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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Segelamveisimg für die Nordost-Küste von Kaiser Wilhelms-Land. 
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Die Dörfer der Eingeborenen sind an der Küste selten grofs, oft nur 
aus 5 bis 10 Hütten, gewöhnlich aus 15 bis 20 Hütten bestehend, doch kommen 
auch Dörfer von 70 bis 80 Hütten vor. Die Dörfer werden öfter abgebrochen 
und an anderer Stelle wieder erbaut, so dafs man nicht mit Sicherheit darauf 
rechnen darf, jedes in die Karte eingetragene Dorf nach Jahren noch an dieser 
Stelle zu finden. 
Von Kap Cretin bis Finschliafen. (Vertonung auf der Karte.) Ein ab 
geflachter, bewaldeter Bergrücken von 350 bis 400m Höhe, Lugaueng oder 
Luivoain genannt, auf der Südostspitze der Halbinsel, deren Südküste der Iluon- 
Golf bespült, fällt nach Südost mit einigen Unebenheiten zu dem etwa eine 
Seemeile breiten, ebenen Küstensaum ab, dem die Gfn^afa-Inseln vorgelagert 
sind. Küstensaum und Inseln, mit dichter Baumvegetation bestanden und von 
gleicher Höhe über Wasser — etwa 15 m — sind aus östlicher Richtung in 
einiger Entfernung gesehen, nicht von einander zu unterscheiden, so dafs bis 
vor Kurzem die Existenz der Inseln und der dahinter gelegenen Häfen unbekannt 
war, und die äufserste Spitze als scheinbare Festlandspitze von D’Entrecasteaux 
Kap Cretin getauft wurde. Auch die Berge sind hier mit Bäumen bestanden, 
mit Ausnahme eines kleinen Fleckens Graslandes am südlichen Abhang des 
erwähnten Bergrückens, welcher Fleck eine Marke bildet zum Erkennen des 
Kap Cretin. Für vom Süden her ansegelnde Schiffe bilden die zwar niedrigen, 
aber durch ihre Bäume doch auf über 10 Sm Entfernung sichtbaren Cretin- oder 
Tam-Inseln ebenfalls eine gute Marke. Die noch in der neuesten Br. Adm.- 
Karte diesen Inseln gegebene Bezeichnung „uninhabited“ ist unrichtig, da die 
selben von einem sehr rührigen, friedfertigen Handelsvölkchen bewohnt sind. 
Etwa 1V* Sm nordwestlich der Inseln liegt ein gröfseres Korallenriff, so dafs 
man im Westen die Inseln in nicht zu grofser Nähe passiren darf. Der Lugaueng- 
Rücken fällt nach Nord allmählich zur Langemak-BxuMt ab, welche aber von 
See aus, ebenso wie der Finschha/en, schwer auszumachen ist, weil die den 
Hintergrund bildende Bergkette des inneren Landes ohne Unterbrechung fortläuft 
und die Vorberge sich davon nicht abheben. Als Anhalt für Schiffe, die aus 
östlicher Richtung ansegeln, wird die Bemerkung am Platze sein, dafs der süd 
lichste Berg — der Lugaueng — etwas an B-B. gehalten, auf die Langemak- 
Bucht führt, die folgende Bergerhebung etwas an B-B. den Finschhafen öffnet, 
bevor das Schiff dicht unter die Küste gelangt. Bei Finschhafen werden 
übrigens beim Näherkommen einige hellere, mitunter gelbliche Grasflecken 
sichtbar. Weiter nach Süden giebt es deren nicht, da der beim Lugaueng 
erwähnte von Osten nicht sichtbar ist, während nach Nord hin einige Grasberge 
folgen. Gegenwärtig steht auf der den Finschhafen nach Ost abschliefsenden 
Halbinsel Nugidu eine kleine halbe Seemeile südlich von der ßredow-Spitze 
eine weifse Bretterbake mit einem schwarzen F in der Mitte, welche sich nach 
oben mit treppenförmigen Absätzen verjüngt. Die sich auf dem grünen Hinter 
gründe der Bäume gut abhebende Bake ist aus Richtungen zwischen NOzO und 
SzW sichtbar und nimmt sich aus der Ferne wie der treppenförmige Giebel 
einer Kirche aus. Von Norden hör ist die Bake zwar nicht sichtbar, doch 
bemerkt man von dieser Seite, wenn man dicht unter die von Untiefen gänzlich 
freie und gefahrlose Küste läuft und längs dieser südwärts geht, bald die 
Häuser und Schiffe des Hafens, welche aus östlicher Richtung durch die hohen 
Bäume von Nugidu verdeckt sind. 
Dreger- und Schneiderhafen, Langemakbucht und Finschhafen. 
Der Dregerhafen, durch die durch Riffe mit einander verbundenen Inseln Matura, 
Kumbam und Nussing gebildet, ist für gröfsere Schiffe nur vom Süden her, um 
das Südriff der Insei Nussing (Kap Cretin) herum, zugängig und gegen alle 
Winde geschützt. Man gelangt zunächst in ein kleineres, nach Süden offenes 
Bassin mit der kleinen Insel Simboa, und sich nahe an den äufseren Inseln 
haltend (da von einer Spitze des Festlandes ein Riff ausgeht), in das gröfsere 
Bassin, in welchem man sich einen Ankerplatz nach Belieben auf 24 bis 40 m 
Tiefe nehmen kann. Trinkwasser kann man aus einem im Norden des Hafens 
bei einem Dorfe mündenden Bache erhalten. Von diesem Hafen, der im Nordost 
durch ein unterseeisches Riff mit einer 4 m tiefen, 300 m breiten Einfahrt ge 
schlossen ist, gelangt man nordwärts in den ebenfalls gut geschützten, von den 
Korallen-Inseln Sagaing-saun und Sagaing-capuing nach See hin abgeschlossenen 
Abu. <1. HjJr. etc., 1890, Heft V. 4
	        
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