Aus dem Reisebevic hte S. M. Ivnbt. „Hyäne“.
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Nach Passiren der östlich von letzterem liegenden, ca 1 m hohen, mit
Gras bewachsenen Insel wird auf den südlichen Theil der Npunga-Bxxäht ge
halten, darauf dicht am linken Ufer bei Nokki mit seinen fünf Faktoreien und
der holländischen Faktorei von Ango Ango (nordöstlich von Nokki) vorüber
gesteuert und demnächst die Mitte des Fahrwassers gehalten.
Die um die Spitze mit der englischen Missionsstation Underhill führende
Biegung wird als die schwierigste Stelle des Weges betrachtet wegen der
östlich vom tiefen Teufelskessel befindlichen starken Strudel. Um diese loicht
zu überwinden, ist es zweckmäfsig, westlich von Underhill noch in der Mitte
des Fahrwassers befindlich, in weitem Bogen sich dem rechten Ufer nähernd
nach Osten zu wenden.
Der weitere Weg von hier bis Matadi an den Faktoreien von Ober-
Tchionzo, Kala Kala und Fouka Fouka vorüber bietet keine Schwierigkeiten mehr.
Um l 1 * 15 m ankerte das Kanonenboot querab von dem Sitz des Distrikts-
Kommissars der Kon^o-Regierung in 12 m Wasser auf Sandboden.
Die Stärke des Stromes hatte auf der Fahrt zwischen 4 und 6 Sin variirt;
auf dem Ankerplatz betrug dieselbe 1,5 bis 3 Sin.
Oestlich von Matadi ist der Strom wegen der vielen Felsenriffe und der
Stromschnellen von Vivi nur noch mit Booten befahrbar. Um nach letzterem
Punkte zu gelangen, hat man sich dicht am linken Flufsufer unter guter Aus
nutzung des rücklaufenden Stromes zu halten, in der Nähe der einzelnen Fels
vorsprünge angelangt, das Ankertau an Land zu geben und mit seiner Hülfe
das Boot herumzuholen. In die Nähe des A/poso-Flusses gekommen, kann man
alsdann nach dem rechten Ufer und der etwas stromabwärts an einem Thal
ausgang liegenden Regierungsstation Vivi hinüber halten, von wo der durch
Stanley angelegte Weg zur Beförderung schwerer Lasten auf Wagen nach dem
Stanley-Pool führt.
In Matadi, wo je eine belgische, englische, holländische und portugiesische
Faktorei, verblieb das Kanonenboot bis l h 50 m p. m. des 7. September. Um
5 h 15“ langte das Fahrzeug in Boma an, lichtete um 9 h 30 m am folgenden
Morgen Anker, passirte um 12 h 3 m Ponta da Lenha und erreichte um 3 h 5” p. m.
den Banana Creek, wo es querab vom Bootsschuppen der holländischen Faktorei
in der Mitte des Stromes auf 7 m Wasser (Schlick) ankerte.
4. Wetter. Das Wetter war während des Aufenthalts S. M. Knbt.
„Hyäne“ am Kongo schön. Ein leicht mit cu- und ci-Gewölk bedeckter Himmel
hielt während des Tages die direkten Sonnenstrahlen ab. Die Maximaltemperatur
betrug 28,4° C. um 2 h p. m. am 6. September in Matadi, die Minimaltemperatur
21,5° um 6 h a. m. am 3. September in Boma. Der gröfste Unterschied zwischen
Tag- und Nachttemperatur betrug 5,8° am 5. September in Matadi (6 h a. m.
22,3°, 2 h p. m. 28,1°); die kleinste Differenz war 3,3° am 3. September in
Boma (6 h a. m. 21,5°, 2 h p. m. 24,8°), die mittlere 4,6°.
Auf der ganzen Strecke von Banana bis Matadi wurden regelmäfsige
Land- und Seewinde beobachtet, letztere aus NW—WSW bis Stärke 4 wehend.
Durch sie und die leichte Bedeckung des Himmels wurde die Tagestemperatur
sehr erträglich. Die Abende und Nächte waren empfindlich kühl, so dafs man
wollenes Zeug gut vertragen konnte. Mit gröfster Sorgfalt hat man sich nach
allen Mittheilungen gegen Erkältung zu schützen, welche als Hauptursache für
das nicht selten in schwerer Form auftretende Fieber betrachtet wird.
Auf die Gesundheit der Besatzung S. M. Knbt. „Hyäne“ hat der Auf
enthalt in dieser Jahreszeit am Kongo keinerlei nachtheilige Folgen gehabt.
IX. Vom Kongo nach Gabun.
Den Banana Creek verliefs S. M. Knbt. „Hyäne“ am 9. September um
8 h 50“ a. m. zur Weiterreise nach Gabun.
1. Kurs. Nach Erreichen von Shark Point und Setzen der Segel wurde
Kurs zunächst auf Kap St. Catharine und nach Passiren desselben in ca 12 Sin
Abstand um ll h 12” des folgenden Abends auf Kap Lopez gesteuert, welches
das Kanonenboot um 9 h 30“ a. m. des 11. September in 3 Sm Entfernung
umfuhr. Von hier wurde auf die Gimte-Spitze gehalten; dieselbe befand sich
um 5 h 50” p. m. in 3 Sm Entfernung querab. Da es zum Einlaufen in den
Gatwn-Flufs nicht mehr sichtig genug war, so ankerte das Kanonenboot westlich