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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Der  Emflufs  des  Windes  auf  die  Temperaturvertiieilung  des  Wassers.

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Häufung  des  warmen  Oberflächenwassers  im  nördlichen  Theilc  des  Lochs  und
ein  Aufsteigen  des  kälteren  Bodenwassers  im  südlicheu  Theile  erkennen.  Das
Südende  wies  eine  um  ca  2°  F.  (1°  C.)  niedrigere  Temperatur  auf,  als  das
Nordende;  die  Isothermen  Haben  eine  Steigung  von  Süden  nach  Norden.
Im  September  batten  sich  die  absoluten  Temperaturen  sowohl  wie  die
Temperaturunterschiede  infolge  der  Sommerwärme  bedeutend  gesteigert,  44°  bis
57°  F.  (6,7°  bis  13,8°  C,).  Am  7.  September  wurde,  nachdem  eine  Zeit  laug
ein  mäfsiger  Nördöst-Wind  gestanden  hatte,  ein  Ueberschufs  von  warmom
Wasser  im  südlichen  Theile  des  Beckens  konstatirt;  bis  zu  einer  Tiefe  von
15  Faden  (27  in)  lag  die  Temperatur  hier  zwischen  55°  und  57°  F.,  während
sie  an  dem  anderen  Ende  50°  bis  55°  betrug.  Am  8.  September  ging  der
Wind  mit  wachsender  Stärke  nach  Südwest  herum.  Sofort  änderte  sich  auch
die  thermische  Wasservertheilung  und  ergab  am  folgenden  Tage  ein  ähnliches
Bild  wie  am  27.  April.
Noch  auffallender  treten  die  Verhältnisse  im  Loch  Ness  hervor,  welcher
ca  23  Sm  lang  und  in  der  Mitte  130  Faden  (238  m)  tief  ist.  Am  26.  April
während  des  SW-Sturmes  liefen  die  Isothermen  fast  vertikal;  im  mittleren
Theile  herrschte  von  der  Oberfläche  bis  zum  Grunde  überall  eine  Temperatur
von  41.9°  bis  42°  F.,  nördlich  davon  über  42°  und  südlich  unter  41,9°.
Am  8.  September  wurde  am  südlichen  Ende  des  Bassins  um  8  Uhr
Morgens,  als  eben  der  östliche  Wind  anfing  nach  Südwest  herumzugehen,  eine
Temperaturreiho  genommen,  darauf  am  Nordende  und  an  verschiedenen  Stellen
zwischen  beiden  und  schliefslich  noch  einmal  auf  der  Ausgangsstelle:.  Wenn
die  ersten  beiden  Beobachtungen  eine  Warmwasseränhäufung  im  südlichen
Theile  infolge  des  vorhergehenden  östlichen  Windes  ergaben,  so  liefsen  die
letzten  bei  dem  Süd  west-Winde  auf  eine  Umkehrung  des:  Verhältnisses  sctiliefsen,
wie  die  folgenden  an  derselben  Stelle  in  einem  Zwischenraum  von  10  Stunden
ausgeführten  Messungen  beweisen.

Tiefe  Temperatur

8 h  a.  m.  6 1 *  p.  m.
Oberfläche.  .....  54,9°  F.  (12,7°  C.)  47,8°  F.  (8,8°  0.)
2  Faden  (3,7  m).  .  .  .  54,U°  47,7°
5  ,  (9,1m).  .  .  .  54,5°  47,0°
8  *  (14,6  m)  .  .  .  54,4°  46,7°
JO  „  (18,3  m)  .  .  .  54,6°  46,1°
16  „  (28,3  m)  .  .  .  47  4°  F.  (8,6°  C.)  45,3°  F.  (7,4°  C.)
21  „  (38,9  m)  .  .  .  46,5°  44,1°
81  „  (56.7  m)  .  .  .  45.2°  43,6°
41  „  (75  m)  .  ,  .  ,  44,8°  F.  (7,1°  C.)  43,2°  F.  (6,3°  C.)

In  41  und  31  Faden  Tiefe  war  das  Wasser  um  fast  2°  F.  kälter  geworden, ­
  in  21  und  16  Faden  über  2°,  in  10  Faden  sogar  um  S'/i“  und  in
2  Faden  und  an  der  Oberfläche  um  7°.
Langsamer  als  in  dea  Süfswasserbassins  geht  die  Mischung  der  oberen
warmen  Wasserschiehten  mit  den  unteren  kälteren  in  den  See  Wasserbecken  vor
sich,  wo  durch  die  dem  Salzgehalt  entsprechende  gröfsero  Dichtigkeit  des  Wassers
dieser  Procefs  verzögert  wird.  Uebrigens  bieten  die  Beobachtungen  in  den
Seewassor-Fjorden  ein  besonderes  Interesse,  da  dieselben  dargethan  haben,  dafs
in  solchen  mehr  oder  weniger  cingcschlosscnen  oder  durch  unterseeische  Bodenerhebungen ­
  von  dem  freien  Ücean  abgeschlossenen  Becken  die  vertikale
Lagerung  der  Wasserschichten  im  Winter  umgekehrt  wie  gewöhnlich  ist,  d.  h.
dafs  die  Temperaturen  in  dieser  Jahreszeit  von  der  Oberfläche  nach  der  Tiefe
zunehmen;  infolge  dessen  wird  sich  auch  hier  die  in  Rede  stehende  Wirkung
der  Winde  der  Art  bemerkbar  machen,  dafs  an  der  Luvseite  eine  Temperaturerhöhung ­
  stattfindet.
So  wurde  am  14.  Dezember  1887  im  Loch  Striven  während  eines  SW-Sturmes
am  nördlichen  oder  Luvende  desselben  eine  Oberflächentemperatur  von  39,9°  F.
(4°  C.),  am  Grunde  in  11  Faden  (20  m)  Tiefe  eine  10°  F.  (ö 1 /* 0 )  höhere
gemessen.  Das  Oberflächenwasser  wurde  mit  der  Annäherung  an  das  Luvende
allmählich  wärmer  infolge  des  aufsteigenden  warmen  Bodenwassers;  die  kalte
gewöhnlich  die  Oberfläche  bedeckende  Friscliwasserschicht  war  nach  dem  Nordende ­
  zusammengetrieben.  Nachdem  Nachts  Stille  eingetreten  war,  hatte  sich
            
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