist im Nordwesten der Insel auf 35 bis 40 m. Nordwestlich von der Insel
mündet der Tombembo (MarienfluJ's), der für eine kurze Strecke für Boote be-
* fahrbar ist. Man hat hier zwischen den «/owiJom&o-Inseln und der Küste einen
ziemlich geschützten Ankerplatz, einen besseren jedoch zwischen der nördlichsten
dieser Inseln (Äw^-Insel) und dem Festlande auf 18 m. Dieser Ankerplatz ist
aber nicht längs der Küste erreichbar, da zwischen der mittleren Insel (Colomb-
Insel) und dem Festlande nur ca 4 m Wassertiefe ist. Diese Insel ist mit der
südlichsten, der Gronemann-Insel, durch ein Riff verbunden, zwischen der King-
und CoZomMnsel kann man indefs mit 25 m hindurch gehen und findet um die
King-Insel 16 bis 24 m, so dafs man zu dem Ankerplatz von Nord, ebensowohl
wie von Süd resp. Ost gelangen kann. Wie die ganze Küste, so sind auch
die Inseln dicht bewaldet, zum Theil mit Palmen. Gronemann-Insel ist klein
und unbewohnt, GoZomMnsel dreifach so grofs und bewohnt; King-Insel steht
in der Gröfse zwischen beiden. Auf dieser Insel sowie gegenüber auf dem
Festlande findet man Sandstrand mit Palmen; eine Seemeile weiter nördlich
liegt auf der dortigen Festlands-Huk ein Dorf.
Man gelangt längs der überall tiefen Küste durch die Dalimann-Einfahrt
in den Friedrich Wilhelmehafen (Vertonung), der bereits mehrfach beschrieben
ist, obwohl die von ihm existirenden Karten fehlerhaft sind. Dem inneren
Hafen mangelt wegen der Landgeschlossenheit aller Luftzug, weshalb sich das
Ankern im äufsern Hafen und zwar westlich der Fischel-Insel empfiehlt, wo man
auch gegen Nordwinde geschützt liegt, da ein unterseeisches Riff, das von den
östlichen Inseln ausgeht, den Hafen von Norden schliefst. Soweit festgestellt
werden konnte, reicht dieses Riff indefs nicht ganz bis an die westliche Reihe
kleiner Inseln, so dafs dort wahrscheinlich eine nördliche Ausfahrt existirt.
Im Hintergründe des Prinz Heinrichs - Hafens liegt der Hansemann-
Berg (Vertonung), ein isolirter flacher Bergrücken, sich von hier nach Nord
über den Prinz Friedrich Karl-Hafen hinaus erstreckend, nach dem Älexis-
Hafen einen mit einem kleinen Hügel abschliefsenden Ausläufer sendend. Der
Hansemann-Berg ist nach W und NW von hohen, theilweise wild zerrissenen
Gebirgszügen umgeben.
Vom Friedrich Wilhelms- und Heinrichskann man wahrscheinlich
auch mit Schiffen bis in den Friedrich Karl- und .¿IZ&m-Hafou entlang an den