Segelamveisimg für die Nordost-Küste von Kaiser Wilhelms-Land.
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Die Dörfer der Eingeborenen sind an der Küste selten grofs, oft nur
aus 5 bis 10 Hütten, gewöhnlich aus 15 bis 20 Hütten bestehend, doch kommen
auch Dörfer von 70 bis 80 Hütten vor. Die Dörfer werden öfter abgebrochen
und an anderer Stelle wieder erbaut, so dafs man nicht mit Sicherheit darauf
rechnen darf, jedes in die Karte eingetragene Dorf nach Jahren noch an dieser
Stelle zu finden.
Von Kap Cretin bis Finschliafen. (Vertonung auf der Karte.) Ein ab
geflachter, bewaldeter Bergrücken von 350 bis 400m Höhe, Lugaueng oder
Luivoain genannt, auf der Südostspitze der Halbinsel, deren Südküste der Iluon-
Golf bespült, fällt nach Südost mit einigen Unebenheiten zu dem etwa eine
Seemeile breiten, ebenen Küstensaum ab, dem die Gfn^afa-Inseln vorgelagert
sind. Küstensaum und Inseln, mit dichter Baumvegetation bestanden und von
gleicher Höhe über Wasser — etwa 15 m — sind aus östlicher Richtung in
einiger Entfernung gesehen, nicht von einander zu unterscheiden, so dafs bis
vor Kurzem die Existenz der Inseln und der dahinter gelegenen Häfen unbekannt
war, und die äufserste Spitze als scheinbare Festlandspitze von D’Entrecasteaux
Kap Cretin getauft wurde. Auch die Berge sind hier mit Bäumen bestanden,
mit Ausnahme eines kleinen Fleckens Graslandes am südlichen Abhang des
erwähnten Bergrückens, welcher Fleck eine Marke bildet zum Erkennen des
Kap Cretin. Für vom Süden her ansegelnde Schiffe bilden die zwar niedrigen,
aber durch ihre Bäume doch auf über 10 Sm Entfernung sichtbaren Cretin- oder
Tam-Inseln ebenfalls eine gute Marke. Die noch in der neuesten Br. Adm.-
Karte diesen Inseln gegebene Bezeichnung „uninhabited“ ist unrichtig, da die
selben von einem sehr rührigen, friedfertigen Handelsvölkchen bewohnt sind.
Etwa 1V* Sm nordwestlich der Inseln liegt ein gröfseres Korallenriff, so dafs
man im Westen die Inseln in nicht zu grofser Nähe passiren darf. Der Lugaueng-
Rücken fällt nach Nord allmählich zur Langemak-BxuMt ab, welche aber von
See aus, ebenso wie der Finschha/en, schwer auszumachen ist, weil die den
Hintergrund bildende Bergkette des inneren Landes ohne Unterbrechung fortläuft
und die Vorberge sich davon nicht abheben. Als Anhalt für Schiffe, die aus
östlicher Richtung ansegeln, wird die Bemerkung am Platze sein, dafs der süd
lichste Berg — der Lugaueng — etwas an B-B. gehalten, auf die Langemak-
Bucht führt, die folgende Bergerhebung etwas an B-B. den Finschhafen öffnet,
bevor das Schiff dicht unter die Küste gelangt. Bei Finschhafen werden
übrigens beim Näherkommen einige hellere, mitunter gelbliche Grasflecken
sichtbar. Weiter nach Süden giebt es deren nicht, da der beim Lugaueng
erwähnte von Osten nicht sichtbar ist, während nach Nord hin einige Grasberge
folgen. Gegenwärtig steht auf der den Finschhafen nach Ost abschliefsenden
Halbinsel Nugidu eine kleine halbe Seemeile südlich von der ßredow-Spitze
eine weifse Bretterbake mit einem schwarzen F in der Mitte, welche sich nach
oben mit treppenförmigen Absätzen verjüngt. Die sich auf dem grünen Hinter
gründe der Bäume gut abhebende Bake ist aus Richtungen zwischen NOzO und
SzW sichtbar und nimmt sich aus der Ferne wie der treppenförmige Giebel
einer Kirche aus. Von Norden hör ist die Bake zwar nicht sichtbar, doch
bemerkt man von dieser Seite, wenn man dicht unter die von Untiefen gänzlich
freie und gefahrlose Küste läuft und längs dieser südwärts geht, bald die
Häuser und Schiffe des Hafens, welche aus östlicher Richtung durch die hohen
Bäume von Nugidu verdeckt sind.
Dreger- und Schneiderhafen, Langemakbucht und Finschhafen.
Der Dregerhafen, durch die durch Riffe mit einander verbundenen Inseln Matura,
Kumbam und Nussing gebildet, ist für gröfsere Schiffe nur vom Süden her, um
das Südriff der Insei Nussing (Kap Cretin) herum, zugängig und gegen alle
Winde geschützt. Man gelangt zunächst in ein kleineres, nach Süden offenes
Bassin mit der kleinen Insel Simboa, und sich nahe an den äufseren Inseln
haltend (da von einer Spitze des Festlandes ein Riff ausgeht), in das gröfsere
Bassin, in welchem man sich einen Ankerplatz nach Belieben auf 24 bis 40 m
Tiefe nehmen kann. Trinkwasser kann man aus einem im Norden des Hafens
bei einem Dorfe mündenden Bache erhalten. Von diesem Hafen, der im Nordost
durch ein unterseeisches Riff mit einer 4 m tiefen, 300 m breiten Einfahrt ge
schlossen ist, gelangt man nordwärts in den ebenfalls gut geschützten, von den
Korallen-Inseln Sagaing-saun und Sagaing-capuing nach See hin abgeschlossenen
Abu. <1. HjJr. etc., 1890, Heft V. 4