192 Segelanweisung für die do Los-Inseln und den Dubreka-Flufs. W-Kiiste v. Afrika.
Segelanweisung für die do Los-Inseln und den Dubreka-Flufs.
Westküste von Afrika. 1 * )
Nach den Berichten des Kommandanten der französischen Schiffe „Dakar“
und „MesangeLieut. Hallez, ist Konakry*) der gewöhnliche Anlaufspunkt
der Schiffe, welche in den Lw&r^a-Flufs einlaufen wollen. Das westafrikanische
Telegraphenkabel ist mit diesem Orte verbunden, und ist dieses die einzige
Telegraphenstation zwischen Bulama und Sieira Leone; auch unterhält liierselbst
die Regierung von Senegal ein Kohlendepot.
Die unter dem Schutze eines französischen befestigten Postens hierselbst
erbauten Faktoreien dienen vornehmlich als Lagerplätze der an den Flüssen
liegenden Faktoreien. Zwischen der Insel Tumbo, auf welcher Konakry liegt,
Dakar und Sierra Leone besteht regclmäfsiger Verkehr.
Wenn man den Ankerplatz von Konakry aufsucht, mufs man zunächst die
do Los-Inseln anlaufen. Schiffe mit mehr als 5 m Tiefgang können nicht bei
Konakry ankern, sondern müssen einen Ankerplatz bei der Insel Factory auf
suchen. Kleinere Schiffe können sich den Nordspitzen der Tamara- und Factory-
Inseln bis auf ‘/2 Sm nähern. Die beste Route zur Erreichung des Ankerplatzes
nördlich dieser Inseln führt auf geringe Entfernung an St-B. von der l 1 /* Sm
nordöstlich der Nordspitze der Insel Factory liegenden Telegraphentonne vor
bei; von hier steuere man auf die grofsen Bäume der Insel Tumbo zu und
verfolge dann die Richtung der daselbst ausliegenden Tonnen.
Die südlichste schwarze Tonne mufs man an B-B. lassen, dann nördlich
steuern und ungefähr 300 m nördlich des Anlegedammes ankern. Dieser, der
französisch-ostafrikanischen Gesellschaft gehörende Anlegcdamm ist aus Steinen
erbaut und hat einen Krahn. Die Landung ist leicht zu bewerkstelligen, mit
Ausnahme bei Niedrigwasser, da dann nahe dem Landungsplätze mehrere felsige
Untiefen trocken fallen.
Wenn man vom Ankerplätze Konakry mit einem kleinen Schiffe den
Lw&re&a-Flufs 3 ) besuchen will, so mufs man zunächst etwas nördlich der Nord
spitze der Insel Tamara 2‘/a Sm steuern und dann auf die Südspitze der Insel
Konebomby zuhalten. Hat man sich der letzteren bis auf 2 oder 3 Sm genähert,
so mufs man rw. N 50° 0 parallel zur allgemeinen Richtung der Insel Konebomby
steuern. Querab von dem auf dieser Insel liegenden Dorfe Candiah wende man
nach St-B. und steuere 2 Sm weit in der Richtung auf die Südspitze der Ein
fahrt in den Lw&reLz-Flufs zurück. Von hier wende man ca 10° nach St-B.,
segele l'/s Sm weit und halte dann abermals auf die südliche Einfahrtsspitze
des Zh<Aro&a-Flusses zu, um diese in 40 m Abstand zu passiren.
Nach dem Passiren dieser Spitze mufs man eine Bank am rechten Flufs-
ufer zu vermeiden suchen und sich deshalb nahe am linken Ufer bis zur Mün
dung des Äünmfo/-Flusses halten, woselbst man bis gegen das Ende der Fluth
ankern mufs, um dann erst die Fahrt im Flusse fortzusetzen. Da jedoch das
Flufsbett nicht genau bekannt ist, so warte mau nicht ganz bis zum Ende der
Fluth, tun im Falle des Grundberührens leichter loszukommen. Es ist überall
Schlammgrund, mit Ausnahme bei Dofily, woselbst zwei Klippen liegen.
Von der Bank, welche die Spitze Rogberrd verlängert, mufs man gut
weit abbleiben und, ehe man ankert, das rechte Ufer anlaufen. Der Ort Dubreka
(Debreeka) ist jetzt ein wichtiger Handelsplatz. Im Jahre 1888 ist daselbst
eine französische Station gegründet worden. Die Karawanen kommen zahlreich
aus dem Innern hierher und bringen Kautschuk, Gummi, Häute, Elfenbein etc.
Im Jahre 1888 bestanden zu Dubreka 5 Faktoreien, und zwar 2 französische,
2 englische und 1 deutsche. Sowohl am Orte als auch in den Faktoreien sind
Rinder und Schafe zu bekommen; Früchte sind seltener als zu Konakry, dafür
ist aber der Lw6re/ta-Flufs sehr fischreich.
b „Notice hydrographique“ No. G. Paris 1889.
b „Africa Pilot“, Part I, 1885, pag. 188.
3) a. a. O. pag. 186.