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Aus dem Reiseberichte S. M. Knbt. »Hyäne“.
0 „Africa Pilot“, Part II, 1884, S. 354.
„Africa Pilot“, Part II, 1884, S. 152.
Stille und leichten nördlichen Winden Nebel auf. Nach Verschwinden des
letzteren blieb der ganze Himmel mit leichtem cum- und aus Norden ziehendem
cum-str-Gewölk bedeckt, der Horizont diesig, im Osten hellgelb gefärbt. Erst
mit der Annäherung an Mossamedes wurde das Wetter wiederum klar.
4. Stromverhältnisse. Vor der Walfisch-Bai wurd das Wasser hell
grün gefunden bis zum Verlassen der 50 Faden-Bank, wo ersteres — 7 Sm
nördlich der Bai — um 3 h p. m. des 20. August eine flaschengrüne Färbung
annahm. Die Wasser temperatur hatte um 12 h a. m. in der genannten Bucht
14,3° betragen; vor der letzteren stieg dieselbe auf 16,2° um 2 h p. m. (spoz.
Gew. 1,0219), fiel indefs darauf um 3 h p. m. wiederum auf 14,5° (spez. Gew.
1,0219). Eine schnelle Steigerung erfuhr die Wassertemperatur auf 17°30'S-Br
und 11° 41' O-Lg, ca 13 Sm südlich der Mündung des Cunene; dieselbe betrug
um 12' 1 a. m. am 22. August 14,7° (spez. Gew. 1,0222), um 4 h p. m. — 25 Sm
nördlicher — 17,5° (spez. Gew. 1,0221).
Der Strom wurde bis zur Palgrave-Spitze rw. Nord 0,4 Sm p. h., nördlich
hiervon in der gleichen Stärke auflandig im Mittel N 44° 0 gefunden. Der
Einflufs der westsüdwestlichen Dünung machte sich besonders stark zwischen
Kap Fr io und dem Cunene bemerkbar, wo das Fahrzeug in einer Entfernung
von 4 Sm vom Lande bis zu l‘/2 Sm p. h. nach Osten gesetzt wurde.
III. Von Mossamedes nach Espiègle-Bai.
Nach 24stündigem Aufenthalte ging S. M. Knbt. „Hyäne“ um 2 l /-p p. in.
am 24. August wieder in See.
1. Küste zwischen der Giraul- und Gertrud - Spitze, sowie
zwischen der Bai das Matilhas und der Espiègle-Bai. Das Wärterhaus
beim Leuchtfeuer der Giraul-Spitze 1 ) ist ein ca 2 l A m hohes kleines weifses
Gebäude mit glattem Dach; an der Westseite desselben wird an eisernem
Gerüst die Laterne geheifst. Nördlich vom Gebäude steht ein Signalmast, an
welchem durch Flaggensignale auf Rhede kommende Schiffo gemeldet werden.
Diese Signalstation scheint an Stelle der früher auf der Ponta do Noronha 3 )
befindlich gewesenen getreten zu sein. An letzterer Stelle befand sich zur Zeit
kein Sigualmast mehr. Wie das Wärtergebäude auf der Giraul - Spitze beim
Kommen von Süden, so bildet das weifse Wachthaus auf der Noronha - Spitze
ein gutes Landmark sowohl beim Kommen von Süden wie von Norden; selbst
bei etwas diesiger Luft wurde es über die niedrige Annunciation-Spitzo hinweg
aus WzS mw. auf 10 Sm gesichtet.
Nach Passiren des Ponta do Giraul wurde parallel zur Küste bis Sonnen
untergang in ca 4, darauf in ca 10 Sm Entfernung von derselben gedampft.
Die Küste zwischen GiVawZ-Spitze und Kap Euspa liegt auf der Karte
Tit. Vlll No. 11 (Br. Adm.-K. 627) unrichtig. Ersterer ist die Richtung mw.
NV*W in der Karte gegeben, während das Kanonenboot sich noch mit dem
Kurse mw. NNOV4O von der Küste entfernte.
Die Mündung des GiVawl-Flusses bildet infolge des tiefen Einschnittes in
die Küste ein gutes Peilobjekt. In dem ausgetrockneten Flufsbetto befinden
sich — wie in dem des Bero-Flusses — Plantagen. Ebenso sind die Einschnitte
von den in die Turtle-Btxi sich ergiefsenden beiden Bächen gute Marken. In
der SO-Ecke dieser Bucht steht ein weifses Haus.
Zwischen der Giraul- und der Ge/’irwd-Spitze, welch letztere mit Sonnen
untergang erreicht wurde, ist die Küsto aus Sandstein gebildet und fällt aus
mäfsiger Höhe meist steil zum Meere ab.
Am folgenden Morgen befand sich das Kanonenboot ca 3 Sm westlich
der Bucht, welche zwischen der Bai das Matilhas und Kap Martha liegt. Iu
die SO-Ecke dieser, nicht in die Espiègle- oder die vorgenannte Bucht, mündet
der Rio Caranjambo (vgl. „Ann. d. Hydr.“ 1888 S. 20), in dessen zur Zeit
trockenem Flufsbett sich Plantagen mit den dazu gehörigen Baulichkeiten
befinden.