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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Bemerkungen über die Durchsichtigkeit des Meerwassers. 
Dann würden sie auch mit einem so unendlich geringen Quantum dieser Art 
Liehtstrahlon vielleicht auskommen, welche ihren Ursprung von der Sonne 
haben, während das phosphorcscirende Lieht nur zu ihrer Kampfrüstung gehörte. 
Aber Sicheres ist absolut nicht auszusagen. 
Wenn es nach Obigem vielleicht erlaubt ist, was zur weiteren Förderung 
der vorliegenden Frage besonders erwünscht wäre, hier in Vorschlag zu bringen, 
so würden sich die Untersuchungen nach zwei Richtungen hin zu erstrecken 
haben. Einmal ist die Bestimmung von Sichttiefen auch im offenen Ocean 
erforderlich und zweitens vor allen Dingen Untersuchung der Absorptions- 
Koöfficienten des Seewassers im Laboratorium. 
An Bord verwende man Scheiben, wie die von Kapt. z. S. Aschenborn 
beschriebenen, 1 ) die Gröfse sei nicht unter 2 m, man benutze sie nur bei Stille, 
denn bei treibendem Schiffe würde es fast unmöglich sein, die Scheiben im 
Wasser horizontal zu halten. Der Beobachter stehe möglichst nahe der Meeres 
oberfläche, belege die letztere, wie Forel vorschreibt, womöglich mit einer Glas 
platte in schwimmendem Rahmen und verfolge die versenkte Scheibe entweder 
durch ein langes, bis zum Wasser reichendes Rohr mit den Augen, so alle 
Störung durch seitliches Licht ausschliefsend, oder er hülle sich, wie Forel 
auf dem Genfer See, den Dunkelsack des Photographen über den Kopf. 
Besonders erwünscht wäre die Versenkung von elektrischen Laternen an 
langen Kabeln, bis sie dem Auge verschwinden, wie das von Soret 5m Genfer 
See bereits ausgeführt ist. 2 ) Man hat hier den Vortheil, Licht von einer genau 
bestimmten Intensität zu verwenden, und könnte dieses Verfahren auch bei 
jedem händigen Wetter in offener See versuchen. 
Die modernen Spektralapparate gestatten eine sehr sichere und viel 
bequemere Bestimmung der Absorptionskönst&uten des Seewassers, als vor zehn 
Jahren noch möglich war. Es würde hierbei natürlich ein Hauptgewicht zu 
legen sein auf die vergleichende Verwendung von verschiedenen natürlichen 
Seewassern (nicht von Salzlösungen, mit denen Dr. Boas üblo Erfahrungen 
machte), die verschiedenen Salzgehalt und verschiedene Temperaturen zeigen. 
Es sind das alles Aufgaben, welche in der Gegenwart keineswegs zu den 
schwierig zu lösenden gerechuet werden können. Mögen obige Zeilen nament 
lich die Praktiker an Bord und in See zu aufmerksamen Versuchen auregen! 
Lothungen im Südatiantischen Ocean; Hotspur- und Victoria-Bank. 
Wie in diesen Annalen 1877 Seite 564 mitgetheilt worden ist, hatte 
Kommander F. Rodjers durch Untersuchungen auf dem V. St. S. „Adams“ 
festgestellt, dafs sich die Hotspur-Bank in der Richtung Ost—West ungefähr 
doppelt so weit ausdehne, als auf den Karten angegeben sei, und dieselbe 
zwischen 17° 50' und 18° 2' S-Br und zwischen 35° 42' und 36° 5' W-Lg liege. 
Das V. St. S. „Swatara“, Kommandant Commander John Mc Gowan, scheint 
sich, dies zu prüfen, zur Aufgabe gemacht zu habenj die von demselben 
im Oktober v. J. östlich der Bank, wie sie in der Karte eingezeiehnet ist, in 
einer NO—SW verlaufenden Linie genommenen Lothangen bestätigen die 
Angaben von Rodjers. In der folgenden, der „Notice to Mariuers“ 1888, 
No. 47, Washington, entnommenen Zusammenstellung geben die ersten elf 
Lothungen die bezüglichen Resultate der hier ausgeführten Beobachtungen. 
0 Annalen der Hydrographie 1888, S. 67. 
. *) Archive« des Sciences phvs. et naturelles, tome XIX, 1884, p. 168.
	        
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