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Aus dem Reiseberichte der i'eutschen Bark „Levuka“.
Manta, Callo (Cajo) und Machalilla. In Guayaquil erhielt ich die
Ordre, nach Callo und Machalilla zu versegeln, um in diesen Plätzen eine
Ladung Steinnüsse für Hamburg zu laden. Vorher aber mufste Manta zum
Einklar iren angelaufen werden.
Nachdem wir am 16. November 1888 die Stadt verlassen hatten, ankerten
wir am 18. um 8 Uhr Abends bei Punta Arena, woselbst der Lootse von Bord
ging. Mit Tagesanbruch am 19. November gingen wir wieder Anker auf und
kreuzten aus dem Golf h.naus. Um 5 Uhr Nachmittags konnten wir frei von
der Insel Santa Clara ’.egen und den Kurs auf die Spitze Santa Elena setzen.
Dieses Kap uüen wir am Abend früher als das darauf brennende Feuer.
Von hier bis zur Insel Plata segelten wir in einem stündlich eine Sm nach
Süden setzenden Strome, der in der Nähe vom Kap San Lorenzo sogar eine
Geschwindigkeit von 2 bis 2 x jt Kn. erreichte und erst wieder abnahm, als die
Spitze San Matheo SzO peilte.
Das neue helle Leuchtfeuer von Manta ist recht gut und 11 Sm weit
sichtbar, wird jedoch in den Peilungen östlich und nördlich von OSO durch
das Land verdeckt. Der Ankerplatz befindet sich etwa 1 Sm vom Strande auf
einer Wassertiefe von 9 bis 11 m (5 bis 6 Fad.), den Feuerthurm in der Peilung
S bis SzW mw. Am 21. November um 2 Uhr Morgens liefsen wir hier den
Anker fallen. Nachdem die Zollpapiere in Ordnung gebracht worden waren,
konnte der Ankerplatz noch am selben Tage um 8 Uhr Abends wieder verlassen
und die Rückfahrt nach Callo angetreten werden. Der auf der Fahrt nach
Manta beobachtete südliche Strom war jedoch mittlerweile in einen beständigen
nördlichen umgegangen und gebrauchten wir in Folge dessen volle zwei Tage
zum Auf kreuzen. Erst am 23. November kamen wir auf der Rhede von Callo
zu Anker.
Callo oder Cajo, ungefähr 3 Sm nördlich von der Landspitze Callo
belegen, ist ein kleines armseliges Dorf, welches aus 10 bis 15 Bambushütten
besteht. Etwa */* Sm südlich vom Dorfe befinden sich vier kleine graue Lager
häuser hart am Strande, von welchen aus die Beladung der Schiffe erfolgt. Der
beste Ankerplatz ist ungefähr recht in der Mitte zwischen UalZo-Insel und Callo-
Spitze, etwa */i Sm vom nächsten Lande und den Lagerhäusern entfernt. Von
hier aus peilen die Letzteren ONOVsO und die Klippe Daphne SzW'/iW. Die
Wassertiefe beträgt auf demselben, über Sandgrund, 9 m (5 Fad.). Die kleinen
Küstenfahrer ankern noch 1 bis 1 l /s Kabellängen näher dem Lande und bringen
die Klippe Daphne in Linie mit der Spitze Callo. Indessen ist hier die Tiefe
nur 7,3 m (4 Fad.), was für ein gröfseres Schiff, bei einigem Seegang, nicht
ausreicht. Die Rhede gewährt keinen Schutz gegen den vorherrschenden
SW-Wind und die damit verbundene See. Die Schiffe rollen und arbeiten hier
daher so stark wie auf offener See. Das Beladen geschieht vermittelst zweier
Kanoes, von etwa l 3 /* Tonnen Ladefähigkeit, welche bei nicht zu starker Briese
jedes sechs Touren in einem Tage auszuführen im Stande sind. Der Landungs
platz für Boote befindet sich hinter der Spitze Piedra, doch ist das Landen
hierselbst, wegen der Brandung, nicht ohne Gefahr. Während des ganzen
Monats Dezember konnten wir dieses nur dreimal ausführen. Eine bessere
Landungsstelle habe ich 1 Sm weiter südwärts entdeckt; aber man benöthigt
eine volle Stunde, um von dieser bis nach dem Orte zu gehen.
Aufser gutem Trinkwasser, zu einem sehr hohen Preise, ist in Callo
selbst garnichts zu erhalten. Frisches Fleisch bezogen wir zweimal wöchentlich
von der 15 Sm landeinwärts belegenen Stadt Ipijapu. Dasselbe war im
Allgemeinen von einer schlechten Beschaffenheit und theuer und gelangte häufig
erst, nachdem es auf dem Transport vollends verdorben war, in unsern Besitz.
Alles in Allem mufs Callo als ein für Schiffe schlechter Platz bezeichnet
werden, der bei einem Frachtabschlufs in der Charterpartie nicht aufgeführt
werden sollte. Der gröfste Uebelstand besteht darin, dafs manchmal wochen
lang das Uebernehmen der Ladung infolge der hohen Brandung unterbrochen
werden mufs.
Ferner ist die Wassertiefe auf der Rhede eine so geringe, dafs sich
die See häufig auf einer Entfernung von 1 Sm vom Lande und auf einer
Wassertiefe von 6,1m (3 V* Fad.) noch bricht.