216
Bemerkungen über einige Ladeplätze an der Küste von Costa Rica.
nähern darf. Der aus Sand bestehende Ankergrund hält gut. Auf dem Strande
lagen die Wracks zweier Schiffe.
Das Beladen des Schiffes ist mit denselben, theilweise noch gröfseren
Schwierigkeiten verknüpft, als in Pargos.
Sta. Elena. Da wir in Barca Quebrada nicht mehr als 600 Tonnen
Gelbholz erhalten konnten, waren wir genöthigt, noch einen dritten Ladeplatz
anzulaufen, nämlich Sta. Elena, welches etwa 10 Sm nordöstlich von Kap Velas
in der Bucht gegenüber den Inseln Sta. Catalina und Brumel liegt. A.n dieser
Bucht liegen aufser Sta. Elena, dem mittleren Ladeplatze, noch Porto Riacho
im Süden und Sta. Catalina im Norden, jeder nur 2 Sm von dem ersteren
entfernt.
Beim Ansegeln der Bucht sollte man vorsichtig sein und sich nicht dem
Lande zu sehr nähern, bevor erstere offen ist, sondern Kap Velas in einem
Abstande von 6 Sm umsegeln und ungefähr auf die Mitte zwischen der Insel
Brumel und der Küste zuhalten; denn die Strömung, sowohl die Fluth als auch
die Ebbe, setzt stark auf das Land zu. Die Küste ist steil, und es findet sich
eher kein Ankergrund als nahe am Strande. Bei meinem Einsegeln in die
Bucht erwartete ich nördlichen Wind und liefs deshalb nach der Nordseite
hinüber steuern. Aber kaum hatten wir uns dem Lande bis auf etwa 2 Sm
genähert, als das Schiff durch eine starke nördliche Strömung gefafst wurde,
und es wäre auf den Strand getrieben und unrettbar verloren gewesen, wenn
es uns nicht gelungen wäre, auf einer Tiefe von 27,5 m (15 Fad.) den Anker
zum Halten zu bringen. Mit 36,6 m (20 Fad.) Kette zu Wasser, lag das Schiff
mit dem Hintertheil nur noch 3 m (10 Fufs) von den Klippen entfernt, in deren
unmittelbarer Nähe die Wassertiefe 11 m (6 Fad.) betrug.
Auf die Lootsen, die man bei dem Befahren dieser Küste an Bord nimmt,
darf sich der Kapitän wenig verlassen, denn sie sind nur im Stande, den Platz,
wohin man bestimmt ist, zu bezeichnen; über die Strömuugsverhältnisse sind
sie gar nicht unterrichtet.
Aufser den vorstehend aufgeführten Ladeplätzen sind noch zwei andere
an dieser Küste, nämlich Lagastos und Cocos. Erstem-, der unsicherste von
allen, liegt zwischen Icacal und der Spitze Guionos; der letztere, in Culebra-
Bai belegen, soll einen guten Ankerplatz haben.
Die britischen Admiralitäts-Karten dieser Küste habe ich nicht immer als
richtig befunden; die amerikanischen Karten, herausgegeben im Jahre 1885,
sind ihnen vorzuziehen.
Segelanweisung für die Nordost-Küste von Kaiser Wilhelms-Land.
(Schlafs.)
Von der Lepsius-Spitze bis Constantinliafen. Das Küstenriff hört mit
der Spitze auf, und man kann auf 1 bis 2 Kabllg. von der Küste und dem
Flusse passiven, ohne mit dem Lothe Grund zu erhalten; erst südwestlich der
Flufsmündung, woselbst das Ufer wieder mit Wald bekleidet ist und ein Dorf
liegt, beginnt wieder ein nicht sehr breites Küstenriff. Bei diesem, im Grunde
der folgenden Bucht und an ihrer gegenüber liegenden Küste ist überall ver
geblich nach Ankergrund dicht unter Land gesucht worden.
Das ganz bewaldete Gebirge, aus welchem der Bergstrom durch eine
obere Schlucht und untere breite Thalmulde sich den Weg gebahnt hat, ist
hier ziemlich nahe an die Küste getreten, und einige, mit etwas Gras bestandene
Hügel steigen unmittelbar vom Ufer der Bucht empor, einigen Dörfern zwischen
sich ebenen Raum lassend. Dem erwähnten Strome gegenüber ergiefst sich auf
der anderen Seite der Bucht zwischen Dörfern noch ein hübscher 10 bis 15 m
breiter Geröllflufs, eine nicht scbr breite, aber anmuthigo Thalebene durchlliefsend,
welche er sich, wie die theils bewaldete Spitze, auf der er mündet, gebildet hat.
Jenseits des Flusses erhebt sich der bewaldete Gebirgszug, terrassirt, kleine