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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Schmettert! nge auf dem Südatlantischen Ocean. 
489 
Schmetterlinge auf dem Südatlantischen Ocean, in weiter 
Entfernung vom Lande. 
(Mittheilung von der Deutschen SeewarteJ 
Au einer früheren Stelle dieser Annalen — Jahrgang 1886, Seite 71 — 
wurde bereits die Thatsaehe erwähnt, dafs ebenso wie der Wüstenstaub der 
Sahara und Staub anderen Herkommens mitunter auch Landvögel und Insekten, 
besonders Schmetterlinge, durch deu Wind bis in weite Entfernungen land- 
abwärts geführt werden und sich dann auf den Schiffen mederlassen. Sehr 
häufig ist diese Erscheinung in den Küstengewässern Süd-Brasiliens und der 
La Plata-Staaten. Sie tritt hier in Begleitung der Pamperos auf, und zwar 
kommen die Vögel und Insekten, welche oft in grofsen Schwärmen das Schiff 
bedecken, nicht erst mit dem aus West bis Südwest hereinbrechenden Sturm, 
sondern schon mit der vorhergehenden Windstille, wenn das vorher fallende 
Barometer seinen niedrigsten Stand erreicht hat. Die Insekten- und Landvögel- 
sehwärme sind die Begleiter vom Lande her kommender Luftdruck-Depressionen. 
Dafs sie zur Zeit der Windstille erscheinen, mag sich vielleicht daraus erklären, 
dafs nur diejenigen, welche vom Winde, infolge dessen Inklination zum Minimum 
hin, in das windstille Ceutrum der Depression geführt werden und hier die 
Möglichkeit finden, sieh auf dem Schiffe niederzulassen, am Leben erhalten 
bleiben, während die längere Zeit dem vollen Sturm ausgesetzten zu Grunde 
gehen. Möglicherweise trägt auch noch der in der Umgebung des Minimums 
vorhandene aufsteigende Luftstrom dazu bei, dafs die Flugthiere hier länger in 
der Luft schwebend gehalten werden und nicht sobald im Wasser mnkomxnen. 
Die Depressionen, welche an der Ostküste Süd-Amerikas die Pamperos 
hervorrui'en, ziehen von dort vorwiegend in südöstlicher Richtung über den 
Südatlantischen Ocean. Ein paar Beispiele, welche zeigen, bis zu welchen 
ungemein grofsen Entfernungen mit diesen Schmetterlinge landabwärts geführt 
werden können, liefern die nachstehenden Berichte aus meteorologischen Schiffs 
journalen, die bei der Seewarte eingegangen sind. 
Journal S. 2731. Vollselriff „Undine“, Kapt. R. Bielenberg, 
von Antofagasta nach Dünkirchen. 
Baro- 
Datum 
Stunde 
Sehiffsort 
Wind 
meter- 
stand 
Bemerkungen 
1887 
mm 
Febr. 11 
Mittag 
48,4 0 S-Br, 42,1° W-Lg 
NzE4 
753,7 
Bedeckt; in der Nackt Wind 
östlich holend. 
» 12 
4 )l a. m. 
SE8 
744,3 
Stürmisch; Regen die ganze 
Wache. 
S h no. 
K5 
738,6 
Regen; Wind gegen 8 1 ’ abflauend. 
Mittag 
46,9 0 .S-Br, 41,5° W-Lg 
ESE 4 
733,5 
Sehr unstetiger Zug von ESE. 
Um 2 1 /a l1 p. m. lief der Wind 
nach NNB. Zuweilen still, 
fortwährend Regen, öfters in 
verschiedenen Richtungen in 
der Kimm auf klarend. Das 
Barometer steht seit 2 1 /s h p. 
4 1 * p. m. 
46,9° S-Br, 43,6° W-Lg 
NNE2 
732,5 
Um 4 h nebelig; sahen eine grofee 
Anzahl grofser Schmetter 
linge, aus südlicher Richtung 
kommend, auf dem Schiffe 
Schutz suchen. Nach 4 h 
leichter Zug aus SSW, wel 
cher rasch an Stärke zunahni. 
8 h p. m. 
SSW 8 
731,0 
Heftige Windstöfse und schwere 
Böen. 
Mittern. 
SSW 11 
738,0 
Bedeckt, schwerer Sturm. 
» 13 
4 h a. m. 
SWzW 10-11 
742.7 
Sehr schwere Böen mit Regen. 
8 11 a . m. 
SWzW 7 
747,7 
Abnehmender Wind, Luft ah- 
klarend. 
Mittag 
W6 
749,6
	        
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