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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Bemerkungen über einige Orte auf Kaiser Wilhelms-Land etc. 
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Die Insel Ramos konnte auf diesem Kurse nicht gesichtet werden; die 
selbe soll nach Aussage des Führers des englischen Schoners „ Thistel“, welcher 
in der Passage kreuzte, westlicher liegen, als in der Karte angegeben ist. 
In den Cockatoo-Hafen konnte ohne Mühe eingelaufen werden. Die in 
der Br. Adm.-Karte 209 (Tit. XII, No. 124) befindliche englische Skizze erwies 
sich sowohl hinsichtlich der Landmarken, als auch der Peilungen als zuverlässig. 
S. M. S. „Alexandrine“ ankerte im Hafen von Cockatoo in den Peilungen: 
Aeufserste Huk der IsaöcMnsel in mw. SOzOVsO, Nordhuk der 6’ocAaioo-Insel 
in mw. SzO'/sO, auf 35 m Wasser. 
Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Triton“, 
Kapt. G. Reinicke. 
Bemerkmigen über australische und neuseeländische Häfen. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Port Adelaide und Port Broughton. Am 26. November 1887 
passirten wir um 6 Uhr Abends Kap Borda und segelten dann, so viel Luv 
als möglich haltend, dicht unter der Kängeru-Insel entlang, woselbst der bis 
dahin stetige SE-Wind in starken Böen von dem hohen Lande herabfiel, auf 
B-B.-Halsen durch die Investigator-Stnxise. Die wie gewöhnlich recht durch 
die Bac^sfatVs-Passage wehende südöstliche Briese trieb uns zwar ganz be 
deutend aus unserem Kurse, aber als wir nach Troubridge gekommen waren, 
räumte der Wind allmählich wieder auf, und bald konnten wir die Raaen 
wieder aufbrassen und die noch übrige Entfernung von etwa 40 Sm bis 
Adelaide bei einer Fahrt von 10 bis 11 Knoten zurücklegen. Nachdem wir 
nach unserer Rechnung die Untiefe Wonga passirt haben mufsten, wollte 
ich ankern, fand aber nur 3 Fad. Wasser, wo nach der Karte 3 S A Fad. sein 
sollten — eben nördlich bis nordnordöstlich von der Boje — weshalb ich es 
vorzog, noch etwas weiter nordwärts nach dem Leuchtthurm zu treiben, wo 
selbst man 7,3 bis lim (4 bis 6 Fad.) findet. Wenn die Entfernung bis zur 
Semaphor Jetty von hier aus auch etwas zu weit ist, um einen bequemen Ver 
kehr mit dem Schiffsboot zu gestatten, so bietet die neue Längs Bay Jetty alle 
und vielleicht noch mehr Vorzüge als erstere. Um 9 Uhr Abends kamen wir 
nach glücklich vollbrachter Reise zu Anker. 
Während unserer Anwesenheit in Port Adelaide bis zum 5. Januar 1888 
herrschte daselbst das gewöhnliche Sommerwetter, nur wollte es mir scheinen, 
als ob die Hitze, die Staubwehen und die sonst vorkommenden Erscheinungen 
in diesem Sommer ungewöhnlich stark aufträten, eine Ansicht, die auch von 
Anderen getheilt wurde. Nach Aussage hiesiger Bewohner kommen Gewitter 
in der Regel nur bis zu den an den Bergen liegenden Vorstädten von Adelaide, 
während sie die eigentliche Stadt nur selten und die am Wasser belegenen 
Theile, Port Adelaide und Semaphor, fast nie erreichen. Dem entgegen beob 
achteten wir in diesem Dezember zwei regelrechte Gewitter mit heftigen Böen 
aus NW und anhaltendem Regen. 
Am 3. Januar 1888 hatte das Schiff genügend Ballast genommen, um 
nach Port Broughton am Spencer-Golf geschleppt zu werden; allein es wehte 
bei einem, wenn auch nicht niedrigen, so doch fallenden Barometer zu hart aus 
SW, als dafs wir ausgehen konnten. Erst am Abend des 5. Januar, nachdem 
der Wind bis zu einer steifen Briese abgenommen hatte und seine Richtung 
S bis SSE geworden war, konnte die Reise angetreten werden. Bei der Un 
tiefe Wonga holte der Wind um 8 Uhr Abends so raum, dafs wir die Schräg 
segel setzen konnten, ohne welche auch der Dampfer wohl kaum im Stande 
gewesen wäre, das Schiff bei der steifen Briese und dem hohlen Seegange vor 
wärts zu bringen. Als um 12 h p. m. Troubridge in einem Abstande von 8 Sm 
West peilte, nahm die Windstärke schnell ab, und da wir zugleich westlicher 
steuerten, fühlten wir bald nur noch einen leichten östlichen Zug. Nach Sonnen 
aufgang frischte der Wind wieder auf, und wir steuerten platt vor demselben 
Ann. d. Hydr. etc., 1890, Heft IV. 2
	        
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