Querfurt, H.: Die Einwirkung der Winde auf die Strömungen im Skagerrak und Kattegat usw. 217
Profil I Mai 1904 nur eine dünne Bodenschicht bildet, Daß vor allem die Winde
ihren Einfluß geltend gemacht haben, wurde bereits des näheren ausgeführt,
Im Mai 1903 und 1905 wehten Östliche bzw. südliche Winde, von denen die
ersteren den zu dieser Jahreszeit (Frühling) im allgemeinen in hoher Flut
befindlichen Baltischen Strom noch fördertien, die südlichen Winde zwar keinen
derartig bestimmten, aber auch keinen hemmenden Einfluß auf die ausfließende
Strömung auszuüben vermochten, Anfang Mai 1904 wehten dagegen westliche
Winde, die ein stärkeres Einströmen des salzreichen Nordseewassers und dadurch
ein Steigen des Oberflächensalzgehaltes an den dänischen Stationen bewirkten.
Die gleichen Resultate bezüglich der Abhängigkeit der Strömungen vom
herrschenden Winde liefern die Beobachtungen, die an den schwedischen Stationen
Mitte Mai angestellt sind (siehe Bulletin 1902—1903, 1903—1904 und 1904-—1905:
Nr. 4), Aus diesen Resultaten geht hervor, daß unter der Einwirkung westlicher
Winde das einströmende Bankwasser trotz des zu dieser Jahreszeit im allgemeinen
starken Ausströmens des baltischen Wassers bis weit in das Skagerrak hinein
gelangte, so daß, wie z. B. im Mai 1903, selbst an der im nordöstlichen Teile des
Skagerraks gelegenen Station S Skag, 4 (58° 14’ N-Br. und 10° 59 O-Lg.) ein
Oberflächensalzgehalt von 7> 32% 4 gemessen wurde.
XIII. Die hydrographischen Verhältnisse des Skagerraks und Kattegats
im August 1903, 1904 und 1905.
Im Sommer (Juni— August) ist das Skagerrak in der Regel mit einer
dünnen. Schicht baltischen Wassers von «<< 30%. und einer entsprechend hohen
Temperatur von etwa 17°—19° C. überzogen, Darunter befindet sich in der
Regel salzreiches Wasser von 7> 34%, während das Bankwasser, das haupt-
sächlich im Herbst und im Winter in das Skagerrak einströmt, beinahe völlig
verschwunden ist und nur stellenweise in einer äußerst dünnen Schicht zwischen
dem OÖstsee- und dem salzreichen Nordseewasser von > 34% 9 lagert,
a. August 1903,
(Nach den Terminbeobachtungen vom 1, bis 2, Adguat [an den dänischen Stationen] sowie vom 4. bis
34. August [an den schwedischen Stationen]. Vgl. Profile I und IT August 1903 auf Tafel 24.)
Nach den Angaben im N.-M. Jahrbuch 1903 wehten am Leuchtschiff Skagens
Riff Ende Juli südliche Winde (aus der Richtung S-—SSW). In der Nacht zum
L, August drehte sich der Wind über NNO nach N und nahm am Morgen des
li. August eine westliche Richtung an, die er bis zum 8, August beibehielt, Die
Strömung lief Ende Juli bei den südlichen Winden zum Teil aus südlicher (SW),
zum Teil aus westlicher Richtung, am 1. August anfangs wieder aus SW, später,
gegen Abend, aus W, ;
Wie man aus den Resultaten im N.-M. Jahrbuch 1903 ersehen kann, strömte
im Monat Juli das Ostseewasser in erheblichen Mengen aus dem Kattegat aus,
(Der durchschnittliche Oberflächensalzgehalt betrug am Leuchtschiff Skagens Riff
im Juli 26.8 %,.) Die am 1. August einsetzenden nördlichen und nordwestlichen
Winde vermochten daher nicht sofort eine hemmende Wirkung auf den. Baltischen
Strom auszuüben, wie man aus dem Profil 1 August 1903 ersehen kann, Immerhin
ist aber an dem erhöhten Öberflächensalzgehalt an den dänischen Stationen Daß
(57° 51.4’ N-Br. und 10° 46.3‘ O-Lg.) und Das (57° 55.3’ N-Br. und 11° 05.8’ O-Leg.),
wo die Messungen am 1. August 30.19 %) bzw. 30,82 %/.,- ergaben, zu erkennen,
daß unter der Einwirkung der westlichen Winde das Bankwasser entlang der
dänischen Küste weiter nach O in das Skagerrak einzuströmen begann. Daß
bereits am 2. August das Bankwasser um Skagen herum bis in das Kattegat ge-
langt war, ergibt sich aus den Beobachtungen am Leuchtschiff Skagens Riff,
woselbst in der Nacht vom 1. zum 2, August die bis dahin aus südlicher Richtung
{SW) fließende Strömung eine W—O-Richtung annahm; der Oberflächensalzgehalt
stieg von 28.4 °/„, (am 1. August 8% V.) auf 30.3 °%, (am 2, August 8b V.), Am
Leuchtschiff Läsö Trindel (57° 26.3’ N-Br. und 11° 16,5 O-Lg.) war gleichfalls
y Bulletin 1903/04 Nr. 1.