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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Bemerkungen über die Durchsichtigkeit des Meerwassers. 
indem er „einen weifsen Gegenstand“, meist einen eisernen wcifs gemalten 
Kessel oder Topf (von welchen Dimensionen, ist nicht gesagt), versenkt© and 
sowohl die Tiefe festsfellte, bei welcher derselbe dem Auge verschwand, wie 
diejenige, bei welcher er wieder gesehen wurde, das Mittel aus beiden Tiefen 
aber als Siehtbärkeitsgrenze angab. Ebenso wurde die Höhe der Sonne bei 
jeder Beobachtung vermerkt. Leider sind die so erhaltenen Werthe nirgends 
vollständig veröffentlicht, denn Wilkes verweist den Leser seiner Reise- 
beschreibung auf ein Tabellen werk, welches sich in dieser nirgends findet, und 
nur wenige Beobachtungen sind in deu Text des Reiseberichtes verwobeD.* *) 
Diese ergeben zunächst für die antarktischen Gewässer die Sichtbarkeitsgrenze 
in 65° 8' S-B)', 125° 19' O-Lg zu 5 Fad. =• 9 m 
ca 63° , 100° , , 11 , — 20 m. 
Auf der Ueberfabrt von Neu-Seeland nach den Tonga-Inseln fand er an 
Bord der „Vincennes“ den 9. April 1840 in ca 29° S-Br, 178° O-Lg die erste 
Serie, an Bord des „Peacock“ in 3° S-Br, 176° W-Lg am 25. August 1840 die 
zweite Serie der folgenden Tabelle; 
Stunde: 10 a 
11a 
12 Mitt 
lp 
2 p 
3 p 
4p 
5 p 
6 p 
I. 
( Sonnenhöhe: 88° 
| Sichttiefe: 29 m 
48° 
29 m 
31 m 
47° 
81 m 
40® 
27 m 
30° 
27 m 
19° 
26 m 
70 
26 m 
40 
24 m 
11. 
i Sonnenhöhe: dSVs 0 
( Sichttiefe: 31 m 
$9° 
31 m 
78® 
81 m 
70° 
29 m 
M* 
31 m 
41° 
27 m 
27° 
27 r:t 
12° 
27 m 
— 
Die Durchsichtigkeit des Meerwassers war also nahezu die gleiche in 
beiden Fällen; auf die Einwirkung der verschiedenen Sonnenhöhen ist weiter 
unten noch zurückzukommen. Endlich giebt Wilkes an, dafs er auf der Fahrt 
von den Sandwich-Inseln nach Manila am 15. Dezember 1841 in 15° N-Br, 
178° O-Lg den weifsen Gegenstand noch in 32 Fad. (59 m) Tiefe gesehen habe, 
„einige Faden tiefer als bei irgend einer früheren Beobachtung“. 
Ueber eine andere Reihe von Beobachtungen hat Hermann von 
Schlagintweit im dritten Bande seiner Reisen in Indien und Hochasien be 
richtet. Sein „Diaphanometer“ bestand ans einer Scheibe von weifsem Marmor 
von 76 cm Durchmesser und 22 cm Höbe, die er vorzugsweise bei seinen Reisen 
in Asien jn den Seen und Flüssen versenkte, aber auch im Jahre 1857 in 
einigen Häfen zur Bestimmung der Durchsichtigkeit des Meorwassers benutzte. 
Seine Angaben enthält folgende Tabelle: 
1. Im Nordkatiitl zwischen Irland und Schottland ... 7,6 m 
2. Vor Brighton 6,4 
3. Vor Korfu . . 15,5 „ 
4. Vor Alexandrien...... . . .... . . 3,0 „ 
5. Im Hafen von Suez............. 3,6 „ 
6. Vor Trincomali . . . 8,1 , 
7. Vor Madras . 3,7 „ 
Mit Ausnahme der ersten Beobachtung leiden seine Messungen sämmtlieh 
darunter, dafs sie in Häfen, deren Wasser durch den Schiffsverkehr verunreinigt 
und aufgeriihrt sein mufste, vorgenommen wurden. 
Mit besonderer Sorgfalt im Vergleich zu allen ihren Vorgängern ver 
fuhren Pater Secehi und Kapitän Cialdi bei ihren Versuchen im Mittelmeer, 
über welche in des Letzteren bekanntem oeeanographischen Sammelwerk ein aus 
führliches Referat sich findet. 2 ) Die Untersuchungen erfolgten auf der päpst 
lichen Dampfkorvette „l’Immacolata Concezione“ im April und Mai 1865 auf 
der Höhe von Civita Veechia und sind einmal nicht zahlreich genug und über 
dies sehr ongleichwcrthig, aber im Ganzen bedeutend besser, als alle vorher- 
genaunten. Zur Versenkung gelangte: 1) eine Majolikaseheibe von untadeligem 
Weifs, 43cm Durchmesser, auf einem runden Eisengostell befestigt und, wie die 
Wilkes Narrative of the United States Exploring Expedition, Philadelphia 1845, Voi. I, 
4, 309, 310; II, 322, 329; III, 3, 399 f.; V, 267. 
*) Cialdi, sul moto ondoso del mare etc. Roma 1866, p. 258—287.
	        
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