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Aus dem Reiseberichte S. M. Iinbt, ,,Hyäne*.
0 »Africa Pilot“, Part II, 1884, S. 102 u. f. .
Einfahrt in den Banana Creek keinerlei Schwierigkeiten; für Kauffahrteischiffe
besteht indessen Lootsenzwang.
Das Fahrzeug ankerte um l h 50™ p. in. mit St-B.-Anker in 5 m Wasser
(Schlick) zur Stillwasserzeit in Nähe der südlichsten der Ladebrücken unmittelbar
vor dem Kohlenmagazin der holländischen Faktorei und holte sich demnächst
mit Trossen an erstere heran. Da die Brücke und die Festmachepfähle nicht
besonders stark, so ist auch aus diesem — abgesehen von dem im „Africa
Pilot“, Theil II S. 98, angegebenen — Grunde das Fallenlassen des B-B.-Ankers
mit möglichst vorauszeigender Kette gegen den Ebbestrom und das Auslegen
eines Warpankers St-B. achteraus gegen den Fluthstrom zweckmäfsig. Bei
Annäherung an das Ufer ist auf event. rücklaufenden Strom Acht zu geben,
wie solcher häufig namentlich auch am Oberlauf des Kongo in der Nähe des
Ufers gefunden wird.
2. Wind. Während der Fahrt wehten Land- und Seewinde.
3. Stromverhältnisse. Zwischen Ambriz und Ambrizette war ein
Strom nicht festzustellen; von hier ab wurde bis nach Padrón Point solcher
rw. N 75° W 0,8 Sm p. h. gefunden.
Die zuvor flaschengrüne Farbe des Wassers ging 5 Sm rw. SWzW 8 /íW
von letztgenanntem Punkt in hellgrün über (Wassertemperatur 22,2°, spec.
Gewicht 1,0197); 2 Sm rw. NNWVäW von Padrón Point wurde das Wasser
undurchsichtig, von Farbe dunkelbraun (Temperatur 23,2°, spec. Gewicht 1,0110).
Bei Shark Point war ein Salzgehalt nicht mehr zu konstatiren (Temperatur 26,2°).
VIII. Fahrt auf dem Kongo von Banana bis Matadi. 1 )
Nach Auffüllung von Kohlen am Nachmittag des 31. August setzte das
Kanonenboot mit Hülfe eines Regierungslootson um 8 h 45'" a. m. am 1. September
die Fahrt stromaufwärts fort.
Ueber diese Fahrt auf dem Kongo bis Matadi, dem Ausgangspunkt der
zu erbauenden Aoayo-Eisenbahn, ist unter Berücksichtigung der in den „Ann.
d. Hydr.“ 1889 S. 239 gegebenen Segelanweisung Nachstehendes zu berichten.
1. Yon Banana bis Ponta da Lenha. Die Tiefenverhältnisse haben
sich in letzter Zeit derart geändert, dafs die Karten Tit. VIII No. 7 und 8
(Br. Adm.-K. No. 625 und 638) nicht mehr verwendbar sind; vom Nordufer
des Stromes erstrecken sich nach Süden zu bis zur tiefen Rinne Sandbänke,
welche zum Theil nur noch Fahrzeugen bis zu 1 m Tiefgang das Passiren ge
statten. Andererseits ist die früher bei Scotchmans Ilead befindlich gewesene
Bank verschwunden; auf der Nordseite des Stromes befinden sich hingegen auf
dem südöstlich von der Renderson-Spitze angegebenen Ankerplatz statt der
früheren 40 jetzt nur noch 2 m Wasser.
Nach Passiren der südlichsten Tonne, welche die Einfahrt in den Banana
Creek bezeichnet, wurde auf die Mitte des Trade Creek zugehalten, bis sich das
Kanonenboot etwa in der Mitte des Hauptarmes vom Kongostrom befand, von
wo ab mit Kurs mw. CP/iS, Scotchmans Read wenig an St-B., stromauf gesteuert
wurde. Hierbei war gut darauf zu achten, dafs man sich nicht weit nördlich
aus dieser Linie entfernt; namentlich gilt dies in Höhe des Sherwood Creek, wo
eine Bank sich vom rechten Ufer bis zur 50 Fufs-Linie der Karte Tit. VIII No. 8
verschiebt. Scotchmans Head wurde in ca 500 m Abstand passirt, wo das Loth
18 m Wassertiefe ergab.
Die Stromstärke wurde nördlich vom Sherwood Creek 4 Sm gefunden; von
hier nahm nach Osten zu dieselbe bis zu 2,5 Sm ab.
Von Scotchmans Head ab wird in ca 400 m Abstand parallel zur Südküste
gesteuert, bis man an St-B. den östlichen, in der Karte punktirten Lucalla Creek-
Arm offen, an B-B. die am Sida Creek (in der Karte nicht verzeichnet; östlich
der „Fetish Towns u ) gelegenen Faktoreien in der Mitte dieses Creeks sieht,
worauf auf letztere zugehalten wird, die schwarze stumpfe Tonne, welche das
weit vorspringende Flach auf der SO-Seite der Gras-Inseln bezeichnet, an B-ß.
lassend. Diese, wie die stromaufwärts folgenden Tonnen sind nur klein und
daher schlecht zu sehen; bei starkem Strom schneiden dieselben wegen zu
geringen Auftriebs unter. Auf dem letztgenannten Kurse ist auf den stark nach
West setzenden Strom gut zu achten.