accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

218

Segelanweisung  für  die  Nordost-Küste  von  Kaiser  Wilhelms-Land.

Dorfes  gelegenen  Buchten  der  östlichen  Seite  der  Kepler-Spitze,  wo  man  auf
Tiefen  zwischen  44  und  80  m  1  bis  2  Kabllg.  vom  Ufer  ab  ankern  kann.
Der  auf  der  Kepler-Spitze  zwischen  Bäumen  mündende,  etwa  20  m  breite,
offene  Flufs  kommt  mit  starker  Strömung  aus  südlicher  Richtung  aus  einer
offenen,  hübschen  Gegend  und  färbt  das  Meer  weithin  blafsblau.  Die  hier
folgende,  sich  nach  der  Herwarth&giizQ  (Vertonung)  hinziehende  Bucht,  in
deren  westlichem  Thoil  ein  100  m  hoher  Grashügel  ganz  nahe  an  das  Ufer
tritt,  und  die  dicht  bewaldet  ist,  besitzt  bis  an  die  Küste  grofse  Tiefen,  welche
ein  Ankern  nicht  gestatten.  Auf  einer  Iluk  östlich  der  Herwarth-Spitze  wird
in  einem  Thale  zwischen  den  Küstenhügeln,  dem  ein  gewundener  Pafs  im
Gebirge  entspricht,  ein  ziemlich  breites,  aber  fast  trockenes  Flufsbett  aus  SWzS
sichtbar;  es  sind  auch  sonst  in  der  Bucht  kleine  Bäche,  vielleicht  Lagunenausflüsso
  bemerkbar.  Bewohnt  scheint  die  Küste  nicht  zu  sein,  indefs  sieht  man
Bergdörfer;  erst  auf  der  gleich  hinter  der  niedrigen,  bewaldeten  Herwarth-Spitze
  folgenden  Huk  liegt  wieder  ein  Stranddorf  unter  Palmen  am  Fufse  eines
Grashügels,  südlich  dessen  man  eine  Tiefe  von  70m  in  Entfernung  von  IV2  Kabllg.
findet,  also  zur  Noth  dort  ankern  kann.  Grofse  Kanoes  am  Strande  lassen  auf
eine  schiffahrttreibende  Bevölkerung  schliefsen.
Die  folgenden  kleinen  Buchten,  welche  theilweise  Flüfschen  aufnehmen,
bieten  keinen  Ankergrund.  Eine  bewaldete,  ca  1500  m  hohe  Berglehne  tritt  im
Grunde  der  Bucht  sehr  nahe  an  das  Ufer  und  bald  folgt  eine  breite,  mehrspitzige
nach  OSO  verlaufende  Huk,  waldig  und  mit  Kiesstrand,  auf  deren  Ostseite  sich
ein  Bergstrom  mit  zwei  Wasserrinnen  in  einem  steinigen  Bett  von  ca  100  m
Breite  ergiefst  und  das  Meerwasser  auf  mehrere  Meilen  grün  färbt.  In  der
Bucht  südlich  vom  Flufs  sind  65  m  Wassertiefe  1  Kabllg.  vom  Kieselstrande.
Das  Gebirge,  in  welchem  hier  zwei  schöne  Wasserfälle  sichtbar  sind,  ist  weiter
von  der  Küste  zurückgotreten,  einer  dicht  bewaldeten  Vorebene  Raum  lassend.
Es  entsendet  nach  Kap  Rigny  einen  Ausläufer  mit  einem  auffälligen  konischen
Berge  von  ca  300  m  Höhe  und  einem  keilförmigen  Rücken,  beide  halb  mit
Wald,  halb  mit  Gras  bestanden.  Die  Ufer  der  sich  nach  Kap  Rigny  (Vertonung)
ziehenden  Bucht  bleiben  waldig,  noch  vier  weitere  Flüfschen  aufnehmend,  von
denen  ein  gröfserer  in  einem  steinigen  30  m  breiten  Bette  auf  einer  waldigen
in  der  Vertonung  sichtbaren  Huk  mündet.
Kap  Rigny  (Vertonung)  hat  eine  kleine  Bucht  an  der  Ostseite  und  kann
in  kurzer  Entfernung  ( l /i  Sm)  passirt  werden.  Westlich  von  ihm  bis  nach
Constantinhafen  tritt  das  Gebirge  weit  zurück,  und  nur  grasige  Hügelzüge  und
Hügelgruppen  füllen  den  Hintergrund  der  ziemlich  grofsen,  stromdurchfurchten,
zum  Theil  mit  Vegetation  bekleideten  Ebene,  zu  welcher  der  Bergzug  des  Kap
Rigny  mit  einem  Grasabhaug  abflacht.
Die  in  der  Bucht  hinter  dem  Kap  mündenden  Ströme  haben  mehr  einen
verwüstenden,  als  befruchtenden  Charakter.  Der  auf  der  -Ewc&e-Spitze  mündende,
theils  mit  Wald  eingefafste  Kabarang  führt  in  seinem  etwa  250  m  breiten  Flufsbette
  mehr  Wasser,  als  das  ca  300  m  breite,  westlich  von  Hügelland  begrenzte
Bett  des  Kolle;  letzterer  hat  indefs  mehr  die  Richtung  auf  ein  breites  und  tief
eingeschnittenes  Thal  im  Hauptgebirge,  das  vielleicht  einen  brauchbaren  Eingang
in  das  Landinnere  bietet.  Der  Kabenau  besitzt  nur  eine  schmale,  nicht  sehr
viel  Wasser  ausströmende  Mündung,  indefs  macht  die  Ebene  in  diesem  westlichen ­
  Theil  einen  fruchtbareren  Eindruck.  Nur  im  westlichen  Theil  der  Bucht
ist  1  Kabllg.  von  dem  steil  aufsteigenden,  dunklen  Kiesstrande  auf  50  bis  80  m
Grund  zu  finden.  Nach  dem  Kabenau  zu  beginnt  der  Waldgürtel,  welcher  die
niedrig  bleibende,  ebene  Küste  bis  Constantinhafen  einfafst.
Der  Constantinhafen  hat  nur  Raum  für  wenig  Schiffe  und  ist  seiner
grofsen  Tiefe  wegen  nicht  bequem;  immerhin  kann  er,  da  er  zähen  Ankergrund
hat,  als  ein  sicherer  Hafen  gelten,  namentlich  wenn  man  in  seinem  nordöstlichen
Winkel  ankert.
Von  Constantinhafen  bis  Kap  Croisilles.  Die  im  Süden  vom  Hafen  hinstreichenden, ­
  theils  grasigen,  theils  bewaldeten  Hügelzüge  nähern  sich  in  der
hier  folgenden  grofsen  bewaldeten  Bucht  der  Küste,  wenig  Vorland  frei  lassend,
das  beim  Küstenberge  Constantin  fast  ganz  aufhört.  Gleich  westlich  desselben
beginnt  aber  eine  neue  Küstenebene,  zunächst  noch  von  einem  kuppenreichen
und  in  der  Form  komplicirten  Gebirgszuge  mit  dem  Oertzen-Berg,  einer  Boden ­
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.