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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

Kleine Notizen. 
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steuern mufsten. Bei nicht mondhellen Nächten ist die ¿»«/¿-Strafse entschieden 
der Lomi>o&-Strafse vorzuziehen, da man in der ersteren beide Küsten anlothen 
und nötigenfalls überall ankern kann, während man in letzterer beides ent 
behren mufs und bei leichten Winden oder Stillen leicht in Verlegenheit geräth. 
Bei der diesmaligen Durchsegelung der Lombok -Strafse hatten wir zwar auch 
meistens nur südliche und östliche Mallungen, doch behielt das Schiff stets 
Steuerkraft, so dafs wir zur Durchfahrt nur 24 Stunden — von einem Morgen 
bis zum anderen — benöthigten. Es war uns während der Nacht stets möglich, 
unseren Schiffsort durch Landpeilungen festzustellen.“ 
5. (D. S.) Flaschenposten, a) Von dem Herrn John Schweizer 
in Augmtine, Florida, ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel gesandt, welcher 
von dem deutschen Dampfer „Köln“, Kapt. K. v. Gössel, auf der Reise von 
St. Vincent nach Montevideo am 1. Februar 1887 auf 1° 10' N-Br und 30° 16' W-Lg 
über Bord geworfen und von G. K. Morse am 11. September 1888 an der Ost 
küste von Florida, bei Summer llaven, 1 Sm südlich von Matanzas Inlet, auf 
29° 39' N-Br und 81° 18' W-Lg aufgefunden wurde. 
Der Fundort der Flasche liegt loxodromisch 3411 Sm nach NWzW s /sW 
von dem Orte des üeberbordsetzens derselben. Es ist indefs höchst wahrschein 
lich, dafs die Flasche ihren Weg durch das Karaibische Meer, um Kap St. Antonio 
herum und durch die Strafse von Florida genommen hat, unter welcher An 
nahme sie in runden Zahlen 3450 Sm in westnordwestlicher, 370 Sm in ostnord 
östlicher und 280 Sm in nördlicher Richtung, zusammen 4100 Sm, zurückgelegt 
haben würde. Der Zeitraum, welcher zwischen dem Ueberbordwerfen und 
Wiederauffinden der Flasche verflossen ist, umfafst 588 Tage oder 1 Jahr 7 Mo 
nate und 10 Tage. 
b) Wurde eingesandt durch das deutsche Konsulat in Freetown. Die 
Flasche wurde über Bord geworfen von dem deutschen Vollschiffe „Rajpoot 
Kapt. A. Grönn, auf der Reise von Shields nach Iquique am 24. Mai 1889 
auf 5° 30' N-Br und 24° 50' W-Lg und gefunden von Tuah Roman am 
3. August 1889 an der Westküste von Afrika auf der Barre des Flusses Sherbro 
in 7° 23' N-Br und 12° 32' W-Lg. 
Unter. den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 71 Tagen 
742 Sm nach 0 3 /*N zurückgelegt. 
c) Ein Flaschenpostzettel, über Bord geworfen von dem deutschen 
Dampfer „ValparaisoKapt. F. Rohlfs, auf der Reise von Pemambuco nach 
Lissabon am 6. April 1889 auf 6° 32' N-Br und 27° 45' W-Lg, eingesandt und 
gefunden von George Gaysh in Freetown am 21. August 1889 an der West 
küste von Afrika auf der Barre des Flusses Nuhez, in 10° 37' N-Br und 
14° 42' W-Lg. 
Die Trift der Flasche beträgt nach den vorstehenden Daten 811 Sm nach 
ONOVsO in 137 Tagen. 
d) Eingegangen durch die Vermittelung des deutschen Konsulats und 
des Hafenmeisters in Cearä. Derselbe wurde ebenso wie c) über Bord geworfen 
von dem deutschen Dampfer „ Valparaiso“, Kapt. F. Rohlfs, auf der Reise von 
Lissabon nach Pemambuco am 13. August 1889 auf 5° 41' S-Br und 33° 17' W-Lg 
und gefunden von einem Fischer aus Mucuripe, an der Nordküste von Brasilien, 
am 30. desselben Monats 1 Sm östlich von dem genannten Orte auf 3° 42' S-Br 
und 38° 27' W-Lg, im Wasser treibend. 
Soweit sich dieses aus dem Obigen ableiten läfst, hat die Flasche in 
17 Tagen 331 Sm nach WNW’/sW zurückgelogt. 
e) Ein Flaschenpostzettel, welcher von den Herren Levy & Como in 
Aracaty eingesandt ist. Wurde über Bord geworfen von dem deutschen Dampfer 
„Hamburg“, Kapt. E. Jaegermann, auf der Reise von Madeira nach St. Vincent 
am 31. Juli 1889 auf 7° 57' S-Br und 33° 44' W-Lg und gefunden von dem 
Herrn Horace Francisco Ramos am 23. August 1889 an der Nordküste von 
Brasilien auf dem Strande bei Aracaty in ungefähr 4° 25' S-Br und 37° 44' W-Lg. 
Die Flasche hat längs der Küste von Brasilien um Kap St. Roque herum 
wahrscheinlich etwa 200 Sm nach NNW72W und 150 Sm nach WNW’/aW, 
zusammen rund 350 Sm, in 23 Tagen zurückgelegt. 
f) Dieser Zettel ist der Seewarte von dem Herrn Rasmus Lossius 
in Christiansund zugesandt. Derselbe wurde von dem deutschen Vollschiffe
	        
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