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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

164 Die neuen amerikanischen Seekarten in gnomonischer oder Centralprojektion. 
— 578 mm. Das Rechteck der Karte hatte nahe 5 Fufs Länge und 3 Fufs 
Breite, jedoch wurde nur der trapezförmige Raum davon benutzt, welcher sich 
vom unteren Rande der Karte, dem Aequator, bis zum 65. Breitengrade 
erstreckte und an den Seiten von den Meridianen 90° W und 15° 0 von 
Greenwich begrenzt wurde. 
Uebergehend zu den einzelnen Karten, wie sie jetzt vorliegen und mir 
zunächst von Herrn Prof. Krümmel gefälligst zur Benutzung mitgetheilt 
wurden, so haben wir zuerst die folgende Karte: 
I. Great Circle Sailing Chart of tho North Atlantic Ocean. Published 
Sept. 1886 at the Hydrographie Office, Navy Department, Washington, D. C. — 
J. R. Bartlett, Commander, U. S. N., Ifydrographer to the Bureau of Navigation. 
Edition of Dec. 1888. Devised by Gustave Herrle, Chief Draughtsman. Price 
50 cents. 
Als Berührungspunkt dieser Karte mit der Kugel (Point of tangency) 
ist 30° N-Breite und 80° W-Länge von Greenwich gewählt. Von hier erstreckt 
sich die Karte südwärts bis zum Aequator, welcher den unteren Rand der 
Karte darstellt, und nordwärts bis zum 68. Breitengrade. Die Längenausdehnung 
geht von 96° W- bis 33° O-Länge, von welchen beiden Meridianen noch ein 
kleiner Theil auf der Karte Platz findet. Es ist aber das ganze Rechteck der 
Karte, von 3 Fufs Länge und 2 Fufs Breite, vollständig für das Gradnetz und 
die Küstenzeichnung ausgenutzt. Ferner sind alle Meridiane und alle Breiten 
parallele von Grad zu Grad, und zwar durch punktirte Linien, so angegeben, 
dafs von Punkt zu Punkt l /e Grad oder 10' bedeutet, wodurch die Breite und 
Länge eines jeden Ortes in der Karte ohne Weiteres bis auf 5' wenigstens 
abzulesen ist. Die Angaben der herrschenden Winde nach den Jahreszeiten 
sind hier wie in den übrigen Karten weggelassen, weil sie sich doch wohl für 
alle Karten nicht durchführen liefsen, indem es dazu noch an hinreichenden 
Beobachtungen und deren Bearbeitung mangelt. Zur Bestimmung der Kurse 
im gröfsten Kreise sind um den einzigen, hier nach Graden eingetheilten Kompafs 
in dem Berührungspunkte 12 koncentrisehe Kreise beschrieben, wovon der 
innerste Kreis sich auf den Ort des Berührungspunktes bezieht, und daselbst 
also keine Korrektion des Kurses vorhanden ist; die übrigen Kreise aber sind 
so eingetheilt, wie sie dem Kurse für die Breite des Abfahrtsortes entsprechen. 
Allerdings mufs dabei auch die Länge des Abfahrtsortes in Betracht kommen, 
aber dafür ist in anderer Weise gesorgt, durch Uebertragung des Kursdreiecks 
nach dem mittleren Meridian (30° W) in der Karte. Soll nämlich der anfäng 
liche Kurs zwischen zwei beliebigen Oertern, von A nach B, gefunden werden, 
so suche man zwei andere Oerter, A' und B', in der Karte auf, welche denselben 
Breitenunterschied und Längenunterschied wie A und B haben, und zwar so, 
dafs A' in gleicher Breite mit A, auf den mittleren Meridian (30° W) zu liegen 
kommt, B' in gleicher Breite mit B, sich so legt, dafs der Längenunterschied 
zwischen A' und B' der gegebene zwischen A und B ist. Der Vortheil dieser 
Verlegung des Abfahrtsortes auf den mittleren Meridian besteht offenbar darin, 
dafs hier wieder der Meridian und der Breitenparallel zu einander senkrecht 
stehen, wie auf der Kugel, und daher die gerade Linie A' B' den gesuchten 
Kurs darstellt, entweder mit gar keiner oder nur einer geringen erforderlichen 
Verbesserung, je nachdem A' nahe am Berührungspunkte (30° N-Breite) oder 
weiter davon entfernt liegt. Die Anweisung in der Karte lautet daher: man 
lege ein Parallel-Lineal an A' B' und verschiebe es bis zur Mitte des Kompasses, 
indem man dort die Linie verlängert, bis sie denjenigen koncentrischen Kreis 
trifft, welcher zur Abfahrtsbreite gehört, auf welchem der gesuchte Kurs abzu 
lesen ist. Noch ist zu bemerken, dafs in dem Beispiel auf der Karte statt des 
Punktes B ein anderer willkürlicher Punkt (D) der Linie A B gewählt ist, und 
um es bequemer zu machen, ist der Längenunterschied zwischen A und D zu 
rund 20° angenommen, wodurch die Linie A' D' mit 20° Längenunterschied 
eine kürzere als A' B' wird, aber ebenso richtig, da die Punkte A' D' B' in 
einer geraden Linie liegen und hier nur der anfängliche Kurs bei A für den 
gröfsten Kreis AB gesucht wird. Das Beispiel lautet wie folgt: Gesucht wird 
der Kurs von A auf 40° 40' N-Breite und 51° 35' W-Länge, nach B auf 
50° 50' N-Breite und 10° 55'W-Länge. Die obige Konstruktion auf der Karte 
gab N 56° O. Die Berechnung des sphärischen Dreiecks würde N 56° 10' 0
	        
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