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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Bemerkungen über die Durchsichtigkeit des Meerwassers. 
5. Versuch, am 3. Mai, 7 Siu südlich von Civita Vecchia; Meerestiefe 118 m, Himmel klar, See 
leicht bewegt: 
von Bord, Schattenseite: 38,0m, Sonnenhöhe 31° 30', 
„ „ Sonnenseite: 42,0 m, „ 38° 41', 
6, Versuch, am selben Tage, 6 Sm südlich Civita Vecchia; Himmel klar, See leiebt gekräuselt: 
von Bord, Schattenseite: 31,0 m, Sonnenhöhe 61° 17', 
* „ Sonnenseite: 35,0m, „ 62° 29'. 
Aus diesen Beobachtungen läfst sich nach Secehi entnehmen, dafs 
1) bei klarer Sonno die Sichttiefen immer etwas gröfser ausfallen, als bei auch 
nur leicht verschleiertem Himmel, was ich nicht als nothweudige Folgerung aus 
den Beobachtungen zugeben kann; 2) dafs bei geringer Augenhöhe über dem 
Meeresspiegel die Sichtbarkeit der Scheibe ebenfalls eine bessere ist, als bei 
gröfserer Höhe des Standpunktes; eine Ausnahme macht indefs die dritte Be 
obachtung. S) Sehr wichtig erscheint die Beschaffenheit der Meeresoberfläche, 
welche da, wo „leichte Kräuselung“ (oder „kapillare“ Wellen) notirt ist, sich 
störend erweist auch bei sonst klarem Himmel. Es sind die von der Meeres 
oberfläche ausgehenden Reflexe, welche hier dem Auge einen Theil seiner Seh 
schärfe rauben; je näher das Auge dem Wasserspiegel kommt, desto weniger 
störend werden dann auch diese Reflexe einwirken. Secehi will in seinen 
Beobachtungen einen Beweis für den Effekt der verschiedenen Sonnenhöhen 
erblicken in dem Sinne, dafs ein höheror Sonnenstand eine bessere Beleuchtung 
der versenkten Scheibe und damit eine gröfsere Sichttiefe derselben hervorrufe; 
ich kann indefs in den oben angeführten Beobachtungen eine Bestätigung dafür 
nicht finden. Man vergleiche namentlich die Beobachtungen 4 c und 5: 
Sonnenhöhe Sichttiefe 
No. 4c: G0° 15' 42,5ra vom Boot, Sonnenseite 
„ 5: 38° 42' 42,0 m von Bord, „ 
Bewölkung und Beschaffenheit der Wasseroberfläche (abgesehen von der 
offenbar mit der Nähe der Küste sich verringernden Durchsichtigkeit des 
Wassers selbst) sind von ungleich gröfserem Effekt in den obigen Beobachtungen. 
Die nach optischen Gesetzen durch Secehi vorgenommene Reduktion auf 
vertikale Beleuchtung darf darum hier übergangen werden, zumal Secehi dafür 
im Wesentlichen die Beobachtungen mit der kleinen Scheibe heranzieht, die er 
selbst als wenig verläfslich erkannt hat. — Von seinen Versuchen mit den 
bunten Scheiben ist bier zu berichten, dafs die meergrün gemalte sehr schnell 
unsichtbar wurde, und auch die gelbe viel früher, als die weifse; die letztere 
wurde meist beinahe noch einmal so tief gesehen, als die gelbe und grüne. 
Eine Fortsetzung fanden diese Beobachtungen in denen der österreichischen 
Oceanographen J. Wolf und J. Luksch an Bord der Jacht „Hertha“ im 
Adriatischen und Ionischen Meer im Sommer 1880. 1 ) Trotz der entschieden 
ungünstigen Erfahrungen, welche Secehi mit den kleinen Scheiben von 43 cm 
Durchmesser gemacht hatte, wurden von ihnen noch kleiuere von 36 cm Durch 
messer benutzt, und zwar waren es fünf Metallscheiben von etwa 1 mm Stärke, 
eine aus Kupfer-, eine aus Messing-, die anderen aus Weifsblech. Von diesen 
wurde die kupferne und messingne, wie die eine der Weifsbiecbschciben blank 
polirt verwendet, die zweite weifs, die dritte grün gemalt. In der Mitte waren 
sie durcblocht und daselbst Führungshülsen von 7 cm Höhe, senkrecht zur 
Grundfläche, angebracht. Durch diese Hülsen lief die Lotbleine mit dem Loth, 
was den Platten im Wasser eine horizontale Lage hinreichend sicherte. Die 
Versenkung geschah stets an der Schattenseite des Dampfers, die Augeshöhe 
der auf Deck stehenden, über die Bordwand vorgelehnten Beobachter betrug 
ca 3,5 m über See; es waren immer zwei Beobachter thätig, um die Sichttiefe 
zu ermitteln, und es ergaben sich von Ort zu Ort ziemlich konstante Differenzen 
in der individuellen Sehschärfe, im Maximum einmal 3 in. Die Beobachtungen 
sind in der folgenden Tabelle enthalten; die erste Reihe liegt 12 Sm nordwest 
lich von Lissa, die zweite ca 32 Sm NNO von Brindisi, die dritte ca 3 Sm 
südlich der Südostspitze von Zante, die vierte 3 Sm nördlich von dieser Insel. 
i) Mittheilungen a. d. Geb. 4. Seewesens 1881, Beilage zu Heft 8 u. 9, S. 68.
	        
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