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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Papa“. 
Die Durchschnitts-Temperatur der Luft an den vier Beobachtungsstunden 
zusammen betrug 9,7° C. Es zeigte sich nur eine ganz geringe Abweichung der 
Mittel der einzelnen Beobachtungsstunden von einander. Mit 10,9° C. im Mittel 
war die Luft um 12 Uhr Mittags am wärmsten und mit 8,2° C. um 8 Uhr Abends 
am kühlsten. Der mittlere tägliche Unterschied zwischen der gröfsteu und der 
geringsten Wärme war demnach innerhalb der Beobachtungsstunden nur 2,7° C. 
Die Aendcrungen der Lufttemperatur vollzogen sich im Allgemeinen nur sehr 
langsam. Die bedeutendste Steigerung derselben innerhalb der Beobachtungs 
termine eines Tages war 6,1° C. ain 18. November, als die Temperatur von 
8,2° C. um 8 Uhr Morgens auf 14,3° C. um 4 Uhr Nachmittags stieg. Die 
stärkste Abnahme der Temperatur, von 15,3° auf 8,0°, fand von 12 Uhr Mittags 
bis 8 Uhr Abends am 30. Dezember statt. Die mittlere Temperatur einzelner 
Zeitabschnitte war, wie folgt: 
Letzte Woche des Oktober 
9,6° C. 
I. 
Dekade 
November 
8,4° 
II. 
n 
r> 
» 
9,9° 
III. 
Y> 
r> 
W 
9,9° 
I. 
T) 
y) 
Dezember 
7,7° 
IL 
n 
» 
r> 
8,4° 
III. 
« 
» 
» 
12,5° 
I. 
Pentade 
n 
Jauuar 
12,6° 
Es fand demnach vom 24. Oktober bis zum 20. Dezember ein leichtes 
Auf- und Abgehen derselben statt, worauf dann für die beiden letzten Zeit 
abschnitte eine plötzliche bedeutende Erwärmung eintrat. Als die höchste 
Temperatur in der gauzen Zeit erwies sich 16,0° C., beobachtet am 26. November 
12 Uhr Mittags bei schwachem NNW-Winde und stark bewölktem Himmel; die 
niedrigste war 3,3° C., am 9. November um 8 Uhr Abends, bei stürmischem 
W-Winde und leicht bewölktem Himmel. Die höchste und die niedrigste 
Temperatur wichen also um 12,7° C. von einander ab. 
Obwohl die Beobachtungen an einer wasserreichen Meeresstrafse gemacht 
sind, ist doch die gefundene mittlere relative Feuchtigkeit gegen alle Erwartung 
klein, nämlich 69,4 °/o. Am 12. Dezember um 12 Uhr Mittags war die relative 
Feuchtigkeit bis auf 37% heruntergegangen; dabei wehte ein leichter W-Wind, 
und der Himmel war fast ganz bedeckt. Vollständig mit Wasserdampf ge 
sättigte Luft ist nur vier Mal beobachtet worden. 
Die Bewölkung des Himmels war im Mittel 7,0. An den 290 Beobachtungs 
terminen zeigte sich derselbe nur ein einziges Mal vollständig klar, dagegen 
64 Mal ganz bedeckt. Die Cumuluswolke war die bei Weitem am meisten vor 
kommende Form. Unter den 321 Benennungen über Wolkenformen finden sich 
Cirri 26, Ci c 2, Ci-s 76, Str 24, W-c —, Cum 126, Cu-s 64 und Nim 3 Mal 
erwähnt. 
Der vorherrschende Witterungszustand ist als veränderlich zu bezeichnen. 
Böen und Stofswinde traten häufig auf und waren vielfach von Regen und Hagel 
begleitet. In drei Fällen kam auch Schnee vor, während Dunst 5 und Nebel 
1 Mal beobachtet wurde. Gewitter traten nicht auf. Von den 72 Tagen der 
Beobachtungszeit waren 53 mit trockenem Wetter und 19 mit Niederschlägen. 
Die mittlere Temperatur dor Meeresoberfläche, welche indefs nur bis zum 
10. Dezember beobachtet wurde, betrug 7,1° C. Sie war durchschnittlich um 
12 Uhr Mittags mit 7,2° C. am höchsten und um 8 Uhr Abends mit 7,0° C. am 
tiefsten. Ihre Aenderung im Laufe des Tages entsprach demnach derjenigen 
der mittleren Lufttemperatur. 
Auf der Rhede stand einige Male eine starke südöstliche Dünung, die 
das Landen zuweilen erschwerte. 
II. Die Baker-Insel im Stillen Ocean, 
auf ungefähr 0° 14' N-Br und 176° 30' W-Lg.‘) 
Am Mittage des 6. Januar 1888 ging „Papa“ in Punta Arenas bei flauer 
nördlicher Briese Anker auf, um in Ballast nach der BaAer-Insel zu segeln und 
>) Siehe „North Pacific Ocean and Japan Directory“, Findlay, Third Edition pag. 933.
	        
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