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Kleine Notizen.
Orkanartiger Sturm an der Westküste von Mexiko am 6. Oktober 1887.
Auf der Weiterreise wurde am 6. Oktober i887 u... 4 Uhr Morgens das Feuer
von Mazatlan io einem Abstande von 8 8m KW l /sN gepeilt. Um 8 Uhr
Morgens stand das Schiff 6 Sm WSW von der Insel Greston, und man trieb
dann unter kleinen Segeln, um die Order abzrnvarten. Leichter südlicher Zug
und Stillen wechselten während dessen mit einander ab; über dem Lande lagerte
starker Dunst. Am Abende wurde etwas von der Küste abgesegelt, am folgen
den Tage, dem 6. Oktober, aber wiederum in der Nähe derselben ab- und an
gelegen. Gegen 4 Uhr am Nachmittage dieses Tages nahm der Wind rasch
von S zu, und die schon seit dem Pasairen des 10. Grades nördlicher Breite
beobachtete südliche Dünung begann höher zu laufen. Eine Stunde später
mufsten die Obermarssegel, um 6 h p. m. die Fock festgemacht und das Schiff
auf B-B.-Halsen unter "Vor- und Besahnstagsegel und Untermarssegel beigelegt
werden. Der von schweren Böen begleitete Sturm webte um 8*/2 ь p. m, mit
solcher Kraft aus SSE, dafs das Yoruntermarssegel und Besahnstagsegel voll
ständig wegflogen. Das rasch fallende .Barometer, welches um 8 h p. in. eine
Höhe von 747,5 mm (red.) hatte, erreichte um 1P p. m. mit 741,7 mm seinen
tiefsten Stand und begann von nun an ebenso rasch zu steigen, als es vordem
gefallen war. Schon von 9 h p. m. an lief der Wind, von schweren Böen be
gleitet, allmählich östlich. Um HVa h p. m., ©ine halbe- Stunde nachdem der
niedrigste Luftdruck stattgefunden hatte, wurde es windstill, ein Zustand, der
bis 12 Uhr anhielt. Hierauf fiel der Sturm von Neuem mit voller Kraft aus N
ein, war aber nur von kurzer Dauer. Schon gegen I й a. in. den 7, Oktober
fing der Wind an rasch abzuflauen und die See sich zu legen. Am Vormittage
des 7. Oktober sichtete man 15 Sm nordwestlich von Mazatlan die Küste wieder.
Bei der mm vorhandenen flauen südlichen Briese konnte das Schiff nur wenig
f egen den mit einer Geschwindigkeit von 2 1 /? Kn die Stunde nach NW setzen-
en Strom auf kreuzen und traf daher erst am Vormittage des 9. Oktober wieder
vor Mazatlan ein, wo es noch am selben Nachmittage auf erhaltene Order bei
frischer nordwestlicher Briese in den Hafen segelte. Hier hatte der Orkan mit
solcher Wuth gehaust, dafs man sich seit den letzten 30 Jahren keines gleichen
erinnerte. Viele Flüsse waren aus ihren Ufern getreten und hatten das an
grenzende Land überfluthet, wobei viele Menschen, deren Zahl noch nicht hatte
ermittelt werden können, ihr Leben eingebüfst hatten.
Das Sturmfeld bewegte sich ungefähr in ostnordöstlicher Richtung fort;
die „7wöi“ befand sich aber an der linken Seite der Bahn desselben. Der
Blankeneser Dreimastschoner „Helmewelcher am 5. Oktober 4 Uhr Nach
mittags 6 Sm in WN W von * Die«' 1 und am 7. Oktober, dem Tage nach dem
Sturme, шн 12 Uhr Mittags 12 Sm in OSO von den Inseln Tres Marias stand,
hatte diesen Sturm ebenfalls zu bestehen. Er hatte den schwersten Sturm, der
allmählich durch E nach N holte und dann abikuie, bereits um 5 Ь p. m., also
37s Stunden vor „Jwcö“. Er stand ebenfalls auf der linken Seite der Sturm
bahn, aber weiter westwärts.
8. (D.S.) Aua dem Reiseberichte des Kapt. 0. Thetzen von der
deutschen Bark „Olga“. Von der Sunda-Strafse nach, Joana und Samarang
an der NordküsU ton Java.
„Auf einer Reise von Rangun nach Joana wurde am Vormittage des
24. Dezember 1887 bei frischem NW-Winde, unter Kurssteuerung auf die
-Sji«J«>Strafse, die Insel Engano passirt, mit dem Anbruch des folgenden Tages
die Küste von Sumatra gesichtet und um 7 Uhr Morgens die Südwestspitze
derselben, Vlakke Huk, m\v. ONO gepeilt. Um 6 Uhr Morgens den 26. De
zember gelangten wir nach Neu-Anjer. Die Spuren des Krukatoa-Ausbruches
im August 1883 sind hier schon ziemlich verwischt, indem überall eine neue
Vegetation aufgekoromen ist. Da der Zweck unseres Anlaufens in Anger,
nämlich einige Karten der Jana-Küste zu kaufen, nicht erreicht werden konnte,
setzten wir um 12 Uhr Mittags den Kurs auf Batavia, kamen hier am Mittag
des nächsten Tages unter Führung eines Lootsen zu Anker und setzten, nach
dem wir uns mit den gewünschten Karten versehen, am 28. Dezember bei Tages
anbruch die Reise nach Joana fort. Am 30. Dezember um 11 Uhr Vormittags
wurde letzterer Platz erreicht. Eine ganz besondere Beachtung bei der An-