Kleine Notizen.
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7. Bemerkungen über die Strömungen bei der Insel Upolu.
Samoa-Inseln. (Notice to Mariuers 6/115. Washington 1890.) Nach einem
Berichte des Kommandanten des V. St. Schiffes „Adams“, Lieutenant-Commander
J. J. Hunker und des Lieutenant W. H. Beehler von demselben Schiffe, hat
der Kapt. Hamilton, ein früherer Seemann welcher jetzt in Apia lebt, und
seit 1853 sehr viele Küstenfahrten um die Insel Upolu gemacht hat, erklärt,
dafs die Strömung an der Nordküste nach NW und an der Südküste nach Ost
setzt. 1 ) Die Strömungen sind in Stärke und Richtung sehr verschieden und vom
Winde abhängig. Die Strömung an der Nordküste setzt während des Passats
nach NW, zu anderer Zeit in verschiedener Richtung.
Längs der Südküste setzt der Strom zu jeder Zeit nach Osten und in
der Nähe des östlichen Endes der Insel wird man zuweilen 2 bis 3 Kn gegen
den Wind versetzt.
Der Führer des amerikanischen Schoners „Challenger“ theilt mit, dafs
er bei dem Ostende von Upolu, von Windstille überfallen wurde und das Schiff
nach SW auf die Insel zu versetzt wurde; als man sich schon in der Nähe der
Insel befand, wurde das Schiff durch einen Gegenstrom, welcher um die Süd
seite der Insel setzte, zurück nach NO versetzt.
Tom 20. August bis 14. Dezember 1889 hat das Schiff „Adams“ zwölf
Fahrten zwischen Upolu und Tutuila gemacht, hierbei ergab sich, dafs zwischen
den Inseln im Durchschnitt ein nach NW setzender Strom von 0,4 Kn die
Stunde gefunden wurde. In der Nähe der Insel Tutuila setzt der Strom, be
sonders bei NE-Wind, nach SW (vgl. No. 2499 d. „Nachr. f. Seef.“ 1889).
8. (D. S.) Manpango-Bank, Süd-China-See. Kapt. C. L. Henne,
von der Deutschen Bark „Papa“ berichtet: Am 12. August 1889 bekamen
wir um 1 Vä h p. m. die A/awj?a«<yo-Sandbank — Discovery East-Bank — von der
Marsraa in einem Abstande von 7 Sm in Sicht und sahen sie bald darauf, als
wir uns bis auf 4 Sm genähert hatten, auch von Deck aus. Die Bank erhebt
sich nur wenige Fufs über die Meeresoberfläche und hat eine Länge von etwa
V* Sm. Die Brandung erstreckt sich indefs nach S und N noch ungefähr ‘/2 Sm
über den sichtbaren Theil der Bank hinaus. In der Nacht und bei ruhiger See
mufs dieselbe jedenfalls sehr schlecht sichtbar sein.
9. Flaschenposten. (D. S.) a) Eingesandt von dem Herrn August
Habenicht in Fort Pierce (Florida), über Bord geworfen von dem deutschen
Dampfer „Olinda“, Kapitän F. Kier, auf der Reise von Madeira nach Montevideo
am 4. August 1888 auf 14° 0' N-Br und 26° 0' W-Lg und gefunden von dem
obengenannten Herrn am 5. November 1889 an der Ostküste von Florida,
einige Seemeilen nördlich von Indian River Inlet, auf 27° 32' N-Br und
80° 19' W-Lg.
Der Fundort der Flasche liegt 3150 Sm nach WNW 5 /VW von dem Orte
des Ueberbordwerfens derselben entfernt. Auf ihrem wahrscheinlicheren Wege,
südlich von den westindischen Inseln und um Kap St. Antonio herum, hatte
die Flasche indefs in 458 Tagen rund 3900 Sm zurückgelegt.
b) Wurde der Seewarte durch das Königliche Vice-Konsulat für Schwe
den und Norwegen in Key West Fla. eingesandt. Heber Bord geworfen ist der
Zettel von dem deutschen Dampfer „Ceara“, Kapt. J. Göttsche, auf der Reise
von St. Vincent (Kap Verden) nach Montevideo am 25. November 1888 auf
1° 40' N-Br und 29° 47' W-Lg und gefunden von dem Kapt. Adolphus
Pin der am Strande der Insel Mattacambae, an der Südostküste von Florida,
auf 24° 52' N-Br und 80° 41' W-Lg am 10. November 1889.
Die Flasche hat nach den vorstehenden Aufzeichnungen zweifellos ihren
Weg durch das Karaibische Meer und um Kap St. Antonio herum genommen
und auf demselben ungefähr 3480 Sm nach WNW'/sW und 310 Sm nach N0 3 A0,
also zusammen in 350 Tagen rund 3790 Sm, zurückgelegt. Die Annahme, dafs
auch die unter a) aufgeführte Flasche diesen Weg genommen, wird dadurch
um so wahrscheinlicher.
1) Pacific Islands. Vol. II, 1885, pag. 36, 37, 42, 43.