Bemerkungen über die Durchsichtigkeit des Meerwaä-sers.
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Korallen sogar in 25 Faden oder rund 45m Tiefe erkannt habe. Wenn William
Scoresby, indem er auch die, auffallende Klarheit der Gowäsfser bei Spitzbergen
rühmt, erwähnt, dafs Kapt. Hood im Jahre 1676 an der Küste von Nowaja
Semlja nicht blofe den Sandgrniid in 80 Fad. (145 m) Tiefe, sondern auch noch
die weifsen Muscheln auf diesem erkannt habe, so dürfte es sieh hier wohl um
einen Schreibfehler handeln und „Fufs“ statt Faden zu lesen sein. Immerhin
wäre auch für das Nordmeer eine Durchsichtigkeit bis zu 80 Fufs oder 25 m
noch bemerkendwerth.
Alles dies sind im Grunde genommen aber nur Ergebnisse rein zufälliger
Beobachtungen, die erst dann ein wissenschaftliches Interesse gewännen, wenn
die Beobachter genau angeben würden, welches die äufserste Tiefe war, in
welcher sie weifte Muscheln oder dergl. noch am Meeresgründe erkannten;
obige Daten aber müssen nicht »otbwendig als solche Maximalwerthe anerkannt
werden. Diese erhält man nun, wenn man weifte Gegenstände von einiger
FlächenausdehnuDg ins Meer versenkt und die Tiefe feststellt, in welcher sie
dem Auge entschwinden. Stellt ein Beobachter eine längere Reihe solcher
Versuche iu den verschiedensten Meerestheilea an, so sind die Ergebnisse
jedenfalls unter einander vergleichbar; während, wie leicht einzusehen, die
versenkungstiefen an einem und demselben Orte unter sonst gleichen Umständen
für verschiedene Beobachter, die sich nach einander ablösen, wahrscheinlich
ein wenig verschiedene Werthe ergeben werden, je nach der individuellen
Empfindlichkeit der Augen,
Die nach dieser Methode ausgeführten Versuche sind nun bei Weitem
nicht so häufig augestellt, wie nach der geringen Umständlichkeit, die sie mit
sich bringen, zu erwarten wäre. Soweit ich sehe, hat 0. von Kotzebue auf
seiner ersten Weltreise an Bord des „Rurik“ 1817 im Paeifischen Ocean die
ersten Versenkung^versuche angestellt. „Ein rothes Stück Tuch“ verschwand
dem Auge:
13. Sept. 1817,
in 36° 9' 1
N'-Br, 148° 3'
W-Lg
in
24
H. *
» 35° 51'
» 147° 38'
»
»
20
22. „ »
„ 27° 50'
» 152° 22'
?»
SÜ
29
13. Dez. „
„ 8° 59'
* 204® 24'
??
»
24
Dagegen war ein am 19. Dezember in 10° N-ßr, 208° W-Lg versenkter
„weifser Teller“ bis 27 Fad. (rund 50 m) sichtbar. Es ist nicht gesagt, welche
Dimensionen das „rothe Stück Tuch“ oder der „weifte Teller“ hatte, ob die
selben ausreichend waren, auf eine solche Entfernung hin noch einen genügend
grofsen Gesichtswinkel zu geben, der es ermöglichte, den Gegenstand durch
die muthmafslieh sogar unruhige Meeresoberfläche hindurch weit genug zu er
kennen. Jedenfalls aber ist auffallend, dafs „rothes Tuch“ benutzt wurde,
welches doch jedenfalls nicht so viel Lichtstrahlen rcflcklircn kann, als irgend
ein weifser Gegenstand.
Den letzteren Fehler vermied Kapt. Duperrée bei seinen Untersuchungen
an Bord der „Coquille® 1823 und 1824, von denen Arago berichtet. Aber
indem er ein weife gestrichenes Brett von 66 ein Breite (une planche de 0,66 m
de diamètre) benutzte, konnte er die vorher erwähnte Schwierigkeit eines zu
kleinen Gesichtswinkels nicht ganz eliminiren. Er fand die Sichtbarkeitagrenze:
bei der laset Waigiou (liördwestl. Neu-Gmnea) . . . . 18 m
ebenda, bei ganz heiterem Himmel . 28 ,
im Port Jackson (Sydney) bei Stille . . . . , , , . 12 „
bei Neuseeland 12 ,
bei Ascension, 11 Beobachtungen zwischen. . . 1) und 12 „
Im Paeifischen Ocean hat, ebenfalls nach Arago, auf der Uebcrfahrt
von den Wallis-Inseln nach dem Mulgrave-Archipel, also etwa bei den Elliee-
Ittseln, im Jahre 1845 Kapt. Bdrard einen weifsen Teller vorsenkt und bis
40 in Tiefe walirgenommen.
In umfassender und systematischer Weise hat dann Ch. Wilkes auf seiner
Weltumsegelung (1838—1842) die Durchsichtigkeit des Meerwassers untersucht,