Kleine Notizen.
499
segetung von Joana verdi™* der Umstand, dafs der dortige Leuchtthurm nicht
unmittelbar am Strande, sondern einige Seemeilen landeinwärts steht.
Die Witterung in Joana war sehr regnerisch, bei vorherrschenden nordwest
lichen bis westlichen Winden und heftigen Böen in der Stärke 6 bis 8. Der
Himmel zeigte sich fast immer vollständig bedeckt; der Luftdruck hielt sich
meistens auf 756 bis 757 mm (uored.), die Luftwärmo auf 25° bis 27° C.
Am 20. Januar 1888 verlief® die Rhede von Joana, um nach
Samarang zu segeln und dort die Laduög zu vervollständigen. Erst nach einer
fünftägigen Fahrt wurde der letztgenannte Hafen am Abend des 25. Januar
erreicht. Während dieser Reise herrschte auch durchweg böiges regnerisches
Wetter.“
Einige Bemerkungen über die Strömung und das Lootsenwesen in der
Bali - Strafse.
„Nachdem unser Schiff in Samarang voll beladen worden war, traten wir
am 13. Februar 1888 die Reise nach Falmouth für Order an nnd nahmen dabei
den Weg durch die Z?«&-Strafse. Hach Aussage des Lootsen, den ich hier an
Bord hatte, rnufs man sieh sehr hüten, im südlichen Theile der Strafse der
Bali-Küste zu nahe zu kommen, weil man hier leicht in eine nach der Lombok-
Strafse setzende Strömung geräth, von der es schwer sein soll, wieder frei zu
kommen. Es soll sogar schon vorgekommen sein, dafs Schiffe auf diese Weise
durch die ganze Lombok-Str afse zimiekgetrieben wurden nnd, um den Indischen
Ocean zu erreichen, zuttf zweiten Male die Bafö-Strafse zu durchsegeln hatten.
Ferner machte der Lootse darauf aufmerksam, dafs von Norden kommende
Schiffe, welche vor der Bari-Strafse einen Lootsen haben wollen, nicht auf die
Tauben-Insel, sondern auf die BalBKüste zu steuern haben. Die Lootsen haben
zwar ihre Station auf der genannten Insel, verlassen diese aber, sobald ein an
segelndes Schiff in Sicht kommt, und stehen gleich nach Bali hinüber, um hier
die Annäherung des Schiffes abzuwarten. Der Lootsenkutter führt im Topp
eine blaue Flagge mit einem weifsen P. Das Lootsengeld beträgt für ein Schiff
von 6 m (20 Fufs oder 60 Palmen) Tiefgang bis Banjrmangi 140 und bis
Sembuluang 210 Gulden.“
9. (D. S.) Reisen des deutschen Vollschiffes „Ferdinand
Fischer“, Kapt. D. Kruse, an der Westküste von Nordamerika. Am
3. März 1887 erreichte „Ferdinand Fischer“ nach einer 70tägigen Reise von
New Castle, N.-S.-W., welche auf der östlichen Route zurüekgelegt war, den
Hafen von San Francisco. Das englische Schiff „Lord Raglanwelches gleich
zeitig mit „Ferdinand Fischer“ New Castle verlassen, aber die Route zwischen
den Inseln des Stillen Oceans hindurch genommen hatte, kam zur selben Stunde
mit diesem in San Francisco an, wohingegen ein anderes Schiff auf der letzteren
Route eine Reise von 96 Tagen hatte.
Der sehr schlechten Frachten nach Europa wegen wurde „Ferdinand
Fischer“ für zwei Reisen in der Kohlenfährt von Nanaimo, B. C., nach San
Francisco oder San Pedro beschäftigt. Die erste Reise von San Francisco nach
Nanaimo trat das Schiff am 3. April 1887 an. Der in den Sommermonaten an
der Küste wehende NW-Wind hatte bereits eingesetzt, und war somit die Reise
gegen diesen auszuführen. Indem man zunächst bei dem Winde landabwärts
stand, erreichte man die gröfste westliche Länge (130,4° West) am 11. April
in 40° N-Br, von welchem Paukte aus meistens Kurs gesteuert werden konnte.
Am 17. April, nach 14tägiger Roise, erreichte man Kap Flattefy, woselbst ein
Schlepper angenommen wurde, der das Schiff an seinen Bestimmungsplatz brachte.
Infolge einer am 3. Mai stattgehabten Kohlengasexplosion dehnte sich der
Aufenthalt in Nanaimo auf volle 9 Wochen aus, so dafs dieser Hafen erst am
19. Juni mit einer Kohlenladung für San Pedro wieder verlassen werdon konnte.
Am folgenden Tage erreichte das Schiff im Schlepptau eines Dampfers Kap
Flattery. Hier fand man leichten nordwestlichen Wind vor, der aber schon
12 Stunden später auffrischte und die Reise dermafsen förderte, dafs man nach
Verlauf von 8 Tagen auf der Rhede von San Pedro, Cal., den Anker fallen
lassen konnte.
Nachdem die Kohlenladung gelöscht und Ballast wieder eingenommen
war, trat das Schiff am 10. August 1887 seine zweite Reise nach Nanaimo an.
Mäfsige westliche bis westsüdwestliehe Winde erlaubten es nicht, luvwärts von