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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Kleine Notizen. 
Nach einem Berichte des Kommandanten des niederländischen Schiffes „ Tromp“, 
Kapt. z. See К. A. Stakman Bosse, werden zu Buenos Aires Docks gebaut; 
das eine dieser Bassins liegt an dem Flusse Riachuelo, l ) und dieses ist bereits 
fertiggestellt. Schiffe von einigem Tiefgang können dasselbe jedoch nicht so 
leicht erreichen, da die Zufahrt noch ausgebaggert werden mufs. Da die Ein 
fahrt zu den La Plata-') Docks auch nur flach ist, so sollen daselbst Stein 
molen erbaut werden, welche eine Länge von 15 000 m erhalten sollen. 
Ein Schiff der „Niederländisch-Amerikanischen Dampfschiffs-Gesellschaft“ 
wurde im Dock zu Riachuelo aufgenommen; da es jedoch 6,6 m Tiefgang hatte, 
so mufste so viel von Bord gebracht werden, dafs der Tiefgang nur 5,4 m be 
trug; es mufste noch acht Tage liegen bleiben, um so hohes Wasser abzuwarten, 
dafs es wieder aus dem Dock gelassen werden konnte. 
Die Hafenbauten zu La Plata sind bis auf die Krähne fertiggestellt, es 
fehlt jedoch auch noch eine Anlage zum Kohleneinnehmen. Die Wassertiefe in 
dem grofsen Dock beträgt 6,4 m, dieselbe soll auf 7 m gebracht werden. Der 
Nullpunkt des Docks ist gleich 4,3 m am Pegel zu Punta Lara. Der geringste 
Wasserstand tritt bei anhaltendem Pampero-Winde (West bis NW) ein; in den 
letzten acht Jahren betrug der geringste Wasserstand — 11,5 dm, aber dieses 
hat nur einmal stattgefunden. Der höchste Stand bis -f- 3,6 m tritt bei SE- und 
Süd-Winden ein, und der mittlere Wasserstand ist -f- 0,9 bis 1 m. 
Die Baggerarbeiten in der Hafeneinfahrt sind ziemlich beendet; die Er 
öffnung des Docks war auf den 2. März d. J. angesetzt. Längs der Aufsen- 
kante des Docks ist eine 3,4 m breite und 7,8 m tiefe Rinne hergestellt, so dafs 
selbst bei niedrigem Wasserstand gröfsere Schiffe einen guten Liegeplatz finden. 
Zwischen deD Molen beträgt die Wassertiefe 6,7 m und aufserhalb 7,1 bis 7,3 m 
bei Niedrigwasser. 
Die Bank bei der Spitze Indio, auf welcher bei Niedrigwasser 5,1 bis 
5,4 m Wasser ist, wurde von dem Schiffe „Tromp“ mit 6,64 m Tiefgang bei 
Hochwasser passirt. 
3. Segelanweisung für den Hafen El Portillo. Südküste von 
Kuba. („Notice to Marinere“ No. 10/180. Washington 1890.) Nach einem 
Berichte des Kommandanten des У. St. S. „ Yantic“, Commander С. H. Rock 
well, ist die westliche Einfahrtsspitze des kleinen Hafens von El Portillo* *) nur 
von geringer Höhe, kann jedoch leicht an drei auffallenden Abhängon, die sich 
aufserhalb der Hafeneinfahrt befinden, erkannt werden. Oberhalb der erwähnten 
Abhänge liegt ein Felsen, welcher mit der Ruine eines Forts Aelinlichkeit hat. 
Die östliche Einfahrtsspitze ist niedrig und mit Mangrove-Gebüsch bedeckt. 
Wenn man sich dem Hafen bis auf 1 Sm Abstand genähert hat, mufs 
mau die Einfahrt in rw. N 20° W bringen und mit diesem Kurse einsteuern. 
Aufser den sichtbaren Untiefen sind weiter keine vorhanden. Von jeder der 
beiden Einfahrtsspitzen erstreckt sich auf kurze Entfernung flaches Wasser, 
was vom Deck des Schiffes aus leicht zu erkennen ist. Schiffe mit 3,66 m 
Tiefgang müssen auf 9 m Wasser ankern, sobald die östliche Einfahrtsspitze 
in rw. S 65° 0 peilt. Schiffe mit geringerem Tiefgänge können weiter hinein 
gehen und finden daselbst Schutz gegen alle Winde. Der Aukerplatz ist jedoch 
nur ein beschränkter. Auf dem äufseren Ankerplätze liegt man bei ESE- bis 
Süd-Wind nicht sicher. 
Am 15. Dezember 1889 wurde die Mifsweisung zu El Portillo zu 2° 34' 
Ost bestimmt. 
4. Bemerkung über Makalleh an der Nordküste des Golfs von 
Aden. Nach einem Berichte des Kommandanten S. M. S. „Leipzig“, Kapt. z. See 
Plüddemann, war zu Makalleh*) kein Rindvieh zu haben, obgleich nach der 
Segelanweisung solches daselbst im Ueberflufs zu billigen Preisen sein sollte. 
Das Rindvieh daselbst wird erst aus dem Innern des Landes herbeigeschafft, 
und das wenige vorhandene war sehr theuer. Dagegen waren die sonstigen 
Lebensmittel, wie Hühner, Eier und Fische, sehr billig. 
9 „South America Pilot“, Part I, 1885, pag. 202 bis 205; „The Rio de la Plata“, Washington 
1875, pag. 70; „The Coast of South America“, Washington 1889, pag. 196, 197. 
*) „West India Pilot“, Vol. II, 1887, pag. 383, und „Navigation of the Caribbean Sea etc.“, 
Vol. I, 1877, pag. 137. 
3 ) „Gulf of Aden Pilot“, 1887, pag. 105.
	        
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