Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Agustina'“,
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man ein reines Fahrwasser; wenigstens sind von mir keine anderen Untiefen
bemerkt worden.
Ick habe die Vermuthung gewonnen, dafs die Einfahrt zwischen Green
Island und Kap Grafton in meiner Karte unrichtig niedergelegt ist. (Siehe
auch „Australia Directory“ Yol. II, Seite 258, London 1879.)
Am 15. April ginge« wir um 5 Uhr Morgens wieder unter Segel und
steuerten in einem von Untiefen freien Fahrwasser NzW, bis um 9 Uhr Vor
mittags, nachdem 20 Sm zurückgelegt waren, Kap Tribulation in einem Ab
stande von 2 bis 2‘/2 Sm W peilte und der Kurs auf XzW/jW verändert
wurde. Um ll h a. m. erblickten wir von der Obermarsraa, auf einem Abstande
von 8 bis 9 Sm in N 3 /VW die Insel Hope, welche wir um 12 Uhr 15 Minuten
Mittags, indem wir sie an St-B. liegen liefsen, passirten, während das Riff „a“,
auf dem eine gut sichtbare Bake steht, an B-B. blieb. Um 2 h p. m. wurde
dann Point Archer in West 2 Sm entfernt passirt, und nachdem das Riff „c“,
dasselbe ebenfalls an B-B, gehalten, geklart war, bei abflauender Briese nach
der Rhede von Cooktown gesteuert, woselbst um 7 h p. m. auf einer Wassertiefe
von 11 in (5 Fad.) geankert wurde. Von unserm Ankerplätze aus peilte Grassy-
inil SSW Vs W 3 Sm entfernt. Ich wählte absichtlich diesen etwas weit nord
wärts gelegenen Ankerplatz, um mit den Booten unter Segel ab- und anliegen
zu können und dadurch das Anbordbringen der für Rocky Island bestimmten
Arbeiter and deren Gepäck zu erleichtern und beschleunigen.
Auf Point Archer befindet sich eine Signalstation, von der aus die ein
segelnden Schiffe nach Cooktown gemeldet werden. Wie ich später von dem
Hafenmeister in Cooktown erfuhr, kann man schon von Point Archer für einen
Lootsen signalisiren, der dem Schiffe bei gutem Weiter, noch bevor dasselbe
das Riff „d“ erreicht hat, entgegenkommt. Das Feuer auf Rocky Island, 1 Sin
südöstlich von der eben genannten Landspitze, befindet sich an der Westseite
der Insel, und ist der Thurm, da die Kuppel desselben mit den Lampen nur
gerade eben über dem höchsten Theil der Insel hervorragt, von der See
schlecht auszumachen. Die Hügel nördlich des /iW«imir-Flussc3 — die Rocky
Hills —- haben alle, besonders aber der südlichste derselben, weifse horizontale
Sandstreifen und sind daher ausgezeichnete Marken, um ein Vorbeisegeln an
Cooktown zu verhüten,
Gleichzeitig mit „ Agustina“ lag in Cooktown ein englisches Vollschiff
von 900 Regt.-Tonnen Gröfse, welches an der Werft Eisenbahnschienen löschte
und mit einem Tiefgänge von 5,7 in (19 Fufs) bei Springfluth die Barre passirt
hatte. Das Fahrwasser in dem Flusse Endeavour ist nicht besonders gut,
trotzdem es hinreichend mit Bojen versehen ist. Der Postdampfer gerieth beim
Ansgehen auf den Grund und hatte volle fünf Stunden zu arbeiten, um wieder
frei zu kommen.
Das Wetter war während unseres Aufenthaltes hierselbst, vom 15. bis
23. April 1887, gut, mit Ausnahme von zwei Nächten, in denen es derart aus
SE wehte, dafs eine bedeutende See entstand und wir gezwungen wurden, den
zweiten Anker fallen zu lassen.
Schiffe, welche neben Cooktown einen zweiten Hafen in Queensland an-
laufen, haben am ersteren Platze nur das halb© Lootsgeld zu entrichten, die
andere Hälfte in dem zu besegelnden zweiten Hafen. Für die Hebung dieses
Restbetrages, den wir in Rocky Island im Golf von Karpentaria, unserm Lade
platz, zu zahlen hatten, kam eigens ein Dampfer von Normantown. Obwohl
„Agustina“ laut Charterpartie von allen Unkosten frei war, weigert© sich doch
der Vertreter der „Colonial Guano Company limited“, der Befrachterin des
Schiffes, das Lootsgeld zu bezahlen und versuchte die Kosten auf das Schiff ab
zuwälzen, in welchem Vorhaben er noch von dem Zolleinnehmer und dem
Lootsen, welch letzterer gleichzeitig Führer des Dampfers war, der uns in
Rocky Island besuchte, unterstützt wurde. In Rocky Island sind übrigens keine
Lootsen vorhanden und auch nichtjnothwendig.
II. Die Reise von Cooktown nach Rocky Island am Golf von Karpentaria.
Am 23. April 1887 verliefsen wir um ll h a. m. bei frischem SE-Winde
die Rhede von Cooktown. Nachdem wir 'während der Nacht auf einer Tiefo
von 4 m (14 Fufs) auf gutem Ankergrunde, gerade vor der Oeffnung zwischen