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Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Triton*.
zusammenhängendes Ganzes bis auf den bezeichneten tiefen Einschnitt ungefähr
recht im Westen von Timaru. Bei einer Annäherung von N oder 0 sind die
in der Karte verzeichnoten zwei Gebüsche leicht zu erkennen, nur kommen die
selben nicht eher in Sicht, als bis man ziemlich nahe unter der Küste steht.
Bei sichtigem Wetter erblickt man über die vorliegende Bergkette hinweg die
Gletscher und weifsen Firnen der südlichen Alpen.
Wellington. Auf der Reise von Timaru, welcher Hafen am 23. Januar
1889 verlassen wurde, nach Wellington war unser Schiffsort am 31. desselben
Monats um 12 Uhr Mittags 41° 48' S-Br und 174° 36' O-Lg. Des regnerischen
unsichtigen Wetters halber wurde das Schiff unter kleinen Segeln beigedreht.
Als die Luft um 3 h p. m. aufhellte, sahen wir Kap Campbell. Bei Sonnen
untergang waren die Küste und die nahe gelegenen Berge deutlich zu sehen,
während die an den vorhergegangenen Tagen bei den herrschenden nördlichen
Winden klar sichtbaren hohen Berge im Innern des Landes bei dem jetzigen
Südwinde in Dunst eingehüllt waren. Auf der Wache von 12 bis 4 Uhr setzten
wir auf Port Nicholson zu und befanden uns mit Tagesgrauen am 1. Februar
bei gutem Wetter, sichtiger Luft und steifer südöstlicher Briese vor den Hoofden.
Innerhalb des Barrfitt-Riffes bekamen wir aus einem Walboote, welches die
englische Lootsenflagge führte, einen Lootsen, unter dessen Anleitung wir mit
dem günstigen Winde direkt an das Bollwerk, an welchem wir den Ballast zu
löschen und die Ladung einzunehmen hatten, hinan segelten. Die Schiffe werden
an demselben vorne und hinten mit ihren Ankerketten festgemacht, eine An
ordnung, die mit Rücksicht auf die hier wehenden harten Winde getroffen ist.
Während unseres hiesigen Aufenthaltes bis zum 19. Februar haben wir jedoch
nicht sonderlich unter dem Wetter zu leiden gehabt.
ln der schönen Bucht von Port Nicholson (Wellington) findet man überall
Ankergrund. Die vorhandenen Untiefen machen sich selber kenntlich oder sind
durch Bojen bezeichnet. Obwohl die einkommenden Schiffe gewöhnlich einen
Lootsen nehmen, wozu sie übrigens nicht verpflichtet sind, gehen sie doch fast
immer ohne einen solchen wieder in See. Da man zum Ausgehen stets einen
günstigen Wind abzuwarten hat, so bietet dasselbe auch keinerlei Schwierig
keiten. Handliche, gut manövrirende Schiffe mögen gelegentlich eingekreuzt
sein; das Gewöhnliche aber ist, dafs ein Schiff, welches vor den Hoofden den
Wind aus der Bucht wehend findet, sich einen guten Ankerplatz aufsucht und
dort so lange liegen bleibt, bis ein zum Einsegeln günstiger Wind eintritt.
Während unserer Anwesenheit in Wellington wechselten daselbst starke,
in Böen wehende südliche und nördliche Winde alle paar Tage mit einander
ab. In der Nacht vom 16. zum 17. Februar, als wir auf der Rhede vor Anker
lagen, erreichte der Nordwind in den Böen die Stärke 10—11, ohne dafs indefs
das Barometer im Geringsten dadurch beeinflufst worden wäre. Das Klima von
Wellington ist mildo und angenehm. In der Bai ist ein grofser Reichthum an
Fischen.
Bemerkungen über die vulkanische Insel Falcon innerhalb der
Tonga-Gruppe.
Von dem Hydrographen der britischen Admiralität W. J. L. Wharton
sind in der Zeitschrift „Nature“ No. 1056 vom 23. Januar d. J. nachstehende
Bemerkungen über die im Jahre 1876 von dem Kommandanten des britischen
Schiffes „Falcon“ zuerst gemeldete vulkanische Erhebung innerhalb der
Tanga-Gruppe veröffentlicht worden. Der betreffende Kommandant meldete
seiner Zeit, dafs sich ca 30 Sm in West der Insel Namuka, in ungefähr
20° 20' S-ßr und 175° 20' W-Lg, eine Untiefe gebildet habe. Im Jahre 1877
berichtete der Kommandant des britischen Schiffes „Sappho“, dafs er auf der
vom Kommandanten des „Falcon“ angegebenen Position Rauch aufsteigen ge
sehen habe. Am 14. Oktober 1885 tauchte daselbst infolge eines unterseeischen
vulkanischen Ausbruches eine Insel empor, welche zuerst von dem Dampfer
„ Janet Nichol“ gesehen und von ihm auf 2 Sm Länge und 76 m Höhe ge
schätzt wurde. 1 )
i; Vgl. „Nachr. f. Seef.“ 1886, No. 92, 190, 882, 1776, uml „Ann. d. Hydr.“ 1886, pag. 225.