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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

2 Zusammenhang zwischen d. Windgeschwindigkeit u. d. Dimensionen d. Meereswellen etc. 
Beaufort-Skala: 
1 
2 
3 
4 
5 
6 
7 
I 
8 9 
10 
11 
i 
12 
Windgeschwindigkeit in Metern per Sekunde: 
1. 
Scott 1874 ... 1 ( 
3,5 
6 
8 
10 
12,5 15 
18 
21,5 25 
29 
33,5 
40 
2. 
Koppen 187ÎJ . . ( bcto J 
3,3 
4,9 
6,4 
8,2 10,5 
13,0 
15,5 
17,7 19,3 
— 
— 
— 
3. 
Chatterton 1887 . | | 
2,9 
3,5 
5,2 
7,6 10.3 12.6 
15,8 
18,6 20,6 
23,2 
— 
— 
4. 
Koppen 1879 . . J l 
2,9 
4,2 
5,3 
6,9 
8,7 
10,7 
12.7 
14,5 15,7 
— 
— 
— 
5. 
Sprung-Köppen 1888 . . . 
2,1 
3,8 
54 
7,2 
9,0 
11,0 
13,3 
15,8 — 
— 
— 
— 
6. 
Waldo, Ocean 1888.... 
2,2 
3,1 
5,4 
7,3 
10,2 
13,3 
15 5 
17,0 19,2 
— 
— 
— 
7. 
Norweg. Land-Stat. 1874 . . 
— 
3,3 
— 
5,9 
— 
10,0 
— 
13,9 - 
17,5 
— 
— 
8. 
Christiania 1874 
— 
3,3 
— 
5,5 
— 
10,2 
— 
14,0 — 
— 
— 
— 
9. 
Norweg. Leuchtf.-Stat. 1889 . 
— 
3,3 
— 
6,5 
— 
10,9 
— 
15,0 — ,[18,3] 
— 
— 
10. 
Desgl. berechnet 
1,5 
3,2 
4,9 
6,7 
8,7 
10,7 
12,8 
15,1 17,4 
19,8 
22,3 
25,9 
11. 
Deutsches Polarwerk 1886 . 
3,4 
5,1 
69 
8,7 
10,5 
12,7 
14,8 
17,7 20,5 
23,8 
27,3 ( 32,7, 
12. 
Mittel aus No. 3, 6 und 11 . 
2,8 
3,9 
5,8 
7,9 
10,3 
12,9 
15,4 
17,8 20,1 
i 
23,5 
27,3 32,7 
1 t 
Unter diesen dürften nach Ansicht des Verfassers für unseren Zweck, 
d. h. für Beobachtungen auf freiem Meere, die unter No. 3 und 6 von Chatterton 
1887 für die englische Küste und von Waldo 1888 für den Ocean, sowie die 
unter No. 11 gegebenen Werthe die gröfste Wahrscheinlichkeit für sich haben. 
Die von Scott im Jahre 1874 anfgestellte Uebertragung (obige Tabelle No. 1) 
dürfte weniger zutreffend sein, weil sie für die höheren Stärkegrade (8 bis 12 
nach Beaufort) zu hohe, uud die von Koppen und Mohn aufgestellten (oben 
No. 2, 4, 5 und 7 bis 10), weil sie für dieselben zu niedrige Windgeschwindig 
keiten geben. Nach der Erfahrung des Verfassers und auch wohl Anderer 
wird kein Beobachter bei einer Windgeschwindigkeit von 25 m per Sek. an 
einen (wenn auch erst beginnenden) Orkan denken, also 12 Beaufort notiren, 
sondern er wird 10 höchstens 11 anschreiben. Eine Windgeschwindigkeit von 
25 m per Sek. ist keineswegs selten, sie wird an der Nordseeküste alle Jahre 
einige Male beobachtet und kommt auf See zweifellos viel häufiger vor und 
sollte deshalb nicht als Orkan bezeichnet werden, weil doch auf alle Fälle ein 
Orkan nicht gerade als eine häufige Erscheinung aufzufassen ist. Nach der 
unmafsgeblichen Ansicht des Verfassers sollte als Orkan erst ein Wind be 
zeichnet werden, dessen Geschwindigkeit mindestens 30 bis 35 m per Sek. 
erreicht. 
Nehmen wir an, dafs sich entspricht: n = 6,0, w = 12,0 in per Sek. und 
n = 12,0, w = 30,0 m per Sek. (n — Grad der Beaufort-Skala, w = Wind 
geschwindigkeit), so erhalten wir die Reduktionsformel: 
(1) w = 1,50 n + 0,083 n 2 
und hiermit ergiebt sich die folgende Tabelle für die den Windstärken nach 
Beaufort entsprechenden Windgeschwindigkeiten: 
(Beaufort: 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 8,0 9,0 10,0 11,0 12,0 
l Geschwindigkeit: 0,0 1,6 3,3 5,2 7,3 9,6 12,0 14,6 17,3 20,2 23,3 26,6 30,0 m p. Sek. 
Diese Zahlen stimmen, namentlich in den höheren Stärkegraden recht gut mit 
denen von Chatterton und Waldo, sowie mit denen des Polarwerkes 
überein, und wir werden im Folgenden diese Zahlen zu Grunde legen. 
Nach Erledigung dieser Vorfrage gehen wir zu unserer eigentlichen Auf 
gabe über, die Beziehungen aufzusuchen, welche zwischen der Geschwindigkeit 
des Windes und den Dimensionen der von demselben erzeugten Meereswellen 
bestehen, wobei wir suchen werden, auch den anderen, dieselben beeinflussenden 
Momenten soviel wie möglich Rechnung zu tragen. 
Die Erfahrung zeigt, dafs die Dimensionen der Wellen mit derZeitdauer 
der Windwirkung in solcher Weise zunehmen, dafs sie anfangs rasch, später 
immer langsamer wachsen, bis sie ein Maximum erreichen, welches nicht über 
schritten wird, wie lange der Wind auch in derselben Stärke wehen mag, d. h.
	        
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