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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Sege!an\veisung für die Nordost-Küste von Kaiser Wilhelms-Land. 
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erhebung mit Nase, eingeengt, bis sie nach Nord allmählich in die grofse 
Astrolabe-Bbono (Vertonung) übergeht. Diese Ebene hat in der Küstengegend 
nur eine Breite von etwa 10 Sin, indem von Süden hohe und schroffe Gebirge, 
von Norden weniger hohe und kuppige Bergrücken sich in sie koulissenartig 
hineinschieben. Nach Westen hin mufs die Ebene aber sich sehr weit erstrecken, 
da in dieser Richtung Gebirgszüge oder Berge nicht sichtbar werden, während 
man eiuigermafsen bedeutende Berge auf über 50 Sm sehen müfste. 
In der Bucht ist nach Passiren des Constantinberges in der Nähe der 
Küste meistens Ankergrund, aber ungleichmäfsige Tiefe. Beim Dorfe Male, bei 
der Mündung des Kior und bei Bokadje, der Sammelname für vier hier gelegene 
Dörfer, sind kurze Küstenriffe. Das bei letzterem Orte liegt, näher dem Lande, 
trocken und bietet an seiner Südseite einen leidlichen Anlegeplatz für Boote. 
Zuweilen steht aber so viel Brandung an dieser Küste, dafs nirgends zu landen 
ist. Wenn die grofse Ebene durch Kulturen einmal eine Bedeutung bekommen 
sollte, wird es nöthig sein, einen passablen Landweg entweder nach Constantinhafen 
oder nach dem Norden anzulegen, wo gute Anker- und Landungsplätze sind. Der 
Flufs Jori, ein gröfserer Strom mit theils steinigem Bette hat seine halb ver 
sandete Mündung etwas nördlich von Bokadje. Es münden weiter nördlich noch 
einige kleinere Flüsse, worauf hinter der Gorma-Spitze der grofse Flufs dieses 
Namens folgt, der eine offene, für kleine Fahrzeuge zugängige Mündung besitzt. 
Dieselbe liegt ein wenig südlich vom Fufse eines kleinen Küstenhügels, von 
welchem südwestlich ein von Norden kommender Bergrücken endet. 
Südlich von der Gorma-Spitze begleitet die Küste ein Riff, das sich stellen 
weise etwas weiter vorstreckt, weshalb das Lothen hier nicht unterlassen werden 
darf. Die Huk ist abgerundet, und auf ihrem südlichen Theil mündet ein 
anderes Flüfschen. Weiter nach Nord finden sich ebenfalls flache Stellen, 
dagegen wird es gegen die stark bevölkerte Koralleninsel Bilibili, welche eine 
ca 30 m hohe Erhebung an ihrer Südostseite hat, wieder tief. Der Ankerplatz 
ist im Nordwesten der Insel auf 35 bis 40 m. Nordwestlich von der Insel 
mündet der Tombembo (MarienfluJ's), der für eine kurze Strecke für Boote be- 
* fahrbar ist. Man hat hier zwischen den «/owiJom&o-Inseln und der Küste einen 
ziemlich geschützten Ankerplatz, einen besseren jedoch zwischen der nördlichsten 
dieser Inseln (Äw^-Insel) und dem Festlande auf 18 m. Dieser Ankerplatz ist 
aber nicht längs der Küste erreichbar, da zwischen der mittleren Insel (Colomb- 
Insel) und dem Festlande nur ca 4 m Wassertiefe ist. Diese Insel ist mit der 
südlichsten, der Gronemann-Insel, durch ein Riff verbunden, zwischen der King- 
und CoZomMnsel kann man indefs mit 25 m hindurch gehen und findet um die 
King-Insel 16 bis 24 m, so dafs man zu dem Ankerplatz von Nord, ebensowohl 
wie von Süd resp. Ost gelangen kann. Wie die ganze Küste, so sind auch 
die Inseln dicht bewaldet, zum Theil mit Palmen. Gronemann-Insel ist klein 
und unbewohnt, GoZomMnsel dreifach so grofs und bewohnt; King-Insel steht 
in der Gröfse zwischen beiden. Auf dieser Insel sowie gegenüber auf dem 
Festlande findet man Sandstrand mit Palmen; eine Seemeile weiter nördlich 
liegt auf der dortigen Festlands-Huk ein Dorf. 
Man gelangt längs der überall tiefen Küste durch die Dalimann-Einfahrt 
in den Friedrich Wilhelmehafen (Vertonung), der bereits mehrfach beschrieben 
ist, obwohl die von ihm existirenden Karten fehlerhaft sind. Dem inneren 
Hafen mangelt wegen der Landgeschlossenheit aller Luftzug, weshalb sich das 
Ankern im äufsern Hafen und zwar westlich der Fischel-Insel empfiehlt, wo man 
auch gegen Nordwinde geschützt liegt, da ein unterseeisches Riff, das von den 
östlichen Inseln ausgeht, den Hafen von Norden schliefst. Soweit festgestellt 
werden konnte, reicht dieses Riff indefs nicht ganz bis an die westliche Reihe 
kleiner Inseln, so dafs dort wahrscheinlich eine nördliche Ausfahrt existirt. 
Im Hintergründe des Prinz Heinrichs - Hafens liegt der Hansemann- 
Berg (Vertonung), ein isolirter flacher Bergrücken, sich von hier nach Nord 
über den Prinz Friedrich Karl-Hafen hinaus erstreckend, nach dem Älexis- 
Hafen einen mit einem kleinen Hügel abschliefsenden Ausläufer sendend. Der 
Hansemann-Berg ist nach W und NW von hohen, theilweise wild zerrissenen 
Gebirgszügen umgeben. 
Vom Friedrich Wilhelms- und Heinrichskann man wahrscheinlich 
auch mit Schiffen bis in den Friedrich Karl- und .¿IZ&m-Hafou entlang an den
	        
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