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Kleine Notizen.
„Skakspere“, Kapt. C. Müller, auf der Reise von Hamburg nach New-York
am 15. August 1888 auf 56° 8' N-Br und 29° 57' W-Lg über Bord geworfen
und von dem Herrn Einav Reitan am 20. März 1889 an der Küste von Nor
wegen, nördlich von Christiansund, bei dem Fischerorte Odden auf 63° 21'N-Br
und 7° 46' W-Lg wieder aufgefunden.
Nach den obigen Daten hat die Flasche in 7 Monaten oder 212 Tagen
1220 Sm nach ONCM/sO zurückgelegt.
g) Wurde der Seewarte durch das deutsche Konsulat in Glasgow über
mittelt, nachdem derselbe von dem deutschen Vollschiffe „Stassfurt“, Kapitän
C. Vogelsang, auf der Reise von Hamburg nach New-York am 15. Juni 1889
auf 57° 0' N-Br und 18° 2' W-Lg über Bord geworfen und von dem Herrn
Donald Macfadyen am 17. Oktober 1889 im OSO der Insel Hellisay (Barra-
Sund, Hebriden) ohne Angabe der Entfernung von derselben treibend aufgefunden
worden war.
Nach den vorstehenden Aufzeichnungen zu schliefsen, hat die Flasche in
124 Tagen etwa 350 Sm recht nach Ost zurückgelegt.
h) Durch die Vermittelung des deutschen Konsulats in San Juan de
Puerto Rico ist der Seewarte von den Herren C. A. Dethleffsen und Juan
de Choudens ein Flaschenpostzettel zugesandt, welcher von dem deutschen
Dampfer „Hamburg“, Kapt. P. H. Dreyer, auf der Reise von St.Vincent nach
Hamburg am 9. Februar 1889 auf 21° 52' N-Br und 22° 42' W-Lg über Bord
geworfen und von einem Neger, Arbeiter auf der Zuckerplantage San Juan
Baptista, am 14. Oktober 1889 auf dem Strande in Puerto Real, auf der Insel
Vieques bei Puerto Rico, in 18° 6' N-Br und 65° 28' W-Lg, stark mit Muscheln
angesetzt, aufgefunden wurde.
Diese Flasche hat unter den bekannten Voraussetzungen in 247 Tagen
2422 Sm nach W‘/äS zurückgelegt.
i) Wurde eingesandt von dem Agenten des Hauses C. Woermann in
Hamburg, Herrn Bodo Ulrichs in Grand Bassa, Republik Liberia, Westafrika,
nachdem derselbe von der deutschen Bark n Okeia u , Kapt. H. W. B. Nissen,
auf der Reise von Iquique nach Hamburg am 27. Mai 1889 auf 0° 35' N-Br
und 29° 48' W-Lg über Bord geworfen und von einem Krooboy am 8. Oktober
1889 an der Küste von Liberia, 30 Sm südöstlich von Grand Bassa, auf ungefähr
5° 35' N-Br und 9° 43' W-Lg wieder aufgefunden worden war.
Die Trift dieser Flasche ergiebt sich nach den obigen Angaben zu 1240 Sm
nach 0N0 3 /*0 in 134 Tagen.
k) Ein Flaschenpostzettel, welcher der Seewarte von dem Herrn A. Krüger
in Panama gesandt wurde. Derselbe ist über Bord geworfen von der deutschen
Bark „Elisabeth“, Kapt. G. Green, auf der Reise von La Union nach dem
Kanal am 9. Juni 1889 auf 0° 6' S-Br und 98° 25' W-Lg und gefunden (von
wem, nicht angegeben) am 21. Oktober 1889 bei dem Fischerorte Pacaro, 15 Sm
östlich von Panama, auf etwa 9° 1' N-Br und 79° 17' W-Lg.
Die Flasche ist nach Verlauf von 134 Tagen wieder aufgefunden. Auf
dem nächsten Wege würde sie 1190 Sm nach ONO, bis in die Nähe von Kap
Mala, und von hier 110 Sm nach NNO, bis zu dem Orte Pacora, also zusammen
1300 Sm, zurückgelegt haben. Es erscheint indefs wahrscheinlich, dafs die
Flasche einen Umweg gemacht hat, zuerst noch in nordwestlicher und nördlicher
Richtung getrieben und später erst ostwärts umgebogen ist.
Diese Flaschenpost ist von um so gröfserem Werth, als sie die erste ist,
welche von der östlichen Aequatorial-Gegend des Stillen Oceans an die See
warte gelangte, und ihre Trift einen Beweis für das Vorhandensein des
Aequatorial-Gegenstromes in diesem Meerestheile erbringt.
l) Von dem obengenannten Herrn ist der Seewarte ein zweiter Flaschen
postzettel zugegangen, welcher von der deutschen Bark „G. C. Sieben“, Kapt.
H. van Heuvel, am 17. Mai 1889 auf 0° 5' N-Br und 99° 45' W-Lg über
Bord geworfen und um die Mitte des Monats Oktober im Archipel el las Perlas
(Golf von Panama) aufgefunden wurde.
Die von der Flasche in etwa 5 Monaten ebenfalls im Aequatorial-Gegen-
strome zurückgelegte Entfernung beträgt auf dem geraden Wege ungefähr
1340 Sm nach ONO'/sO.