Bemerkungen über die vulkanische Insel Falcon innerhalb der Tonga-Gruppe.
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Im Jahre 1886 passirte das V. St. S. „Mohican“ diese Insel und berechnete
die Länge derselben zu 1,1 Sm und ihre Höhe zu 50 m. Der Krater befand
sich am Ostende, und dicke Rauchwolken entquollen demselben. Von dem
Kommandanten des französischen Schiffes „Decres“ wurde im Jahre 1887 ge
meldet, dafs die Höhe dieser Insel 88 m betrage, und in demselben Jahre passirte
die englische Jacht „Sybil“ diese Insel, von welcher der Besitzer der Jacht,
Esq. H. Tufnell, eine Skizze entwarf. Darauf wurde diese Insel und das sie
umgebende Seegebiet von dem Kommandanten des britischen Schiffes „Egeria“,
Commander Oldham, vermessen. Derselbe fand, dafs die Insel eine Länge von
1,1 Sm, eine Breite von 0,9 Sm hatte, und dafs die Form derselben einem Ei
ähnelte. Der südliche Theil ist hoch und fällt nach See zu schroff ab. Nach
Norden zu schliefst sich an die Anhöhe ein langer flacher Strand an. Der
Gipfel der Insel hat eine Höhe von 47 m, und die ganze Insel bestand aus
Asche und Schlacken, mit einigen vulkanischen Steinen, welche besonders viel
auf dem flachen Abhang im Norden gefunden wurden.
Unter dem Einfluß des Seegangs bei den fast stetig herrschenden Südost-
Winden ist dieses lockere Material schnell weggeschwemmt worden; es finden
noch fortwährend Erdrutsche statt, so dafs das Aeufsere der Insel fortwährenden
Aenderungen ausgesetzt ist. Nach der Ansicht des Commander Oldham hat
der eigentliche Gipfel der Insel sich 180 bis 275 m südlich der gegenwärtigen
höchsten Abhänge befunden, denn seit der Aufnahme der Insel durch Mr. Tufnell
von NW und von der „Egeria“ von SSO aus haben in den letzten zwei Jahren
sehr bedeutende Veränderungen stattgefunden, und es sind die verschiedenen
seiner Zeit gemeldeten Gipfel dieser Insel allmählich wieder durch die See
zerstört worden.
Die nach Norden zu sich erstreckende Ebene ist, da sie in Lee liegt
und dem Einflufs des Seegangs weniger ausgesetzt ist, auch weniger den Ver
änderungen unterworfen. Diese Ebene wird von einigen 1 bis 3,7 m hohen
Höhenzügen quer durchschnitten; dieselben sind jedenfalls bei besonders hohen
Springfluthen und gleichzeitig auflandigen Winden entstanden und bilden jetzt
eine Art Düne.
Aus den Spalten und Schluchten des südlichen Abhanges steigt noch
Dampf auf, einige Wassertümpel auf der Insel enthalten warmes Salzwasser;
dasselbe steigt und fällt mit der Gezeit.
Nach allen Anzeichen ist der flache Theil dieser Insel in den letzten
2 bis 3 Jahren weder gestiegen noch gesunken, es ist jedoch nicht wahrschein
lich, dafs die Existenz der Insel, wenn nicht die Oberfläche derselben eine
harte Kruste erhält und dadurch dem Einflufs der See mehr Widerstand ent
gegen setzen wird, von langer Dauer sein wird.
Zwischen den Inseln Falcon und Namuka ergaben die Lothungen ein
ca 1830 m tiefes Thal.
Die ca 73 Sm in NNO von der Insel Falcon liegende und einige Jahre
früher entstandene Insel Metis ') (ein vulkanisoher Kegel) ist noch nicht näher
untersucht worden.
Segeianweisung für die Bissagos- (Bijouga-) Inseln.
Westküste von Afrika.
(,Notice hydrographique“ No. 6. Paris 1889.)
Der Kommandant des französischen Schiffes „Mésange“, Lieut. Hallez,
und der Kommandant des französischen Schiffes „Dakar“, Seekadett Pierre,
haben 1888 Nachstehendes über die Bissagos- (Bijouga-)* *) Inseln berichtet.
Wenn man von Westen kommend die Btssa^os-Inseln ansteuert, um bei
Bissao zu ankern, mufs man zunächst die Cö^o-Inseln sichten, um die Strömung
zu vermeiden, welche nordöstlich und südwestlich setzt und eine Geschwindig
keit von 3 Sm erreicht. Sobald die Cat/o-Inseln passirt sind, kann man längs
derselben steuern und seinen Kurs nach Peilungen regeln, bei Einbruch der
Nacht ist jedoch ein Ankern anzuempfehlen.
i) Vgl. „Nachr. f. Seef.“ 1875, No. 97; 1877, No. 310; 1878, No. 824, und „Ann. d. Hydr.“
1877, pag. 239.
*) ,.Africa Pilot“ ; Part I, 1885, pag. 168.