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Regenfall auf den Samoa-Inseln.
So grofs und ausgeprägt der Unterschied in den Niederschlags Verhält
nissen der beiden Jahreszeiten aber auch ist, sind die Regenmengen, welche in
den regenärmsten Monaten fallen, immerhin noch recht erheblich, und kann von
einer Trockenzeit im eigentlichen Sinne des Wortes auf den Samoa-Inseln nicht
die Rede sein. In der That kam ein gänzlich regenloser Monat während der
ganzen siebenjährigen Beobachtungszeit nicht vor; der regenärmste Monat von
allen, August 1888, hatte immer noch fünf Regentage mit 22 mm Niederschiags-
höhe. In der ganzen Reihe sind überhaupt nur zwei Monate aufgeführt, in
denen die Regenmenge unter 50 mm blieb. In den beiden regenreichsten
Monaten der Tabelle, März 1882 und Januar 1883, erreichte die Niederschlags
höhe 1033 bezw. 1021 mm. Für die Jahre 1884 und 1885 liegen die Original-
notirungen vor, und läfst sich für diese deshalb auch die gröfste an einem Tage
gefallene Regenmenge feststellen. Dieselbe ergiebt sich zu 113 mm, und zwar
wurde dieser Betrag am 12. Juli 1885, also in der durchschnittlich regenärmsten
Jahreszeit, gemessen.
Wie es wohl überall und besonders in der Tropenzone der Fall ist, er
geben sich auch für Samoa zwischen den in denselben Monaten verschiedener
Jahre gefallenen Regenmengen sehr grofse Unterschiede. Beispiele solcher
Gegensätze sind der Januar 1883 mit 1021 und der Januar 1885 mit nur
430 mm, ferner März 1882 mit 1033 und März 1884 mit nur 152 mm, Juni 1882
mit nur 34, dagegen Juni 1884 und 1886 mit 310 mm, August 1883 mit 251
und derselbe Monat 1888 mit nur 22 mm. In den Jahressummen gleichen sich
diese Unterschiede einigermafsen wieder aus, so dafs man wohl annehmen darf,
dafs das aus der siebenjährigen Beobachtungsreihe gefundene Jahresmittel
nahezu richtig ist. Zur Feststellung zuverlässiger Monatsmittel dürfte indessen
eine erheblich längere Beobachtungszeit erforderlich sein, und dürften bei
Zugrundelegung einer solchen auch die vorhandenen anscheinenden Unregel
mäßigkeiten in dem jährlichen Gange des Regenfalls noch mehr verschwinden.
Zur Vergleichung sind in einer zweiten, hier folgenden Tabelle die für
Utumapu gefundenen Mittelwerthe noch mit denen einiger anderen in der süd
lichen Tropenzone des Stillen Oceans gelegenen Inseln zusammengestellt, welch
letztere der „Zeitschrift der österreichischen Gesellschaft für Meteorologie“ und
der „Meteorologischen Zeitschrift“ entnommen worden sind.
Mittlere Regenverhältnisse auf den Inseln des Stillen Oceans in der südlichen Tropenzone.
Beobachtungs- (
Neu - Calédonien
Fiji - Inseln
Samoa-Inseln
G esellschafts-Inseln
ort |
Numea
Ilanala
Levuka und Suva
Deianasau
Utumapu
Tahiti
[
22° 20' S-Br
21° 30' S-Br
17° 41' S-Br
16° 38' S-Br
ongef. 13 c
50' S-Br
17° 32
' S-Br
Lage j
und 166”
39' O-Lg
und 166
0' O-Lg
und 178°
52' O-Lg
und 178°
37' O-Lg
und 171°
40' W-Lg
und 149° 34' W-Lg
SW-Seite der Insel
NO-Seite
der Insel
S-Seite von Ovalau
bezw. Viti Levu
N-Seite
von Vanua Levu
N-Seite von Upolu,
260 m hoch
NW-Seite der Insel
Ref
jen-
Regen-
Regen-
Regen-
Regen-
Regen-
Menge
Tage
Menge
Tage
Menge
Tage
Menge
Tage
Menge
Tage
Menge
Tage
mm
mm
mm
mm
mm
mm
Januar . . .
73
9,5
139
10,5
298
20,5
617
22
632
22,2
178
17,0
Februar. . .
68
7
314
13
286
20,5
417
19
363
21,6
175
11,2
März....
93
12
139
18
354
22,5
501
20
444
20,8
199
10,8
April . . .
194
8
207
10,5
296
19,8
230
17
229
18,6
116
7,2
Mai ....
147
12,5
94
8,5
157
16,5
121
10
111
12,0
111
8,6
Juni ....
132
11,5
126
8
130
15,3
60
6
178
12,4
26
4,7
Juli ....
188
12,5
47
4,5
112
15,5
52
6
177
10,6
16
5,8
August . . .
58
8
142
8
173
15,6
97
8
113
8,6
15
3,4
September . .
60
8,5
49
4,5
133
14,6
84
9
285
14,2
34
8,0
Oktober. . .
53
4,5
193
16,5
180
13,0
164
11
247
16,2
45
6,2
November . .
76
7
103
6
257
16,5
162
11
235
15,4
121
9,2
Dezember . .
84
6,5
57
6,5
253
18,0
213
16
419
20,2
175
10,4
das Jahr
1226
107,5
1610
114,5
2629
208,3
2718
155
3433
192,8
1211
102,5
Beobachtungs
zeit
1863—64
1863-64
1875-85
1871-80
1882—88
8 Jahre