accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

194 
Bemerkungen über die Nordküste von Alaska. Nord-Amerika. 
ziemlich in der Mitte zwischen dem eigentlichen Lton-Riffe und dem Return- 
Riffe liegen, wurden sie Mididay-Inseln genannt; die westlichste dieser Inseln 
liegt in 70° 28' N-Br und 147° 53' W-Lg, und diese wurde Gross benannt. 
Auf dieser Insel wurde von Walfischfängern eine hölzerne Bake in Gestalt 
eines Kreuzes errichtet. Die Mifsweisung bei der Insel Cross wurde zu 38° 40' 
Ost bestimmt. 
Das Lion-Riff erstreckt sich parallel der Küste von der Insel Flaxman 
bis zur Spitze Anxiety und von hier oder eigentlich von der Insel Cross 
seewärts. 
Durch das Bis gezwungen, steuerten einige Walfischfang-Dampfer inner 
halb des Lion-Riffes, und fanden daselbst einen Kanal, in welchem nicht weniger 
als 5,5 m Wasser waren. 
Die Schiffe laufen in diesem Kanal bei einer kleinen, durch einen Pricken 
bezeichneten Insel ein und halten sodann auf die kleine Inselgruppe ab, die 
innerhalb des Riffes liegt und auf der Karte verzeichnet ist. Im Mittelkanal 
angekommen, steuern sie längs dem Festlande und kommen beim Riffe Return 
wieder heraus. 
In der Camden-Bucht findet man guten Ankergrund, und zwar seewärts 
einer im südlichen Theile der Bucht befindlichen Sandspitze, welche Collinson 
benannt wurde. Diese Spitze schliefst eine kleine Bucht, die Simpson Cove, 
ein, welche für kleinere Fahrzeuge als Winterhafen gut zu verwenden ist. Sie 
bietet gegen Eis und nördliche Winde vollkommen Schutz, während man diesen 
Vortheil nördlich der Spitze Collinson, zu Anker liegend, nicht hat. 
Auf der Spitze Collinson und auf der Insel Barter leben in den Sommer 
monaten, ebenso wie auch im Kotzebue-Snndi, Eskimos. Selbst Indianer (Luces- 
und Rai-Indianer) aus der Gegend der Flüsse Porcupine und Rat kommen zu 
Handelszwecken hier zusammen, und haben letztere ihre hauptsächlichen Zu 
sammenkunftsorte und Wohnungen bei der Äampori-Station. Sie sind friedlich 
gesinnt und gröfstentkeils Christen. Feste Niederlassungen sind weder bei der 
Spitze Collinson noch auf der Insel Rat vorhanden. 
Von der Spitze Manning aus wird ostwärts die Wassertiefe gröfser, 
obgleich die Küste auch hier flach bleibt. Die 18m-Linie ist hier ein gutes 
Fahrwasser, während man von der Spitze Bamow bis zur Spitze Manning im 
Allgemeinen 12,8 m findet. 
Die Berge ostwärts der Romanzoff-Bergkette, welche auf den Seekarten 
unter verschiedenen Namen verzeichnet sind, nähern sich hier der Küste. 
Bei Annäherung an die Insel Berschel erstreckt sich flaches Wasser vom 
Festlande nach See zu, besonders in der Nähe und ostwärts des Malcom- 
Flusses. Die Insel Berschel ist durchschnittlich 152 m hoch und fällt an allen 
Seiten allmählich gleichmäfsig ab. Dieselbe zeigt Spuren von früheren Gletschern, 
besitzt Gras und geringe Blumenvegetation. An der SO-Seite der Insel liegt 
ein kleiner Hafen, in welchem ein Schiff mit nicht mehr als 4,9 m Tiefgang 
Platz findet. Dieser Hafen, Pauline Cove genannt, dürfte für kleinere Schiffe 
auch zum Ueberwintern zu benutzen sein. Die Mifsweisung hierselbst wurde 
zu 43° 30' Ost bestimmt. 
Eine offene Bucht, TAeiw-Bucht benannt, wurde an derselben Seite der 
Insel aufgefunden; in dieser findet man bei westlichen und nordwestlichen 
Winden einen guten Ankerplatz. Bei östlichen Winden liegt man am besten an 
der SW-Seite der Insel, seewärts der Kreuzbake, welche hier von dem Schiffe 
„ Thetis“ errichtet worden ist. Dieser Ankerplatz ist Beluga Anchorage benannt. 
Die Gewässer zwischen der Insel Berschel und dem Festlande sind flach 
und befindet sich daselbst kein Fahrwasser für Schiffe. In der Nähe der Insel 
Berschel ist Ebbe und Fluth regelmäfsig, und beträgt die Fluthhöhe ca 0,9 m. 
Weiter ostwärts kommt man in den Strombereich des Mackenzie-Flusses, 
woselbst nach Angabe der Walfischfänger an einzelnen Stellen ein nach Nord 
setzender Strom von 2 bis 3 Sm Geschwindigkeit angetroffen worden ist. 
Seewärts der Mündung des Afac&önzte-Flusses und in der Nähe der Spitze 
Kay liegen Untiefen, welche von tiefem Wasser umgeben sind.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.