Kleine Notizen.
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Kleine Notizen. 1 )
1. Ueber eine interessante Wettererscheintmg in der Jubal-
Strafse berichtet der Kommandant S. M. Aviso „Pfeil“, Korv.-Kapt. Draeger,
das Folgende: Nachdem S. M. Aviso „Pfeil“ im Golf von Aden und im Rothen
Meer bis fast zum DffdaZMS-Riff trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit durch
schnittlich 33° im Schatten und 30,5° Wassertemperatur hatte, setzte bei ge
nanntem Riff ein friscbor, kühler Nordwind ein, der die Lufttemperatur bis auf
28,5° erniedrigte, was schon von uns als grofse Erfrischung begrüfst wurde.
Am 13. Oktober, ungefähr in der Mitte der Jw¿a¿-Strafac, Abends gegen 4 Uhr,
zogen von Westen schwere Wolken auf, die ich in Deutschland unzweifelhaft
als Gewitterwolken gekennzeichnet hätte. Gegen 5 Uhr, als die Wolken unserem
Standpunkte näher gerückt waren, fiel die Färbung derselben auf; sie zeigten
nicht ein bläuliches Schwarz, sondern mehr ein gelbliches Braun. An den
Rändern, wo sie scheinbar verdichtet waren, erschienen sie dunkler gefärbt und
führten von diesen Theilen herab nach der Erde garbenförmige Schwärzungen,
die man auf den ersten Blick für heftigen Regen ansehen konnte, doch zeigte
sich bei aufmerksamer Beobachtung, dafs diese Garben von oben nach unten
ihren Durchmesser verringerten und kaum mit ihrer auslaufenden Spitze die
Erde berührten. Da Gewitter in Aegypten bei der verhältuifsmäfsig trockenen
Atmosphäre äufserst selten auftreten, so beobachtete ich aufmerksam den
weiteren Verfolg dieser Erscheinung. Bald war auch über unserem Standpunkte
der Himmel bezogen, und zwar waren es nicht Cumuli von grofsem Durchmesser,
sondern ganz kleine wellenförmige Wölkchen, die sich in ihrer dunkleren
Färbung von dem allgemeinen Gelbbraun abhoben. In den Wolken beobachtete
ich zunächst Lichterscheinungen wie beim Wetterleuchten, doch wenig intensiv;
bald darauf konnte ich verschiedene kleine Fünkchen von Wolke zu Wolke
überspringen sehen, ohne den blitzartigen Zickzack. Eine Detonation wurde
nirgends gehört. Trotzdem der Himmel über uns jetzt ganz mit oben be
schriebenen Wolken bedeckt war, fiel kein Tropfen Regen. Das Barometer
zeigte keine Aenderungeu in der Atmosphäre an, das Thermometer hatte noch
seinen alten Stand, 29,5°. Gegen 5V2 Uhr setzte die erste Böe aus WNW
warm und trocken ein, derartig warm, dafs das Luftthermometer auf 37° stieg
und dös Psychrometer bis auf 22° sank. Jetzt passjrteu wir eino schwere
Wolke, wie ich sie vorher an der Peripherie mit den scheinbar schweren
Wassergarben beobachtet hatte. Einzelne Tropfen fielen, die jedoch auf der
Kleidung sofort verdunsteten und hierbei den Eindruck eines hohen Kältegrades
hinterliefsen. In ähnlich schweren Wolken in weiter Entfernung wurden blitz
artige Erscheinungen, drei und vier gleichzeitig nebeneinander, beobachtet, doch
ebenfalls ohne Detonation. Gegen б 1 /? Uhr traten noch über unserem Stand
punkte einzelne Blitzerscheinungen mit intensiv blauer Färbung auf, und ver
schob sieh das Gewölk bei dem eintretenden kühleren Nordwind bald. Ich
habe hiernach die Ueberzeugung gewonnen, dafs die Wolken in den oberen
Schichten ihr Wasser der Erde Zufuhren wollten, welches aber bei dor enormen
Trockenheit der Luft, ehe es die Erde berührte, zum grofsen Theil wieder ver
dunstete. Die Wolken waren mit feinem Staub durchsetzt, was aus an den
Fensterscheiben getrockneten Wassertropfen deutlich sich erkennen liefs.
2. Bemerkungen über die ßoma-Mündung des Malimba- (Edea-)
Flusses. Nach dem Berichte des Kommandanten S. M. Knbt. „Hyäne'' 1 , Kapt.-
Lieut. Zeye. Nach Peilungen von Fernando Po und astronomischer Beobach
tung ist die Lage des Süd-Ufers der Bomz-Mündung 0,9' südlicher als dieselbe
in der Brit. Adm.-Karte N0. 1357 (Tit. VI, 138) angegeben ist.
Beim Austeuern des Borns-Flusses von West kommend, nimmt die Wasser-
tiefe bis zur Barre hin allmählich ab, doch ist die Barre selbst, wie es auch
schon in den „Ann. d. Hydr.“ vom Jahro 1887 pag. 139 gesagt, häufigen
Aenderungeu unterworfen.
Während der Anwesenheit S. M. Knbt. „Hyäne“ vom 25. bis 28. April
d. J. führte eine allmählich sich vertiefende Rinne mit 3,6 m Wasser bei Hoch
wasser etwa über die Mitte der Barre. Um in diese Rmne zu gelangen, bat
i) Die mit (D. S.) bezekhneteu Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.
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