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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutsche» Seewürfe, Winter 1885—86. 155 
sie an die Nordseite des Hochdruckgebietes gekommen waren, einen befriedigen 
den Verlauf. Die zeitweise stürmischen Ostwinde, welche bei ihnen wehten, 
als am 23. und 24. Januar jenes auf Karte VI verzeichnete, sich auf gokrümmter 
Bahn zur Kanalmündung bewegende Tiefdruckgebiet südlich von ihnen passirte, 
waren nicht von langer Dauer, und kurze Zeit darauf erreichten alle Schilfe 
den Kanal. 
Eine andere Gruppe von Schiffen, welche in der ersten Hälfte des Januar 
die Linie verlassen hatte, bestand aus „Dione“, ,,Prinz Albert“, „Adolph“ und 
„Caroline Behn“. Dieselben erreichten, mit Ausnahme von dem durch Mallung 
länger zurückgehaltenen „Adolph“, den Nordostpassat ohne Schwierigkeit, worauf 
dann die beiden erstgenannten Schiffe bis in verliältnifsmäfsig hohe Breiten vom 
Passate begleitet wurden. Derselbe endete bei „Dione“ in 33° N-Br und 
38,5° W-Lg am 18. Januar und bei „Prinz Albert“ in 33° N-Br und 39° W-Lg 
am 25. Januar, dagegen bei „Adolph“ schon in 29° N-Br und 33° W-Lg am 
20. Januar und bei „Caroline Behn“ sogar schon in 20,5° N-Br und 38,8° W-Lg 
am 25. Januar. Die an demselben Tage bei „Prinz Albert“ und „Caroline 
Behn“ so verschieden auftretenden Winde finden ihre Erklärung in dem Auf 
treten jenes flachen Tiefdruckgebiets der Karte VI, welches sich vom 24. bis 
zum 30. Januar inmitten des Oceans nach Osten und Südosten bewegte. Auf 
dem letzten Reiseabschnitt wurde der, freilich als eisernes Schiff jetzt nicht 
sehr schnelle „Prinz Albert“ im Vergleich mit seinen Mitseglern ganz ungewöhn 
lich zurückgehalten. Am Mittag des 16. Januar hatte sich dies Schiff unweit 
von 17° N-Br in 38° W-Lg und gleichzeitig „Adolph“ in 17,3° N-Br und 31° 
W-Lg befunden. Jenes segelte dann, von dem sich langsam nach rechts drehen 
den, durch keine^Störung unterbrochenen Ostwinde begleitet, bis zum 26. Januar 
nach 34,2° N-Br in 38,6° W-Lg, während „Adolph“, welcher unweit 29° N-Br 
leichte Winde und Mallung gefunden hatte, gleichzeitig nach 34,4° N-Br in 
31,5° W-Lg vorrückte. Soweit hatte sich „Prinz Albert“ gegen den Mitsegler 
ganz gut gehalten. Von jetzt ab verlor er aber bedeutend, denn während ihm 
durch die vom 27. bis zum 30. Januar wehenden stürmischen Nordwinde fast 
jeder Fortgang unmöglich gemacht wurde, konnte „Adolph“ bei frischen Süd 
ost- und Südwinden seine Reise in sehr erwünschter Weise fördern. Infolge 
dessen war am 30. Januar Mittags der Schiflfsort von „Prinz Albert“ noch in 
34,3° N-Br und 37° W-Lg, während der von „Adolph“ schon 39,2° N-Br in 
20° W-Lg geworden war. Bei jenem Schiffe herrschte zur Zeit ein stürmischer 
Nordostwind, bei diesem Windstille. Die so verschiedenen Verhältnisse jener 
vier Tage wurden verursacht durch das Auftreten des Tiefdruckgebietes der 
Karte VII, welches sich damals südwestlich von den Azoren auf nordöstlicher 
und südöstlicher Bahn bewegte. In diesem, freilich selbst zur Winterszeit nicht 
häufigen Falle war also das westlicher stehende Schiff das benachtheiligte. Da 
„Prinz Albert“ später, und besonders nahe vorm Kanal auch noch Ostwinde 
antraf, konnte seine Reise keine schnelle sein. 
Während der zweiten Hälfte des Januar betraten sechs der in der Liste 
enthaltenen, nach Nordeuropa bestimmten Schiffe nördliche Breite. Es waren 
dies „Hermes“, „Gerd Heye“, „Adelaide“, „Kaiser“, „Polynesia“ und „Emil 
Julius“. Ihre Reisen nahmen im Allgemeinen keinen günstigen Verlauf, nur 
„Kaiser“ und „Polynesia“ konnten sie in kürzerer Zeit als 40 Tagen vollenden. 
Die Reise des „Gerd Heye“ nahm sogar 52 Tage in Anspruch. Beim Ueber- 
gange in das Gebiet des Nordostpassats fand nur der auch später vom Passat 
am wenigsten begünstigte „Hermes“ an mehreren Tagen Mallung und Stille. 
Der Passat selbst begleitete die Schiffe bis zu folgenden Punkten: „Hermes“ 
bis 28° N-Br und 42° W-Lg, „Gerd Heye“ bis 27,7° N-Br und 44,2° W-Lg, 
„Adelaide“ bis 28,8° N-Br und 43,5° W-Lg, „Kaiser“ bis 29,6° N-Br und 44,1° 
W-Lg, „Polynesia“ bis 28,5° N-Br und 43,5° W-Lg und „Emil Julius“ bis 
26,5° N-Br und 46,8° W-Lg. Bei allen endete er an demselben Tage, nämlich 
am 7. Februar. Die damals in geringer Entfernung von einander stehenden 
Mitsegler trafen zunächst eine mehrere Tage lang anhaltende Mallung an, danach 
aber noch wieder nordöstlichen Wind. Derselbe wurde verursacht durch das 
flache Tiefdruckgebiet der Karte VIII, dessen Bahn vom 10. bis zum 12. Februar 
inmitten des Oceans zwischen 25° und 30° N-Br auftrat. Auf dem letzten Reise 
abschnitt, auf dem vorherrschend Westwinde, an mehreren Tagen aber auch 
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