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Zur Pom der Cyklonen.
Aus den Tropen liegen mir keine Mittelwerthe vor; die neueren Autoren
sind aber meist geneigt, anzunehmen, dafs daselbst bei kleinerem Umfang der
Cyklonen ihre Form sich dem Kreise mehr nähere, als in den gemäfsigten
Zonen. Als Beispiele führe ich nur einige Fälle au. In dem Manila - Cyklon
vom 20. Oktober 1882 betrug die kleine Achse 78 pCt., in dem vom 5. No
vember 1882 83 pCt. a )
Es liegt nun die Frage nahe: Wie hoch mögen die Werthe der kleinen
Achse überhaupt steigen? Kommen auch solche von 90 bis 100 pCt. vor,
d. h. kreisförmige, koncentrische Isobaren?
Nach den japanischen Beobachtungen bin ich geneigt, diese Frage zu
bejahen.
Die Tokio-Wetterkarten, welche seit dem Jahre 1883 dreimal täglich er
scheinen, bieten gelegentlich ein Bild fast kreisförmiger, koncentrischer Isobaren.
Die besten Beispiele liefern die Karten für den 12. August 1884, 21. August
1886 und 19. August 1889.
Alle Beispiele fallen in den August, den einzigen Monat des Jahres, in
welchem wir hier langsame 3 ) Cyklonen zu erwarten haben. Zur ausführlicheren
Besprechung eignet sich sowohl wegen der vollständigeren Beobachtungen, als
auch wegen der Lage der Stationen zum Centrum am besten der letzte Fall.
Am 19. August 1889 überschritt ein Taifun 4 ) Süd - Japan auf dem
134. Längengrade von Süd nach Nord. Seine Geschwindigkeit betrug während
des Ueberganges etwa 6 Sm die Stunde.
Für fünf verschiedene Stunden, den 19. August 2 a, 4 a, 6 a, 8 a und 2 p,
sind die Barometerstände nach den schriftlichen Sturmberichten der Stationen
unten angeführt und auf der Tafel durch Isobaren veranschaulicht. Sämmtliche
Stationen sind mit verglichenen Quecksilber-Barometern ausgerüstet, die Angaben
für die meist geringe Seehöhe verbessert und auf 45° Breite reducirt. Die
Beobachtungen sind nach Normal-Zeit (Zeit des 135. Längengrades) angestellt,
also genau gleichzeitig.
Ferner ist noch zu bemerken, dafs die dem Centrum zunächst liegende
Station Kochi (No. 5 der Liste und Tafel) um 8 a Nord- und 9 a West-Sturm
beobachtete, das Centrum also unmittelbar Ost von Kochi nach Norden zog.
Stationen 6 ) Barometerstände am 19. Angust 1889,
No. nach der Breite reducirt auf den Meeresspiegel
geordnet in 45° Breite
2a
4 a
6 a
8a
2p
mm
mm
mm
mm
mm
1
Kagoshima
749,2
—
749,0
—
749,1
2
Miyasaki
46,8
746,8
46,8
746,9
47,0
3
Nagasaki
49,9
—
49,8
—
49,0
4
Oita
45,6
44,9
44,8
44,9
44,8
5
Kochi
33,2
35,4
33,3
33,0
41,6
6
Akamayasaki
749,2
—
748,7
748,6
748,3
7
Wakayama
44,5
742,1
41,1
40,8
42,1
8
Hiroshima
45,9
44,9
44,3
43,4
42,9
9
Ozaka
47,0
46,0
45,0
45,0
44,3
10
Tsu
51,3
50,9
50,6
51,0
47,5
11
Hamamatsu
754,2
754,1
754,1
754,6
753,7
12
Kioto
49,6
49,0
48,6
48,5
45,6
13
Numazu
56,5
56,2
56,2
56,0
55,4
14
Gifu
53,7
—
53,2
53,4
51,5
15
Sakai
49,8
49,9
48,6
47,7
44,4
16
Kanazawa
752,6
752,4
752,3
752,4
750,6
17
Fustriki
—
—
52,1
52,5
50,4
2) Zeitschrift der Oesterr. Ges. f. Meteorologie 1883, S. 128.
3) S. .Arm. d. Hydr. etc.“ 1887, III. S. 113: Taifunbahnen bei Japan etc.
4 ) Ein während dieses Taifuns auf der AV/'-Halbiusel (s. Tafel No. ö) niedergegangener
Wolkenbruch richtete furchtbare Verwüstungen an. Nicht weniger als 1500 Menschen verloren ihr
Leben in den Fluthen; ganze Dörfer wurden fortgeschwemmt. Ein Augenzeuge berichtet, der Regen
sei „wie ein Wasserfall“ heruntergekommen. In Aritagori, Wakayama-\ie?.uk, fielen am 19. August
127 mm Regen, am 20. August 521 mm; der zweitgröfste mir bekannte Regenfall betrug 490 mm in
Miyasaki (s. Tafel No. 5, Station 2) am 24. September 1886.
5) S. Tafel 1.