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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Bemerkungen über cUe Durchsichtigkeit des Meerwassers. 
Wellenbrecher hinweg und rifs Allee mit sich fort; selbst Steine im Gewicht 
von 2 bis 3 Tonnen wurden von der Mauer herab geschleudert. Die Seen, 
welche über den Wellenbrecher hinwegliefen, verursachten innerhalb desselben 
starke Brandung und einen solchen Neerstrom und Grundsog, dafs die Schiffe 
von ihren Vertäuungen losgerissen wurden und sämmtlich von den Mann 
schaften verlassen werden inufsten. Das Trockendock gcrieth ebenfalls ins 
Treiben. Letzteres ist übrigens schon alt und kaum noch fähig, ein Schiff von 
800 bis 900 Tonnen aufzuuehmen. Sebiffsreparatureo, sowohl in Bisen als auch 
in Holz, können hier ziemlich alle ausgeführt werden, aber nur gegen hohe 
Preise. Schiffe, welche diesen Hafen in Havarie oder zur Verproviantirung 
anlaufen, haben zwar keine eigentlichen Hafenabgaben zu entrichten, aber der 
Schlepplohn ist sehr hoch. Der Lootsendienst wird sehr strikt gehandhabt. 
An .frischem Proviant sind Kartoffeln, Brächte und Fleisch zu mäfsigen Preisen 
zu haben, Dauerproviant aber ist sehr theuer. Trinkwasser wird mit Segel 
booten zum Preise von 7 MLrS. für 1200 Gallonen längsseits gebracht. 
Im Interesse meiner Kollegen habe ich hier noch eines eigenartigen 
Betruges Erwähnung zu thun, der mir und verschiedenen deutschen Kapitänen 
in Pmta De!gada widerfahren ist: Gewöhnlich kommt hier schon vor der 
Einfahrt zum Hafen ein Mann an Bord, der sieh mit den Worten einführt 
„I represeut the German Gonsul and I believe you will eonsigne vourself to 
faiin“. Die meisten Kapitäne erklären sieh ganz arglos dazu bereit und werden 
dann später in ein Haus geführt, dafs in keiner Beziehung zum deutschen 
Konsul steht, aber ohne Bedenken die Schiffspapiere in Empfang nimmt. Erst 
nach Verlauf von 1 bis 2 Tagen, nachdem alle Verträge mit diesem Hause ab 
geschlossen sind, erfährt der Kapitän, dafs er irregeleitet wurde. Es ist daher 
den hier einkommenden Kapitänen deutscher Schiffe dringend anzurathen, sich 
nicht eher geschäftlich in irgend einer Weise zu binden, bis sie am Lande die 
genügenden Erkundigungen eiogezogen haben. 
Bemerkungen über die Durchsichtigkeit des IVIeerwassers. 
Yen Prof. Dr. 0. Krümmel in Kiel. 
Die Frage, wie tief das Tageslicht ins Meer eindringe, berührt die ver 
schiedensten Interessen, Der Seemann gedenkt der Korallenriffe, die er im 
tropischen klaren Wasser rechtzeitig bemerken und vermeiden kann; der Physiker 
sucht die Absorption des Lichts in einem so durchsichtigen Medium festzustelle«, 
der Botaniker vergleicht die Belichtung und damit Ernährung der Pflanzen am 
Meeresboden, der Zoologe die Lebensweise der Thierwelt unter offenbar anderer 
Beleuchtung in den Meerestiefen wie an der Meeresoberfläche. Wenn nun im 
Folgenden der Versuch gemacht wird, möglichst alles Material zusammenzutragen, 
was für die Beantwortung dieser Fragen von Bedeutung ist, so mag gleich 
Anfangs betont sein, dafs diesem Problem der Meereskunde bislang nicht 
gerade viel Aufmerksamkeit zugewandt ist, so dafs die Resultate, der Unvoll 
kommenheit der Methoden entsprechend, nur wenig befriedigend sein können. 
Dem praktischen Seemann ist die grofse Verschiedenheit in dem Grade 
der Durchsichtigkeit der einzelnen Meere durchaus geläufig; er weäfs, dafs er 
sehr wohl an tropischen Küsten das farbenreiche Thierleben am Meeresgründe 
in Tiefen von 20 und mehr Metern beobachten, den Sehiffsanker vom weifsen 
Sandgrnnde unterscheiden kann, nicht nur bei Sonnenschein, sondern unter 
Umständen auch Nachts beim Lichte des Vollmondes. Die westindischen Ge 
wässer, das Rothe Meer, einzelne Theile des australasiatischen Archipels er 
scheinen in der Literatur besonders ausgezeichnet in dieser Hinsicht. Hors- 
bonrgh sagt, dafs er einmal bei der Philippinen-Insel Hindoro die gefleckten
	        
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