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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

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Zusätze zu den Segelanweisungen für die Küsten des Japanischen Meeres. 
Die Anzahl der Zollbeamten sowohl (von denen 5 Europäer, worunter 
2 Deutsche), als auch die Anlagen, worunter eine gut gebaute Mole mit ver 
schiedenen Anlegeplätzen, lassen darauf schliefsen, dafs eine weitere bedeutende 
Ausdehnung des Handels erwartet wird; erhofft wird dieselbe durch Inbetrieb 
setzung der Telegraphenlinie Söul—Gensan, die schon in diesem Frühjahr fertig 
gestellt sein sollte, und durch diejenige von Fusan, wolche ebenfalls in Aus 
sicht genommen ist. 
Von gemeinnützigen Anstalten bestehen nur, 1888 errichtet, eine Handels 
kammer und eine Schule, beide in der japanischen Ansiedelung. 
Der Hafen scheint nicht so gesund zu sein, wie Fusan-, es kamen bei 
den Japanern viel Fieberfälle vor, allerdings keine Cholera, auch nicht in der 
Koreanerstadt. 
Gewehrschiefsübungen können (nach aulsen hin) von Bord aus und auch 
an Land abgehalten werden, Geschützschiefsübungen aufserhalb der Hafen- 
begreuzung (Linie zwischen Murawieff Point und Skotei-ri, 1 */* Sm vom Anker 
platz) in der 5 Sm langen, 6 Sm breiten Bucht; für Torpedoschiefsübungen ist 
der Strand bei Shotei-ri sehr gut geeignet; auch für Landungsexercitien ist 
westlich von der japanischen Ansiedelung Gelegenheit vorhanden. — Die Er- 
laubnifs für das Hafengebiot ertheilt der Gouverneur (Präfekt) durch Ver 
mittelung des ersten Zollbeamten. 
Schwimmunterricht kann ertheilt werden, zum Baden ist sehr gute Ge 
legenheit. 
Die Zollverhältnisse sind hier dieselben wie in Fusan, auch ist ein 
Hafenmeister hier, wie dort, vorhanden. 
Befestigungen und Truppen existiren nicht. 
Eine sehr werthvolle Bereicherung der Messeverpflegung liefert die Insel 
Chotoku-tö, von welcher vorzügliche Austern in grofser Menge gebrochen 
werden können. 
12. Die Insel Matsu-sima entspricht im Allgemeinen der Beschreibung 
im „China Sea Directory“, Baud IV, Seite 126 bis 127; sehr bemerkenswerth 
sind zwei unweit des Gipfels des „sugar-loaf-hill“ bezeichneten Felskegels quer 
durch denselben gehende, nadelöhrartige Durchbohrungen. — Landung ist 
übrigens bei ruhiger See an vielen Stellen möglich; das Holz wird nicht mehr 
allein von Koreanern zum Bootsbau benutzt, sondern von Amerikanern nach 
Japan verschifft; an vielen Stellen sind bereits abgeholzte Flächen bemerkbar. 
Auf der Nordseite der Insel war die See bis auf eine Entfernung von 
etwa 4 Sm hin mit feinen, weifsen Flaumfedern bedeckt, wohl von grofsen 
Brutstätten von Seevögeln herrührend. 
13. Vom Shanghai-Lootsen war ich auf das Vorhandensein einer Bank 
in der Gegend zwischen 38° und 39° N-Br und 129° und 130° Lg aufmerksam 
gemacht worden. — Zwei Lothungen ergaben auf etwa 
1. 38° 10' und 129° 50' 76 m grauen Sand statt etwa 1000 m, 
2. 38° 20' „ 129° 120 m „ „ 1600 m. 
14. An der ganzen Küste und zwischen derselben und Matsu-sima wurde 
eine aufserordentliche Menge grofser Wale, meist in Gruppen schwimmend, 
bemerkt, auf Matsu-sima auch ein Seehund. 
15. Südlich von der ‘/2 Sm vom Südende der Insel Nikolski’) belegenen 
kleinen Insel befinden sich, einige Hundert Meter entfernt, kleine in der Wasser 
oberfläche liegende Felsen, bei etwas bewegter See durch hohe Brandung an 
gezeigt; weder in der Segelanweisung, noch in der englischen Admiralitäts 
karte 54 (Tit. XI, 119) sind dieselben angegeben. 
16. Die Cocks-Comb-Rock s 2 ) peilen in Eins SOzO; ein kleinerer Fel3 
liegt etwa 300 m südwestlich; der höhere der beiden Hauptfelsen ist 85 m hoch, 
der niedrigere etwa 50 m. — Die Inseln sehen aus, als -wären sie von SW nach 
NO hin umgefallen. 
17. Tsivolko-Insel 3 ) ist weder rund, noch grün, sondern eckig, wie auf 
der Karte 2432 (Tit. XI, 191), gezeichnet, und braun; die Insel ist nicht durch- 
!) Vgl. China Sea Directory, Vol. IV, 1884, p. 131. 
*) a. a. 0. p. 137. 
3 ) a. a. O. p. 147.
	        
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