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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Bemerkungen über die Durchsichtigkeit des Meerwassers. 
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folgenden, mit einem Loth versehen; 2) eine Segeltnchscheibe von 2,37in Durch 
messer, die auf einen runden eisernen Rahmen gespannt und weifs gemalt war, 
mit einem 20 cm weiten Loch in der Mitte, um das Versenken zu erleichtern; 
3) eine ebensolche kleinere Scheibe von 43 cm, weifs gemalt; 4) eine andere, 
gelb, und 5) eine dritte, meergrün gestrichen. Die Versuche mit den kleineren 
Scheiben von 43 cm Durchmesser ergaben, dafs dieselben nicht grofs genug 
waren, um in den beträchtlicheren Versenkungstiefen (30 bis 40 m) noch genügend 
deutlich gesehen zu werden. Die Porzellanscheibe erschien durch die Refraktion 
der reflektirten Strahlen und durch die unebene Oberfläche der See selbst 
aufserordentlich stark verzerrt, ausgezackt, ja kurz vor dem Unsichtbar werden 
ward sie scheinbar in zwei Theile zertrennt gesehen. Unter sonst gleichen 
Beleuchtuugsverhältnissen entschwanden die kleinen Platten dem Auge immer 
früher, als die grofso Segeltuehscheibe, und zwar betrug die mittlere Differenz 
über 3 m. Es sind darum im Folgenden nur die wenigen Beobachtungen be 
rücksichtigt, welche mit der grofsen Scheibe vorgenommen wurden. Auch der 
sehr viel beträchtlichere Durchmesser dieser letzteren verhinderte nicht, dafs 
sie in den gröfseren Tiefen am Rande verzerrt und wie ausgefrauzt erschien. 
Secchi vergleicht ihr Aussehen dem eines blassen Wölkchens, das mehr und 
mehr die Farbe des Seewassers äunahm und endlich von dieser nicht mehr zu 
unterscheiden war. Die scheinbare Farbe der Scheibe war Anfangs grünlich, 
dann mehr bläuliebgrün, endlich »zur, wie die See. Es wurde sowohl die 
Tiefe, in welcher die Scheibe beim Versenken verschwand, notirt, wie diejenige, 
wo sie beim Aufholen wieder sichtbar wurde; das Mittel aus beiden ist in den 
nachfolgenden Angaben als „Sichttiefe“ verzeichnet. Sehr wichtig erwies sieh 
die Höhe des Beobachters über dem Meeresspiegel; während Aragö empfohlen 
hatte, von der Raa aus zu beobachten, zeigte sich hier schon ein bemerkens- 
werther Unterschied in den Sichttiefen einer und derselben Scheibe, wenn sie 
nach einander von Bord, bei einer Höhe des Auges von 4 m über der Wasser 
linie, oder von einem Boote (lm) aus observirt wurde; im letzteren Falle wurde 
die Sichttiefe für die größte Scheibe durchschnittlich über 1 m, für die kleine 
2,4 m gröfser. Die persönliche Sehschärfe des Beobachters erwies sich als 
normal, und waren die Differenzen zwischen den Sichttiefen, die Secchi beob 
achtet, und denen, die seine Begleiter an Bord erhielten, unbeträchtlich (nur 
einen Bruehtheil eines Meters betragend). Sehr wesentlich war es ferner, den 
direkten Reflex der Sonnenstrahlen beim Versenken und Beobachten der Scheibe 
an der Sonnenseite des Schiffes zu beseitigen; wo dies einmal versäumt wurde, 
ergab sich eine Verringerung der Sichttiefe um ein Drittel. Als empfehlens- 
werther erwies es sich darum überhaupt, an der Schattenseite des Schiffes zu 
beobachten, doch natürlich so, dafs der Schatten des Schiffes die Scheibe selbst 
nicht traf. Endlich wurde bei jeder Beobachtung die Sonnenhöhe (Höhe des 
Sonnenmittelpunktes) über dem (wahren) Horizont festgestellt. Nachfolgend die 
Beobachtungen. 
1. Beobachtung, am Nachmittag des 20. April, ca 4 Sm querab von Civita VeecMs: 
von Bord, Sonnenseite: Tiefe =* 24,5 m, Sonnenhöhe 26° 42', 
„ „ Schattenseite: „ — 24,5 m, „ 24° 14'. 
Der Himmel war leicht verschleiert, die See ganz still. 
2. Beobachtung, am 21. April, 6 Sm südlich von Kap Binare: ganze Wassertiefe 95 m, Himmel 
leicht verschleiert, See still: 
a) vom Boot, Schattenseite: Sichttiefe 84,5»!, zwei übereinstimmende. Versuche bei Sonnen 
höhen von 42° 53' und 47® 54', 
b) von Bord, Sonnenseite: Sichttiefe 29,0m, Sonnenhöhe 47° 54'. 
3. Versuch, 11 Sm südlich Kap Linare, am gleichen Tage bei gleichem Wetter; ganze Wassertiefe 
gelothet 2u 140 m: 
a) vom Boot, Schattenseite: 38,5m, Sonnenhöhe 60° 2', 
„ „ Sonnenseite: 37,5m, „ 59° 40', 
b) von Bord, Sonnenseite: 39,0 m, „ 59° 55', 
bei letzterer Beobachtung die Sonne etwas heller durchkommend. 
4. Versuch, 10 Sm südwestlich Civita Vecchia, am 22. April; ganze Meerestiefe 330m gelothet, 
hellster Sonnenschein, aber See leicht bewegt: 
a) von Bord, Sonnenseite: 40,5m, Sonnenhöhe 6(1° 17', 
„ „■ Schattenseite: 40,0 m, „ ¿0° 2', 
b) vom Fallreep, Schattenseite, lm über See: 42,0m, 60° 10', 
c) vom Boot, Sonnenseite: 42,5m, „ 60° 15'.
	        
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