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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Aas dem Reiseberichte der deutschen Bark „Agustina“. 
Quadranten sind so gut wie gar nicht aufgetreten, südwestliche und nördliche 
waren äußerst selten und nur von geringer Stärke, während leichte nordöstliche 
bis östliche Winde etwas häufiger waren. Eine regelmäfsige tägliche Ver 
änderung in der Windrichtung tritt wenig hervor. Windstillen sind verhältnifs- 
roäfsig wenige beobachtet; am seltensten waren sie in den Vormittags-, ver- 
hältnifsmäfsig am häufigsten in den Naebnaittägsstundeii. Dementsprechend 
wehte auch der Wind am frischesten am Morgen, am schwächsten am Abend. 
Die mittlere Stärke aller Winde — 3,7 — ist als ziemlich bedeutend anzusehen. 
Es sind im Ganzen nicht weniger als fünf Stürme mit einer Durchschnittsstärke 
von 8,8 aufgetrelen, nämlich am 12., vom 15, bis 16. und am 18, Mai Südsturme 
von einer mittleren Stärke von 8,2, vom 12. Juni 12 Uhr Mittags bis zum 
15. Juni 4 Uhr Nachmittags Siidsturm von der mittleren Stärke 8,9 und von 
8 Uhr Morgens des 10. bis 8 Uhr Abends des 12. Juli ein Sturm von SSE bis 
SE, dessen mittlere Stärke 9,3 war. Der Luftdruck zeigte bei diesen Stürmen 
keine aufsergewöhnlichen Veränderungen, und sind diese daher, und weil auch 
keine Aenderung der Windrichtung, sich vollzog, als einfache Verstärkungen 
des Monsuns zu betrachten. 
Der mittlere Luftdruck hatte die Höhe von 763,2 mm. Die Schwankung 
desselben war im Allgemeinen nur gering, doch die tägliche Periode innerhalb 
der Beobacbtungstermine gut ausgeprägt. Dieselbe betrug zwischen 8 Uhr 
Morgens und 4 Uhr Nachmittags durchschnittlich 1,5 mm. Die absolute 
Schwankung im Luftdruck bewegte sieh innerhalb der Grenzen von 767,8 mm 
als Maximum und 759,5 mm als Minimum. Ersteres wurde beobachtet am 
12. Juli um 8 Uhr Morgens bei einem stürmischen, letzteres am 7. Mai um 
4 Uhr Nachmittags bei sehr leichtem Monsun. 
Die Lufttemperatur, im Durchschnitt aller Beobachtungen = 24,4° 0., ist 
als mäfsig anzusehen, ebenso die Schwankung derselben innerhalb der Beob 
achtungsstunden, welche im Mittel zwischen 8 Uhr Morgens, der Zeit der 
niedrigsten, und 12 Uhr Mittags, derjenigen der höchsten beobachteten Tempe 
ratur 5,1° betrug. Am höchsten, bis auf 35,7°, stieg die Temperatur der Luft 
am 12. Mai um 12 Uhr Mittags, bei leichtem Monsun und wolkigem Himmel; 
am tiefsten, auf 15,2°, sank sie am 12. Juli 8 Uhr Morgens, zur selben Zeit, 
als der Luftdruck seinen Höehstbetrag erlangte. 
Der Himmel war im Allgemeinen nur wenig bewölkt, im Mittel ungefähr 
zu drei Zehntel, und die Bewölkung änderte sich im Laufe des Tages nur un 
bedeutend. Während der 316 Beobachtungsstunden zeigte sich der Himmel 
120 Mal, also über ein Drittel der Zeit, vollständig wolkenlos und nur 9 Mal 
ganz bedeckt. 
Das Wetter war entsprechend dem gewöhnlichen Charakter des SE- 
Monsuns meistens heiter und trocken. Während der 79 Tage des Aufenthaltes 
der „Aguatina“ in Rocky Island, vom 6. Mai bis 23. Juli 1887, fiel nur au 
drei Tagen Regen, an drei Tagen trat Nebel auf, in einem Pall so dicht, dafs 
kaum eine halbe Kabellänge weit zu sehen war, und an drei weiteren Tagen 
war das Wetter dunstig; die übrigen Tage sind als thells w T olkig, theils heiter 
oder vollständig klar zu bezeichnen, Thaubildung ist nur in einem Falle wahr- 
genommen worden. 
Der Seegang steigerte sich in einzelnen Fällen bis 6 der Skala, wodurch 
am Strande eine hohe Brandung erzeugt rvurde. Die mittlere Höhe desselben 
betrug 2,4. Außerdem stand manchmal eine Dünung auf dem Ankerplatz, 
Die Temperatur der Meeresoberfläche blieb im Mittel —• 22,56° — um 
1,82° hinter derjenigen der Luft zurück; ihr täglicher Gang entsprach genau 
demjenigen der letzteren. 
V. Bemerkungen über Koepang auf Timor. 
Am 24. Juli 1887 trat „Agmtüna* ihre Reise von Rocky Island nach 
Hamburg an, auf welcher, um den Wasservorrath für die Reise au Bord zu 
nehmen, zunächst der Hafen Koepang auf Timor augelaufen wurde. Der Weg 
dahin wurde bei vorherrschend leichter, südöstlicher bis ostnordöstlicher Briese 
und anfangs schaumigem, später schönem Wetter zurückgelegt. Am 31. Juli 
war auf 10,5° S-Br und 126,0° O-Lg die Meeresoberfläche mit Staub oder Asche 
bedeckt, was bis zum nächsten Tage in 10,8° S-Br und 124,5° O-Lg anhielt.
	        
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